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	<title>hahnzog &#124; systemische beratung &#38; therapie</title>
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		<title>Stressmanagement</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 10:31:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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<p style="text-align: center;"><a title="Stressmanagement" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/wp-content/uploads/2012/02/hahnzog-systemische-beratung_Stressmanagement.pdf" target="_blank">Dr. Simon Hahnzog &#8211; Stressmanagement</a></p>
<p>&#160;</p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/lexikon">Zurück zur Übersicht</a> oder Artikel online lesen:</p>
<p>&#160;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog</h3>
<h1>Stressmanagement</h1>
<p align="right"><em>„Stress – das sind die Handschellen,<br />
die man ums Herz trägt.“</em><br />
(Helmut Qualtinger)</p>
<h4>1. Definition von Stress<strong></strong></h4>
<p>Der Begriff &#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/stressmanagement" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></p>]]></description>
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<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/lexikon">Zurück zur Übersicht</a> oder Artikel online lesen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog</h3>
<h1>Stressmanagement</h1>
<p align="right"><em>„Stress – das sind die Handschellen,<br />
die man ums Herz trägt.“</em><br />
(Helmut Qualtinger)</p>
<h4>1. Definition von Stress<strong></strong></h4>
<p>Der Begriff &#8220;Stress&#8221; entstammt der Geologie und bezeichnet einen einseitigen, gerichteten Druck bei tektonischen Vorgängen, und wurde später auch in der Werkstoffkunde allgemein für den Zustand eines Materials verwendet, das unter Zug oder Druck steht.</p>
<p>Die übertragene Bezeichnung hat 1936 der österreichisch-kanadische Mediziner Hans Seyle geprägt. Zugrunde liegt der englische Begriff „<em>stress</em> = Druck, Anspannung, Kraft“, das aus „<em>distress </em>= Sorge, Kummer“ gekürzt ist und letztlich auf lat. „<em>distringere </em>= beanspruchen, einengen“ zurückgeht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Psychiatrische Definition von „psychischem Stress“:</p>
<p><em>Belastendes Ereignis, das im Zusammenhang mit anderen Faktoren oder alleine eine körperliche, psychische oder psychosomatische Krankheit zur Folge hat. Übermäßige Arbeit, körperliche Anstrengung, aufwühlende Erlebnisse, Beunruhigung, unbewältigte innere Konflikte u.a. können als Stress bezeichnet werden. </em>(Peters, Uwe Hendrik (2004): „Lexikon: Psychiatrie, Psychotherapie, medizinische Psychologie“.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Stressreaktionen sind allerdings ganz normale Vorgänge, die den Organismus geistig, körperlich und psychisch für eine Flucht-, Angriffs- oder Verteidigungsreaktion präparieren.</p>
<p>Neben übermäßiger Belastung (<em>Distress</em>) kann Stress somit eine lebenserhaltende und leistungsfördernde Funktion (<em>Eustress</em>) haben, wie Lampenfieber oder Trainingsbelastungen.</p>
<p><em>„Demnach ergibt sich potentieller Stress, wenn in einer Umwelt-Situation eine Anforderung wahrgenommen wird, die die zu ihrer Bewältigung erforderlichen Fähigkeiten und Kräfte der Person zu übersteigen droht, und dies unter Bedingungen geschieht, in denen die Person einen wesentlichen Unterschied hinsichtlich Nutzen und Kosten bei der Bewältigung der Anforderung gegenüber der Nichtbewältigung erwartet.“</em> (Krohne/Laux (1982): „Achievement, Stress and Anxiety“.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das heißt, Stress hängt davon ab,</p>
<ul>
<li>wie eine Person eine Situation bewertet,</li>
<li>wie sie ihre Bewältigungsstrategien einschätzt.</li>
</ul>
<p>Stress ist damit das Ergebnis einer <strong>kognitiven Bewertung</strong>, was wiederum erklärt, dass verschiedene Personen ein und die gleiche Situation als unterschiedlich stressig empfinden:<br />
„Wir werden nicht so sehr von den Dingen beunruhigt als vielmehr von den Gedanken, die wir uns darum machen.“ (Epiktet)</p>
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		<title>Sozialpsychologie: Soziale Kognition</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 19:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Eindruck]]></category>
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Sozialpsychologie &#8211; Soziale Kognition<br />
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</tr>
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</a></p>
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<p>&#160;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Ausgewählte Aspekte der Sozialpsychologie:</h3>
<h1>Soziale Kognition</h1>
<h4>Inhaltsübersicht</h4>
<ol>
<li>Soziale Kognition &#8211; Grundlagen</li>
<li>Der Einzelne im sozialen Kontext: Persönlichkeit </li>&#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/sozialpsychologie-soziale-kognition" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></ol>]]></description>
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Sozialpsychologie &#8211; Soziale Kognition<br />
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</tr>
</tbody>
</table>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/lexikon"><br />
</a></p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/lexikon">Zurück zur Übersicht</a> oder Artikel online lesen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Ausgewählte Aspekte der Sozialpsychologie:</h3>
<h1>Soziale Kognition</h1>
<h4>Inhaltsübersicht</h4>
<ol>
<li>Soziale Kognition &#8211; Grundlagen</li>
<li>Der Einzelne im sozialen Kontext: Persönlichkeit und Identität</li>
<li>Soziale Wahrnehmung</li>
<li>Attribution</li>
<li>Automatische Prozesse</li>
<li>Stereotype</li>
<li>Eindrucksbildung</li>
<li>Urteilsbildung</li>
</ol>
<h2 align="left"><strong>1. Soziale Kognition &#8211; Grundlagen</strong></h2>
<p align="left"><strong>Definition</strong>:</p>
<p align="left">„Soziale Kognition untersucht die Schritte im Strom der Gedanken, die sich Menschen über andere Menschen machen.“ (Fiske 2004)</p>
<p align="left">→ Anhand Untersuchungen zur sozialen Kognition wird Verhalten in sozialen Situationen als Folge von Informationsverarbeitungs-<br />
prozessen betrachtet:</p>
<ul>
<li> Wie wird eine „objektive Situation“ in eine „subjektive Realität“ transformiert?</li>
<li> Wie können wir andere Menschen einschätzen?</li>
<li> Warum können sich solche Beurteilungen ändern oder als „falsch“ herausstellen?</li>
<li> Welche Prozesse bedingen diese Einschätzungen? usw.</li>
</ul>
<h4 align="left"><strong>Wichtige Konstrukte</strong>:</h4>
<p align="left"><em>Kategorie</em>:<br />
Das Ergebnis der Kategorisierung von Objekten (Objektkategorie) oder Menschen/-gruppen (soziale Kategorie).</p>
<p align="left">Dafür werden <em>Prototypen </em>gebildet:<br />
Mentale Modelle der typischen Eigenschaften von Elementen einer Gruppe. Prototypen beschreiben ‚das typische Mitglied‘ einer Kategorie, ein Mitglied, das diese Kategorie am besten repräsentiert.<em><br />
</em>häufig synonym: <em>Schema</em>: Unsere Erwartungen über Objekte oder soziale Gruppen.</p>
<p align="left"><em>Kategorisierung</em>:<br />
Die Tendenz, der wir unterliegen, Objekte (einschließlich Menschen) aufgrund gemeinsamer charakteristischer Merkmale in diskrete Gruppen einzuteilen.</p>
<p align="left"><em>Soziale Kategorie</em>:<br />
Eine soziale Kategorie „ist die Gruppierung zweier oder mehrerer unterscheidbarer sozialer Objekte, die als gleich behandelt werden.“ (Leyens &amp; Dardenne, 1996, 113).</p>
<p align="left"><em>Stereotyp</em>:<br />
Soziale Prototypen werden als Stereotype bezeichnet:<br />
Generalisierung über eine Gruppe von Menschen, bei der man praktisch allen Mitgliedern der Gruppe identische Eigenschaften zuschreibt, ohne Beachtung gegebener Variation unter den Mitgliedern.</p>
<p align="left">→ Bestehende Kategorien/Schemata beeinflussen die Information, die wahrgenommen wird, indem der Mensch bereits vorhandene<br />
Informationen in seinem kognitiven System aktiviert.</p>
<h4 align="left">Soziale Kategorien:</h4>
<p align="left">Primitive und umfassende Kategorien werden immer automatisch aktiviert (Geschlecht, Alter, Ethnizität).</p>
<p align="left">Eine Unterscheidung in Ingroup- und Outgroup-Kategorien ermöglicht  soziale Orientierung.</p>
<p align="left">Kategorisierung ist auch in hohem Maße kontextabhängig: Das Maß der  <em>Salienz</em> eines Reizes bestimmt die Ausprägung der Kategorisierung.</p>
<p align="left">Kategorisierungsprozesse sind ebenfalls  von Motivations- und Aufmerksamkeitsfaktoren abhängig.</p>
<p align="left">Funktionen sozialer Kategorien:</p>
<ul>
<li><em>Strukturierung</em> neuer Informationen</li>
<li>R<em>eduktion</em> von Komplexität</li>
<li><em>Gewinnung von Bedeutung</em>:  Beziehungen zwischen Merkmalen</li>
<li>Erleichterung der <em>Erinnerung</em> und <em>Rekonstruktion </em>vergangener  Ereignisse sowie <em>Erwartungen </em>über zukünftige Ereignisse</li>
</ul>
<h4 align="left">Begrenzung der Verarbeitungskapazität:</h4>
<p align="left">Um den Grenzen der Kapazität der Informationsverarbeitung zu begegnen nutzen Menschen verschiedene <em>Strategien</em>, um diese zu kompensieren:</p>
<ul>
<li>Es wird nur eine stark begrenzte Menge des Wahrnehmungsinputs verarbeitet: selektive Aufmerksamkeit und selektive Erinnerung.</li>
<li>Es werden Prozesse genutzt, die eine Vereinfachung erlauben:  Top-Down-Verarbeitung, Urteilsheuristiken, Stereotypisierungen.</li>
<li>Prozesse werden entsprechend der Zielorientierung des Verhaltens gesteuert: bottom-up-Verarbeitung.</li>
<li>Es werden eher die Informationen genutzt, die leicht verfügbar sind: <em>Accessibility</em> (Zugänglichkeit) = Leichtigkeit, mit der Informationen abgerufen werden können.</li>
</ul>
<h4 align="left">Rolle von Vorwissen:</h4>
<p align="left">Häufig ist das soziale Verhalten und Erleben stärker von Vorwissen und damit verbundenen Vorannahmen geprägt, als durch aktuellen Wahrnehmungsinput.</p>
<p align="left">Die soziale Wahrnehmung geht daher häufig über „objektive“ Informationen hinaus:<em><br />
„Going beyond the information given.“ </em>(Bruner, 1957)</p>
<p align="left">Spezifisches Vorwissen wird abhängig von der Zugänglichkeit und der Passung genutzt:<br />
Die Zugänglichkeit von Informationen ist dabei unter anderem  abhängig von der Häufigkeit (frequency) und der Kürzlichkeit (recency) der Nutzung.</p>
<h4 align="left">Warnehmungsakzentuierung:</h4>
<p align="left">Werden Objekte in einer kontinuierlichen Serie wahrgenommen, so kann die Wahrnehmung der Objekte zu einer verzerrten Kategorisierung der Reize führen:</p>
<ul>
<li>Unterschiede <em>zwischen</em> den Kategorien werden <em>akzentuiert</em> (die Zwischenvarianz wird größer)</li>
<li>Unterschiede <em>innerhalb</em> der Kategorien werden <em>minimiert</em> (die Binnenvarianz wird kleiner)</li>
</ul>
<p align="left">→ Dieser Effekt tritt auch bei Objekten ohne bedeutenden Informationswert auf und wird auf die soziale Kategorisierung im<br />
Bereich der Gruppenwahrnehmung und der Stereotypisierung übertragen. Hierzu: Experiment von Tajfel &amp; Wilkens (1963):</p>
<p align="left">Verlauf:</p>
<p align="left">Vpn wurde eine Serie von Linien dargeboten, die kontinuierlich an Länge zunahmen, deren Bezeichnung jedoch eine vermeintliche Kategorisierung darstellte. AV: Schätzen der Linienlängen.</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Wahrnehmungsakzentuierung.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Wahrnehmungsakzentuierung" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Wahrnehmungsakzentuierung-400x136.jpg" alt="" width="400" height="136" /></a></p>
<h4 align="left">Automatische und kontrollierte Prozesse:</h4>
<p align="left">Informationsverarbeitungsprozesse können <em>kontrolliert</em> verlaufen:<br />
Bei konkreten Fragestellungen und deren Beantwortung, beispielsweise bei Kundenbefragungen, Klausuren, Testverfahren etc.</p>
<p align="left">Informationsverarbeitungsprozesse können <em>automatisch</em> verlaufen:<br />
Stereotype, Assoziationen, Automatismen etc.  Diese werden beispielsweise in prozessorientierten Assessments untersucht.</p>
<p align="left"><em>→ Funktionalität automatischer Prozesse</em>:<br />
schnelle Reaktion, geringer Verbrauch kognitiver Ressourcen, z.B. erleichtern Stereotype die Personwahrnehmung bzw. situations- oder personspezifische Reaktionen.</p>
<p align="left"><em>→ </em>Häufig Mischform zwischen beiden Prozessen. Außerdem:<br />
Bei wiederholter Ausführung von kontrollierten Verarbeitungsprozessen kommt es zu einer Prozeduralisierung und dadurch einer möglichen Automatisierung dieser Prozesse (<em>→ </em>Training).</p>
<h2 align="left">2. Der Einzelne im sozialen Kontext: Persönlichkeit und Identität</h2>
<p align="left">Leitfrage: „Wer bin ich?“</p>
<ul>
<li>Ich und Selbst &#8211; „I and me“<br />
Sich selbst zu untersuchen und zu hinterfragen &#8211; diese reflexive Fähigkeit des Menschen ermöglicht es ihm, zugleich Objekt seiner Untersuchungen (Kant (1781): empirisches Ich, William James (1890): Me) und Forscher (Kant: reines Ich, James: I) zu sein. Das Selbst erkennen wir erst in einem Alter von ca. 2 Jahren.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Persönlichkeit</em> (häufig synonym: Identität, Charakter, Selbst):<br />
„Summe der Eigenschaften, die dem einzelnen sine charakteristische, unverwechselbare Individualität verleiht.“ (Peters 2000, 402).<br />
Das Konstrukt beinhaltet also drei sich überschneidende Bereiche:</li>
</ul>
<blockquote>
<ul>
<li> „allgemein-menschliche Universalien</li>
<li> individuelle Unterschiede und</li>
<li> individuelle Einmaligkeit“ (Pervin et al. 2005, 30)</li>
</ul>
</blockquote>
<h4 align="left"><em>Funktionen des Selbst/der Persönlichkeit</em>:</h4>
<ul>
<li><em>Strukturierende Funktion</em>:<br />
Ein wichtiges Schema, das uns hilft Informationen über unsere eigene Person und auch über die soziale Welt zu erinnern und zu interpretieren.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Exekutive Funktion</em>:<br />
Durch einen beständigen Abgleich unseres Selbst mit dem aktuellen Zustand, unseren Idealvorstellungen und den sozialen Erwartungen erfüllt das Selbst eine <strong>ausführende </strong>bzw. <strong>Regulierungsfunktion</strong>.<em><br />
→</em> Das Selbst trifft Entscheidungen, schmiedet Pläne, reguliert Verhalten</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Emotionale Funktion</em>:<br />
Ist das Selbst ausgeglichen, sind wir entspannt und ruhig, wenn nicht dient    das Selbst zur Steuerung unserer emotionalen Reaktionen.<br />
<em>→ </em>Diese Funktionen benötigen Energie. Ist diese erschöpft („<em>ego- depletion</em>“) werden die Funktionen vorübergehend verringert.</li>
</ul>
<h4 align="left">Grundlegende Konstrukte:</h4>
<ul>
<li><strong><em>Selbstkonzept</em></strong>:<br />
Das Wissen über das, wer wir sind &#8211; der Inhalt der Persönlichkeit:<br />
Es setzt sich aus den Elementen zusammen, mit denen sich ein Mensch selbst beschreibt. Dadurch werden Voraussagen über das Verhalten und eine persönliche Orientierung ermöglicht.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong><em>Selbstaufmerksamkeit</em></strong>:<br />
Der Vorgang des „Über-sich-Nachdenkens“ und „Sich-Bewusstwerdens“.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong><em>Selbstwirksamkeit</em>:</strong><br />
Die Einschätzung, wie gut man eine Aufgabe glaubt bewältigen zu können.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong><em>Selbstwert</em></strong>:<br />
Die Wertschätzung, die wir gegenüber unserem Selbst empfinden.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong><em>Selbstwirksamkeit</em> („<em>self-efficacy</em>“)</strong>:<br />
Die Regulationsfähigkeit der Persönlichkeit hängt stark von der Überzeugung ab, die Umwelt kontrollieren und wichtige Ziele erreichen zu können. Vgl. Untersuchungen zum „locus of control“ (<em>→</em> 4.):<br />
Menschen, die sich als internal kontrolliert erleben, sind in Schule und Beruf erfolgreicher als solche mit eher externaler Kontrollüberzeugung.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong> <em>Collective-Efficacy:</em></strong><em></em><br />
Bezeichnet den Umstand, dass eine Gruppe glaubt, stärkeren Einfluss auf ein Ereignis zu haben als einzelne („Gemeinsam sind wir stark“: Demonstrationen; Streiks; Rebellionen etc.).</li>
</ul>
<ul>
<li>
<p align="left"><strong>Selbstkategorisierung:</strong><br />
Die kognitive Konstruktion von Kategorien und Gruppen die auf der einen Seite die eigene Person und zugehörige Gruppenmitglieder und auf der anderen Seite „andere“ Gruppen und Personen umfasst, z.B.:</p>
</li>
</ul>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstkategorisierung.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Selbstkategorisierung" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstkategorisierung-400x151.jpg" alt="" width="400" height="151" /></a></p>
<h4 align="left">Entwicklung und Struktur der Persönlichkeit:</h4>
<ul>
<li><em>Soziale Identität</em>:<br />
„Jener Teil des Selbstkonzepts einer Person, der sich aus dem Wissen über die Mitgliedschaft in einer sozialen Gruppe ableitet, einschließlich des Werts und der emotionalen Bedeutung, die mit dieser Mitgliedschaft verbunden sind. Soziale Identität umfasst die Selbstdefinition als austauschbares Gruppenmitglied im Sinne der Unterscheidung zwischen Eigengruppe und Fremdgruppe (‚wir‘ im Unterschied zu ‚sie, die anderen‘).“  (Turner in: Jonas et.al 2007)</li>
<li><em>Persönliche Identität</em>:<br />
„Selbstdefinition als einzigartiges Individuum im Sinne von interpersonellen oder intergruppalen Unterschieden (‚ich‘ oder ‚mich‘ versus ‚du‘ oder ‚dich‘ bzw. ‚ihr‘ oder ‚euch‘).“ (ebd.)</li>
</ul>
<p align="left">Es gibt unterschiedliche <strong>Motive</strong> für die Veränderung oder Weiterentwicklung des Selbstkonzepts, u.a.:</p>
<ul>
<li><em>Selbstbewertung/-beurteilung („self-assessment“, „self-evaluation“)</em>:<br />
Bedürfnis nach aktuellem und zutreffendem Wissen über sich selbst.</li>
<li><em>Selbst-Bestätigung („self-verification“)</em>:<br />
Bedürfnis nach Bestätigung seiner Überzeugungen bzw. seines subjektiven Selbstbildes</li>
<li><em>Selbsterhöhung („self-enhancement“)</em>:<br />
Bedürfnis nach positivem Feedback für seine Überzeugungen bzw. sein subjektives Selbstbild.</li>
</ul>
<p align="left">→ Die Gewichtung der einzelnen Motive sind von Person zu Person, von Kultur zu Kultur und je nach sozialer Situation unterschiedlich.</p>
<h4 align="left"><em>Selbstwert</em>:</h4>
<p align="left">Der Selbstwert/das Selbstwertgefühl („self-esteem“) ist skalierender Ausdruck der Selbstbewertung, diese umfasst:</p>
<p align="left">Bewertung des eigenen Verhaltens, des körperlichen Erscheinungsbildes, der eigenen Fähigkeiten und anderer persönlicher Merkmale anhand internalisierter Standards oder sozialer Normen (Jonas et.al. 2007).</p>
<p align="left">Untersuchungen von Smith &amp; Petty (1995):</p>
<ul>
<li>Werden Menschen mit niedrigem Selbstwert in eine negative Stimmung versetzt, so können sie vermehrt negative Ereignisse aus ihrem Leben erinnern.</li>
<li>Menschen mit niedrigem Selbstwert interpretieren mehrdeutige Bilder in negativer Stimmung negativer als Menschen mit hohem Selbstwert.</li>
<li>Menschen mit hohem Selbstwert versuchen hingegen sich selbst wieder in positive Stimmung zu versetzen, indem sie sich an positive Ereignisse erinnern.</li>
</ul>
<h4 align="left">Methoden zur Selbstwerterhaltung und –erhöhung:</h4>
<ul>
<li>4 Strategien nach Tesser (1988):</li>
</ul>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstwerterh%C3%B6hung.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Selbstwerterhöhung" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstwerterh%C3%B6hung-400x185.jpg" alt="" width="400" height="185" /></a></p>
<ul>
<li><em>Selbstwertdienliche Verzerrung </em>(„<em>self-serving-bias</em>“):<br />
Erfolge werden auf internale Faktoren (Anstrengung, Wissen, Fertigkeiten)    und Misserfolge auf externale Faktoren (Zufall, Pech etc.) zurückgeführt.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Selbstbehinderung</em> („<em>self-handicapping</em>“):<br />
Bereits vor dem möglichen Eintreten einer Niederlage werden Bedingungen    geschaffen, die im Nachhinein eine Begründung durch externale oder         temporäre Faktoren ermöglichen &#8211; man sabotiert sich selbst.  Stellt sich     dann doch ein Erfolg ein, ermöglicht dies zudem eine Selbstwertsteigerung.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Soziale Erwünschtheit</em> und „<em>Fishing for compliments</em>“:<br />
Wenn eine negativere Selbsteinschätzung vorgegeben wird, als eigentlich existent: „Ich war ja so schlecht in der Klausur.“ &#8211; „Die neue Frisur steht mir ja überhaupt nicht.“ etc.. Durch dieses sozial erwünschte Verhalten stellt man sich bescheiden dar, obwohl man insgeheim Erfolge auf die eigenen Fähigkeiten und Bemühungen zurückführt (auch: falsche Bescheidenheit).</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Selbstbestätigung</em>:<br />
Erleben Menschen die Bedrohung eines wichtigen Anteils ihrer Persön- lichkeit, so werden andere, positiv konnotierte Anteile / Verhaltensweisen in den Vordergrund gestellt und betont. Dadurch wird ein positives Gesamtbild    der Persönlichkeit wieder hergestellt, z.B.: „Ich kann vielleicht schlecht Fußballspielen, dafür aber hervorragend Skifahren.“</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Abwärtsgerichtete soziale Vergleiche</em>:<br />
Wird der Selbstwert bedroht, werden Vergleiche mit anderen gezogen, die     in Bezug auf den bedrohten Persönlichkeitsaspekt unterlegen sind, z.B.: „Ich habe zwar nur eine 4.0, es gibt aber viele mit einer 5,0.“</li>
</ul>
<ul>
<li><em> Selbstdarstellung</em>:<br />
Das Bestreben, in sozialen Situationen dem Gegenüber ein möglichst   positives Bild unserer Persönlichkeit zu vermitteln. Maßstab sind dabei vorhandene und vermutete soziale Werte wie auch das eigene Idealbild.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2 align="left"><strong>3. Soziale Wahrnehmung</strong></h2>
<p align="left">Zentrale Frage:</p>
<p align="left">„Wie bildet sich der Einzelne einen Eindruck von anderen Personen?“</p>
<p align="left">Notwendige Voraussetzung hierfür<em>: implizite Persönlichkeitstheorien:</em></p>
<ul>
<li>Spezifische Schemata, die verwendet werden, um verschiedene Persönlichkeitsmerkmale des Gegenübers zu gruppieren.</li>
<li>Die ~ werden genutzt, um die meist lückenhaften Informationen über die andere Personen zu einem Ganzen zusammenzufügen. (vgl. Gestaltpsychologie)</li>
<li>Dieser induktive Schluss dient dazu, dem wahrgenommenen Bild des Gegenübers eine ganzheitliche Bedeutung zu geben.</li>
<li>Die Persönlichkeitsmerkmale haben dabei eine unterschiedliche Gewichtung. Den <em>zentralen Persönlichkeitsmerkmalen </em>kommt dabei eine hohe integrative Bedeutung zu wohingegen<em> periphere Persönlichkeits-merkmale </em>die soziale Wahrnehmung nicht bedeutsam beeinflussen.<br />
(vgl. auch 7.)</li>
</ul>
<p align="left">Dem<strong> nonverbalen Verhalten</strong> kommt in der sozialen Wahrnehmung eine bedeutende Rolle zu:</p>
<p align="left">Insbesondere für den ersten Eindruck werden vor allem sensorische Informationen verarbeitet (vgl. 7.):<br />
Gestik, Mimik, Stimmfärbung, Körperbewegung und -haltung, Berührung und Blickkontakt sind die wichtigsten Informationskanäle</p>
<p align="left">Den nonverbalen Informationen liegen folgende Funktionen zugrunde:</p>
<ul>
<li>Erleichterung der verbalen Kommunikation</li>
<li>Ausdruck von Emotionen</li>
<li>Betonung eigener Persönlichkeitsmerkmale</li>
</ul>
<p align="left">→ Stimmen nonverbales und verbales Verhalten nicht überein, kommt zu Verwirrung der sozialen Wahrnehmung (<em>double-bind</em>).</p>
<h4 align="left">Exkurs – Kommunikation:</h4>
<p align="left">Folgende Kommunikationskanäle werden i.d.R. differenziert:</p>
<ol>
<li>1. Verbale Kommunikationsmittel:<br />
Inhalt, Wortschatz, Sprachstil (Grammatik etc.)</li>
<li>Nonverbale Kommunikationsmittel:<br />
Nähe- und Distanzverhalten, Körperkontakt, Haltung, Gestik, Mimik, Bewegungen, Blickkontakt.<br />
Gelegentlich noch dazu gezählt:<br />
Staffage, Setting, Kleidung, Schmuck, Statussymbole, Raumgestaltung etc.</li>
<li>Paraverbale (Vokale) Kommunikationsmittel:<br />
Sprachfluss, Stimmlage, Tonfall, Melodie, Atmung,…</li>
</ol>
<p align="left"><em>Zusammenspiel der Kommunikationskanäle</em>:</p>
<ul>
<li>Wir senden und empfangen Botschaften im Allgemeinen auf mehreren Kommunikationskanälen gleichzeitig:<br />
Sprache, Blick, Gesichtsausdruck, Gesten, Stimmqualität, Kleidung, Make-up, Distanzverhalten usw.</li>
<li>Isolierte Botschaften gibt es nicht, und das Ganze ist auch hier mehr als die Summe seiner Teile (à Gestaltpsychologie).</li>
<li>Für die Interpretation einzelner Botschaften ist der Kontext, entscheidend z.B. Lächeln aus Freundlichkeit oder Verlegenheit.</li>
<li>Die Wichtigkeit und Häufigkeit der Verwendung der unterschiedlichen Kommunikationskanälen ist sehr abhängig von Kulturen und Subkulturen.</li>
</ul>
<p align="left"><em>Zirkuläres Prozessmodell der Kommunikation</em>:</p>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Kommunikationskreislauf.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Kommunikationskreislauf" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Kommunikationskreislauf-400x177.jpg" alt="" width="400" height="177" /></a></p>
<h4 align="left">Self-Fullfilling-Prophecy</h4>
<p align="left"><strong><em>Definition</em></strong>:<br />
Die SFP (Selbsterfüllende Prophezeiung) ist eine Vorhersage, die sich nur aufgrund der Tatsache erfüllt, dass die Personen, die sie wahrnehmen, daran glauben und sich entsprechend verhalten.</p>
<p align="left">„Das was geschieht, wenn eine Überzeugung eine entsprechende Realität hervorbringt.“ (Jonas et al, 2007, S. 74),</p>
<p align="left"><em><strong>Verlauf</strong></em>:</p>
<ol>
<li>Erwartung an eine andere Person bzgl. Persönlichkeit und Verhalten.</li>
<li>Eigenes Verhalten wird so gezeigt, dass es mit diesen Erwartungen konsistent ist.</li>
<li>Gegenüber reagiert auf das gezeigte Verhalten.</li>
<li>Das Verhalten des Gegenübers wird als Beweis für die Erwartungen bei 1. gesehen …</li>
</ol>
<p align="left"><em><strong>Beispiel</strong></em>:</p>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbsterfuellende-Prophezeihung.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Selbsterfuellende Prophezeihung" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbsterfuellende-Prophezeihung-400x269.jpg" alt="" width="400" height="269" /></a></p>
<p align="left"><strong><em>Baskerville-Effekt (Philipps et al.  2001):</em></strong></p>
<p align="left">Eine Untersuchung der Sterbedaten von US-Amerikanern aus den Jahren 1973 &#8211; 1998 ergab, dass am 4. eines Monats Amerikaner chinesischer oder japanischer Abstammung überproportional häufig einem plötzlichen Herztod erlagen &#8211; im Vergleich mit anderen Monatstagen um durchschnittlich 7%, bei chronischen Herzleiden sogar um 13% häufiger. Bei Amerikanern anderer Herkunft ließ sich dieser Effekt nicht beobachten.</p>
<p align="left"><em>Hintergründe</em>:<br />
Die 4 gilt in Japan und China als Unglückszahl, der 4. des Monats als Unglückstag, auf Mandarin, Kantonesisch und Japanisch klingen die Worte „Tod“ und „vier“ ausgesprochen nahezu gleich.</p>
<p align="left">Durch den Stress, den dieser Tag mit sich bringt, so der Rückschluss, erhöht sich wiederum die Anfälligkeit für Herzerkrankungen, was wiederum den Aberglauben stützt &#8211; eine <strong>selbst-erfüllende Prophezeiung</strong>.</p>
<h2 align="left">4. Attribution</h2>
<h4 align="left">Grundlagen</h4>
<ul>
<li>Zentrale Frage:<br />
„Warum?“ oder „Wie erklären sich Menschen die Gründe für ihr eigenes Verhalten oder das Verhalten anderer?“<br />
→ Ist der Beobachter dieselbe Person wie der Handelnde, spricht man von Selbstattribution (des eigenen Verhaltens).</li>
</ul>
<ul>
<li>Bedeutung:<br />
Attribution bedeutet „Ursachenzuschreibung“. Die Bezeichnung  <em>Kausalattribution</em> hat genaugenommen eine erweiterte Bedeutung (≈ „Gründe für die Ursache“), wird jedoch meist synonym verwendet.</li>
</ul>
<ul>
<li>Ziel:<em><br />
Wahrgenommene</em> Ursachen werden interpretiert &#8211; diese können von den tatsächlichen abweichen. Es geht also nicht um objektive Ursachen für Handlungen und Ereignisse, sondern um die <em>Vermutungen</em> der Menschen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Anfänge:<br />
Geprägt wurde das Konstrukt von Fritz Heider (1958). Er untersuchte hierzu auf einer gestaltpsychologischen Basis, wie sich Menschen das Verhalten ihrer Mitmenschen erklärten – insbes. in Bezug auf deren Dispositionen:<em><br />
„Wenn wir das Verhalten von Menschen verstehen und vorhersagen wollen, müssen wir wissen, was die Menschen glauben und denken, weil das ihr Verhalten steuert.“</em> (Fritz Heider)</li>
</ul>
<p>Das Verhalten wird in seiner Theorie einerseits auf<em> Persönlichkeitsvariablen (internale Faktoren) </em>und andererseits auf <em>Umgebungsvariablen (externale Faktoren) </em>zurückgeführt, z.B.: „Sie schimpft ihn,“ (bzw. „Er schimpft sie,“) :</p>
<blockquote>
<ul>
<li> weil sie (er) schnell verärgert ist (internaler Faktor)</li>
<li> er ihren Hochzeitstag (sie sein Fußballspiel) vergessen hat <img src='http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /><br />
(externaler Faktor).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p></blockquote>
<h4 align="left">Attributionsmodell nach Heider</h4>
<p align="left">(auf Basis der Feldtheorie Lewins):</p>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Attribution.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Attribution" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Attribution-400x151.jpg" alt="" width="400" height="151" /></a></p>
<p align="left"><strong>Dimensionen der Attribution</strong>:</p>
<ul>
<li><em>Lokation/Personabhängigkeit </em>(internal vs. external):<br />
Liegt die Ursache für ein Verhalten oder Erleben in der Person (internale Faktoren) oder in der Situation (externale Faktoren)?</li>
<li><em>Stabilität über die Zeit </em>(stabil vs. variabel):<br />
Ist die Ursache für ein Verhalten oder Erleben über die Zeit stabil (z.B. Fähigkeiten, Schwierigkeit) oder variabel (z.B. Anstrengung, Zufall)?</li>
<li><em>Kontrollierbarkeit </em>(kontrollierbar vs. machtlos):<br />
Unterliegt das Verhalten oder Erleben der willentlichen Kontrolle des Handelnden oder ist es ein automatischer/willkürlicher Prozess?</li>
<li><em>Globalität </em>(global vs. spezifisch):<br />
Ist eine Ursache für ein Verhalten oder Erleben über viele Situationen hinweg wirksam oder nur in bestimmten Situationen.</li>
</ul>
<p align="left"><strong>Theorie der leistungsbezogenen Attribution</strong> (Weiner 1979):</p>
<p align="left">Erfolge und Misserfolge veranlassen uns in hohem Maße zu Attributionen und somit auf künftige Erwartungen, Motivationen oder Emotionen. Drei grundlegende Kausalfaktoren bestimmen diesen Prozess:  <strong>Lokation</strong>, <strong>Stabilität</strong> und <strong>Kontrollierbarkeit</strong>.</p>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Locus-of-Control.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Locus of Control" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Locus-of-Control-400x161.jpg" alt="" width="400" height="161" /></a></p>
<p align="left"><strong>Kovariationstheorie</strong> (Kelley 1967) &#8211; 3 Arten von Informationen:</p>
<ul>
<li><em>Distinktheits</em>informationen:<br />
Informationen darüber, wie sich die Person bei verschiedenen Stimuli verhält:<br />
<em>hohe Distinktheit</em>: Die Person reagiert auf verschiedene Stimuli anders.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Konsistenz</em>informationen:<br />
Informationen darüber, wie der Handelnde &#8211; bezogen auf den gleichen Stimulus &#8211; in verschiedenen Situationen reagiert:<br />
<em>hohe Konsistenz: </em>Die Person reagiert auf diesen Stimulus auch in verschiedenen Situationen auf die gezeigte Art und Weise.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Konsensus</em>informationen:<br />
Informationen darüber, ob und wie sich andere Menschen in derselben Situation verhalten:<br />
<em>hoher Konsensus</em>: Andere Personen reagieren auf den gleichen Stimulus in der gleichen Art und Weise.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong>Theorie der erlernten Hilflosigkeit</strong> (Seligman 1975):</p>
<p align="left">Erleben Menschen sich und ihre Handlungen als wirkungslos, so kann die Erwartungshaltung entstehen, dass auch zukünftige Handlungen keine Auswirkungen haben werden. Entwickelt als lerntheoretische Erklärung für Depressionen.</p>
<p align="left">→ Kontingenz von Handlung und deren Erfolg stehen im Fokus.</p>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Erlernte-Hilflosigkeit.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Erlernte Hilflosigkeit" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Erlernte-Hilflosigkeit-400x93.jpg" alt="" width="400" height="93" /></a></p>
<h4 align="left">Attributionsfehler und -verzerrungen</h4>
<p align="left">Attributionen werden häufig nicht ausschließlich rational getätigt, so dass es zu <em>Verzerrungen </em>(engl. <em>bias</em>) in der Informationsverarbeitung kommen kann.</p>
<p align="left">Insbesondere unter Zeitdruck bzw. bei schnellen und kurzfristigen Attributionen kommt es Attributionsverzerrungen (vgl. „erster Eindruck“ Kap. 7 oder Gefühlsheuristik Kap. 8).</p>
<p align="left">Die bekanntesten Attributionsverzerrungen sind:</p>
<ul>
<li>         <em>Selbstwertdienliche Verzerrung </em>(self-serving-bias; vgl.  Kap. 2)</li>
<li>         <em>Korrespondenzverzerrung</em> oder <em>Fundamentaler Attributionsfehler</em></li>
<li>         <em>Akteur-Beobachter-Divergenz</em></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left"><strong>Attributionsfehler &#8211; Korrespondenzverzerrung</strong>:</p>
<ul>
<li>Definition:<br />
Die Tendenz, das Verhalten anderer Menschen überwiegend anhand von Persönlichkeitsmerkmalen (internale Faktoren) zu erklären und dabei die Macht des sozialen Einflusses (externale Faktoren) zu unterschätzen.</li>
</ul>
<ul>
<li> Experiment von Jones &amp; Harris (1967):</li>
</ul>
<ul>
<ul>
<li>TN sollten einschätzen, wie eine Person zu Fidel Castro eingestellt ist.</li>
<li>Hierzu sollten sie einen Aufsatz lesen, in dem sich diese Person (ein Kommilitone der teilnehmenden Studierenden) für Castro aussprach.</li>
<li> Der 1. TN-Gruppe wurde mitgeteilt: „Der Kommilitone konnte sich frei zu einer Haltung entscheiden.“ Bei der 2. Gruppe sei der Kommilitone zu einer pro-Castro Haltung aufgefordert worden.</li>
<li>Ergebnis:<br />
Trotz der Verpflichtung zur pro-Castro Haltung wurde in der 2. Gruppe in der Mehrheit eine solche zugeschrieben.</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<li>Experiment von Ross, Amabile &amp; Steinmetz (1977):<br />
Simulation einer Quizshow. Randomisierte Zuweisung der Rollen des Quizmasters, des Kandidaten und des Beobachters an die TN.<br />
Der Quizmaster sollte sich 10 Fragen zur Allgemeinbildung ausdenken, die herausfordernd, aber nicht unlösbar sein sollten.<br />
→ Sowohl die Kandidaten selbst als auch die Quizmaster bewerteten die Kandidaten signifikant schlechter als die Quizmaster:</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_I1.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_I" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_I1-259x300.jpg" alt="" width="259" height="300" /></a></p>
<p>→ Kandidaten und Beobachter bewerteten den Unterschied zwischen Quizmaster und Kandidaten deutlich größer als die Quizmaster:</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_II.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_II" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_II-329x300.jpg" alt="" width="329" height="300" /></a></p>
<p>→ In einem unabhängigen „Kontrollquiz“ aller Teilnehmer wurde kein signifikanter Fähigkeitsunterschied zwischen den Untersuchungsteilnehmern festgestellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Kulturelle Abhängigkeiten &#8211; Untersuchung von Miller (1984)<br />
Befragte Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Indien und den USA, bezüglich Erklärungen, die diese für abweichendes und prosoziales Verhalten gaben.<br />
→ Im Laufe der Entwicklung scheinen US-Amerikaner zu lernen, dispositionale Erklärungsansätze zu bevorzugen, im Gegensatz zu hinduistischen Indern.</li>
</ul>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_III.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_III" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_III-400x255.jpg" alt="" width="400" height="255" /></a></p>
<p>→ Vgl. <em>Sozialisation</em> in Foliensatz zur<strong> Soziale Gruppen.</strong></p>
<p align="left"><strong>Attributionsfehler &#8211; Akteur-Beobachter-Divergenz:</strong></p>
<ul>
<li>Definition:<br />
Menschen neigen dazu, ihr <em>eigenes Verhalten</em> eher auf die Situation und das <em>Verhalten anderer</em> eher auf deren Dispositionen zu attribuieren.</li>
<li>Gründe sind u.a.:</li>
</ul>
<blockquote>
<ol>
<li>Jeder verfügt über ein großes Spektrum an <em>Konsistenz</em>informationen zu seiner eigenen Person. Dadurch wird eher die aktuelle Situation mit anderen verglichen, um das eigene Verhalten zu attribuieren.<br />
Die Bandbreite der Informationen über den beobachteten Akteur in unterschiedlichen Kontexten ist dagegen eher gering, daher wird eher auf die Persönlichkeit als auf die Situation geschlossen.</li>
<li>Die Beobachtung eines Akteurs verlangt vom Beobachter einen gewissen Grad an <em>Aufmerksamkeit</em> (→ perzeptuelle Salienz). Werden andere Personen fokussiert, verringern sich die wahrgenommenen Details der Situation. Ist man selbst Akteur ist die Aufmerksamkeit hingegen stark auf die Umgebung ausgerichtet.</li>
</ol>
</blockquote>
<ul>
<li>Experiment von Storms (1973):<br />
Ausgangshypothese: Die divergierende optische Perspektive von Akteur und Beobachter führt zu unterschiedlichen Attributionen.<br />
Experimentelles Design (vgl. Abb. weiter unten):</li>
<ul>
<li>1. Phase: Zwei TN sollten ein Kennenlerngespräch führen, dabei wurde jeder von einem weiteren TN beobachtet. Zusätzlich wurden die beiden Gesprächspartner jeweils einzeln gefilmt.</li>
<li>2. Phase: Experimentelle Manipulation: Gruppe 1 erhält keine weitere Beeinflussung, Gruppe 2 sieht das aufgenommene Video mit gleichem Blickwinkel an und Gruppe 3 sah das Video aus veränderter Perspektive.</li>
<li>3. Phase: Attribution des Verhaltens der Akteure durch die Beobachter und sich selbst, bezogen auf den Anteil persönlicher und situativer Variablen.</li>
</ul>
</ul>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz-400x208.jpg" alt="" width="400" height="208" /></a></p>
<p align="left">Ergebnisse:<br />
Die Verwendung situativer Attributionen hängt stark von der Beobachtungsperspektive ab.</p>
<p>→ Die Verwendung situativer Attributionen hängt stark von der Beobachtungsperspektive ab.</p>
<p align="left">→ Unaufmerksamkeit gegenüber situativen Faktoren kann korrigiert werden, indem die Perspektive bzw. die<br />
Aufmerksamkeit manipuliert wird.</p>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz_II.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz_II" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz_II.jpg" alt="" width="351" height="289" /></a></p>
<h2 align="left"><strong>5. Automatische Prozesse </strong></h2>
<p align="left"><strong>Eigenschaften automatischer Prozesse (Bargh, 1994):</strong></p>
<ul>
<li><em>Bewusstheit</em>:<br />
Wie explizit wird ein gegebener Reiz und/oder dessen Einfluss auf das eigene Denken, Fühlen und Verhalten wahrgenommen?</li>
<li><em>Intentionalität</em>:<br />
Wird ein Verhalten gezielt ausgelöst oder läuft es ohne vorangegangene Absicht ab?</li>
<li><em>Effizienz</em>:<br />
Konsumiert ein Prozess in starkem Maße kognitive Ressourcen, oder verläuft er mit wenigen kognitiven Kosten?</li>
<li><em>Kontrollierbarkeit</em>:<br />
Wie stark ist der Verlauf eines Prozesses durch die Person selbst beherrschbar und lenkbar?</li>
</ul>
<p align="left"><strong>Nachweis automatischer Prozesse</strong>:</p>
<p align="left">Der empirische Nachweis erfolgt meistens nach dem gleichen Schema:</p>
<ol start="1">
<ol start="1">
<ol start="1">
<li>Aktivierung von kognitiven Konzepten (Priming) durch Verfassen von Essays, Betrachten komplexer Stimuli oder subliminaler Präsentationen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, z.B.:<br />
Fotos von Farbigen und Weißen zur Untersuchung ethnischer Stereotype.</li>
<li>Anwendung der kognitiven Konzepte durch Präsentation eines weiteren Reizes, der bestimmten Kategorien zugeordnet werden muss, z.B.:<br />
Beschreibungen positiver und negativer Eigenschaften.</li>
<li>Retrospektive Introspektion:<br />
Nach dem Experiment werden die Teilnehmer zu Wahrnehmung der Untersuchungssituation befragt.</li>
</ol>
</ol>
</ol>
<p align="left">→   Sind nachweisbare Zusammenhänge zwischen Aktivierung und Anwendung des Konzepts vorhanden, ohne dass die Vpn die Aktivierung bemerken, so wird auf einen automatischen Prozess geschlossen.</p>
<h4 align="left">Exkurs: Priming</h4>
<ul>
<li><em>Unterschwellige Wahrnehmung</em>:</li>
</ul>
<ul>
<ul>
<li>Annahme:<br />
Reize, die nicht bewusst erkannt oder entdeckt werden können, haben trotzdem Einfluss auf das Erleben und Verhalten.</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<ul>
<li>Bsp.-“Experiment“: Vicary-Studie<strong></strong>:<strong></strong><br />
Unterschwellige Werbung zur Anregung von Cola- und Popcornkonsum?</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<ul>
<li>Ergebnisse tatsächlich durchgeführter Studien:<br />
Langanhaltende konkrete Verhaltensänderungen konnten <em>nicht</em> nachgewiesen werden. Einfluss der unterschwelligen Beeinflussung wirkt <em>äußerst kurzfristig </em>und <em>verblasst schnell</em> (häufig innerhalb einer/weniger Sekunden).<br />
→ Unterschwellige Werbung erzielt keine besseren Ergebnisse gegenüber überschwelliger Werbung.</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<li>Nachweis unterschwelliger Wahrnehmung:<br />
Versuch zum  affektiven Priming (Fazio et al. 1968):<em><br />
Versuchsablauf</em>:<br />
Bearbeitung einer Reihe von Zielwörtern am Computerbildschirm. Jeweils Entscheidung, ob es sich um ein positiv oder negativ besetztes Wort handelt: Tastendruck so korrekt und schnell wie möglich.<br />
Vor den Zielwörtern werden für einige Millisekunden Primewörter eingeblendet, die nicht bewusst wahrgenommen werden können.</li>
</ul>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Priming.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Priming" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Priming.jpg" alt="" width="362" height="223" /></a></p>
<p><em>Struktur</em>:<br />
Dabei ergeben sich kompatible Wortpaare (z.B.: Primewort = freudig, Zielwort = friedlich, bzw. feige und fies) und inkompatible Wortpaare (z.B. freudig und feige oder fies und friedlich).<br />
→ AV: Zeit und Passung/Fehleranzahl der Prime-Zielwort-Zuordnung.<em></em></p>
<p>Ergebnis:<br />
Bei Durchgängen, in denen Prime- und Zielwort übereinstimmen kommt es zu signifikant weniger Fehlern als bei inkompatiblen Wortpaaren (Affektiver Priming-Effekt).<br />
Experimentelle Kontrolle: Sollen die Primewörter klassifiziert werden, findet man eine Leistung, die einer zufälligen Ratewahrscheinlichkeit entspricht!</p>
<ul>
<li>Priming im engeren Sinne:<br />
Kognitive Konzepte oder Verhaltenskonzepte werden voraktiviert und ihre Auftretenswahrscheinlichkeit dadurch größer, z.B.:<br />
Sie haben kürzlich einen Film über die Feuerwehrmänner von Ground Zero gesehen.<br />
→ Zweideutiges Verhalten einer anderen Person werden Sie mit höherer Wahrscheinlichkeit als hilfsbereit interpretieren denn als aggressiv.</li>
</ul>
<p>→ Insbesondere leicht zugängliches <em>Vorwissen</em> (auch im Sinne von Zielen, Erwartungen, Verhaltensweisen etc.) sowie <em>kürzlich erlebte </em>Inhalte beeinflussen die neue Informationsverarbeitung und somit aktuelle Verhaltensweisen (→ vgl.  <em>Verfügbarkeitsheuristik</em>Kap. 8).</p>
<h4 align="left"></h4>
<h4 align="left">Automatisches Verhalten:</h4>
<ul>
<li>Häufig passen wir gezeigtes Verhalten an Geschehnisse in der Umgebung an.<br />
Bargh &amp; Chartrand (1999) zeigten, dass Vpn dann häufiger an ihren Augen rieben oder mit den Füßen wippten, wenn ein Konfident dieses Verhalten zeigte. Bei einer Nachbefragung konnten sich die Vpn nicht an diese Nachahmung erinnern.</li>
</ul>
<ul>
<li>Experiment von Bargh et al. (1996) zur Konzeptaktivierung auf die Verhaltenssteuerung:<br />
Verlauf: Zunächst wurden durch Priming die Konzepte „höflich“ oder „rüde“ bzw. in einer KG kein Konzept aktiviert. Anschließend sollten die    Vpn den VL in einem Nebenraum aufsuchen, wo dieser gerade einem Konfidenten eine Aufgabe erklärte und die Vpn ignorierte.<br />
Ergebnis: 20% der „höflich“ geprimeten, 40% der neutralen und 60%  der „rüde“ geprimeten Vpn unterbrachen den VL.</li>
</ul>
<ul>
<li>Experiment von Aarts &amp; Dijksterhuis (2003):<em><br />
Hypothese</em>:<br />
Gesellschaftliche Normen beeinflussen bei Aktivierung als automatischer Prozess das Verhalten.<em><br />
Verlauf</em>:<br />
Darbietung von Photos (darunter 4 edle Restaurants) mit jeweiliger Präsentation einer Verhaltensweise (z.B. sich-gut-benehmen).<br />
Anschließend Angabe, ob die Verhaltensweise der Norm der auf dem Foto gezeigten Situation angemessen ist. Messung der Reaktionszeiten zum Nachweis der Verinnerlichung der jeweiligen sozialen Norm.<br />
Einen Monat später weiterer Versuch mit den Vpn: Präsentation des Fotos eines edlen Restaurants oder eines Bahnsteigs. Anschließend sollten die Teilnehmer einen Keks essen, der dabei sehr bröselte.<em><br />
AV</em>: Häufigkeit, mit der die Vpn die Krümel vom sauberen Tisch wischten.</li>
</ul>
<p><em>Ergebnis</em>:<br />
Häufigkeit des Tisch-Reinigens korrelierte sowohl mit dem Prime (in 2. entweder Bahnhof oder Restaurant), als auch mit der Verinnerlichung der restaurant-spezifischen Normen (in 1.) und mit der Interaktion zwischen Priming und Normen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 align="left"><strong>6. Stereotype</strong></h2>
<ul>
<li>Stereotyp, Vorurteil und Diskriminierung:<br />
Alle drei Konstrukte beinhalten Einstellungen gegenüber oder Bewertungen einer oder mehrerer Personen auf der Grundlage der Zugehörigkeit zu einer Fremdgruppe.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die drei Konstrukte unterscheiden sich hinsichtlich folgender Komponenten:</li>
</ul>
<ul>
<ul>
<li>Kognitive Komponente:<br />
Steht bei der Funktionalität der <em>Stereotype</em> im Vordergrund.</li>
<li>Affektive oder emotionale Komponente:<br />
Beim <em>Vorurteil</em> werden insbesondere affektive Erlebensmuster aktiviert.</li>
<li>Verhaltenskomponente:<br />
Verhalten auf der Grundlage von Stereotypen für zu <em>Diskriminierung</em>.</li>
</ul>
</ul>
<h4>Funktion von Stereotypen:</h4>
<p align="left">Stereotype sind generische Wissensstrukturen, die uns helfen:</p>
<ul>
<li>neue Informationen zu strukturieren</li>
<li>neue Informationen zu vereinfachen</li>
<li>neue Informationen zu interpretieren und über sie hinaus zu gehen</li>
<li>vergangene Ereignisse zu rekonstruieren</li>
<li>Erwartungen über die Zukunft zu entwickeln</li>
<li>unser Selbstwertgefühl aufrecht zu erhalten<br />
→ vgl. abwärts gerichtete soziale Vergleiche</li>
</ul>
<p align="left">Stereotype beeinflussen die Aufmerksamkeit während Kodierung, Enkodierung, Verarbeitung und Abruf von Informationen.</p>
<p align="left">Stereotype sind oft nicht so „fehlerhaft“, sondern stimmen scheinbar häufig mit „tatsächlichen Unterschieden“ überein. Allerdings Kausalität schwer zu bestimmen (→ Selbsterfüllende Prophezeiung!)</p>
<p align="left"><strong>Stereotype und Eindrucksbildung</strong>:</p>
<p align="left">Police Officers‘ Dilemma (Payne 2001):</p>
<ul>
<li><em>Auslöser</em>:<br />
Bei einer Personenkontrolle 1998 wird ein Schwarzer mit 41 Schüssen getötet: Trotz „Don‘t Move!“ wollte er seinen Pass aus der Tasche ziehen, was als Ziehen einer Waffe von den Polizisten interpretiert wurde.<em><br />
→ Frage</em>: Hätten Polizisten bei einem Weißen anders gehandelt?</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Verlauf</em>:<br />
Vpn wird zunächst als Prime ein Foto eines weißen bzw. eines schwarzen Mannes gezeigt (200ms). Nach Unterbrechung durch eine Maske am Bildschirm wird ein Bild einer Pistole oder eines Akkuschraubers gezeigt (200ms). Die Vpn sollen entscheiden, ob es sich bei dem zweiten Bild um eine Waffe oder ein Werkzeug handelt.<br />
→ AV: Korrekte Zuordnung und Dauer zwischen Bild und Entscheidung.</li>
</ul>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Police-officers-dilemma.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Police officers dilemma" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Police-officers-dilemma-400x205.jpg" alt="" width="400" height="205" /></a></p>
<h4 align="left"></h4>
<h4 align="left">Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen:</h4>
<ul>
<li><em>Soziale Kategorisierung:</em><br />
Stereotype fungieren als Hilfsmittel der sozialen Wahrnehmung. Um die komplexen Informationen der Umwelt erfassen zu können, organisieren diese die Umwelt, indem sie einzelne Objekte zu Gruppen zusammenfassen.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Rechtfertigungstheorie</em>:<br />
Vorurteile können aufgrund entstehen des verschiedenen sozialen oder ökonomischen Status von Menschen und Gruppen entstehen und dienen der ranghöheren Gruppe als Rechtfertigung für ihr Position.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Ingroup-Bias</em>:<br />
Überbewertung der eigenen bei gleichzeitiger Abwertung der Fremdgruppe.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Frustration und Aggression</em>:<br />
Durch Angsterleben und Frustration kann Feindseligkeit entstehen, wenn für diese Leidenssituation kein Verantwortlicher zu benennen ist (vgl. Kap. 5.). Dann werden „Sündenböcke“ gesucht, auf die die aggressiven Verhaltens-weisen übertragen werden (displaced aggression o. „scapegoating“), z.B.:<br />
Ausländer die den Deutschen die Arbeitsplätze „wegnehmen“.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Realistic Group Conflict Theory</em><em>:</em><br />
Vorurteile entstehen aus der Konkurrenz von mehreren Gruppen um knappe Ressourcen. Je größer die Knappheit umso mehr Vorurteile entstehen.<em></em></li>
</ul>
<ul>
<li><em>Bedürfnis nach Status und Gruppenzugehörigkeit:</em><br />
Um das eigene Selbstbild als überlegen wahrzunehmen, sind andere Menschen notwendig, die unterhalb des eigenen Ranges sind.<br />
→ vgl. Bedürfnispyramide nach Maslow<em></em></li>
</ul>
<ul>
<li><em>Illusion der Reaktanz auf Andersartigkeit (</em><em>vgl. Spotlight-Effekt):</em><br />
Menschen gehen fälschlicherweise davon aus, dass andere auf ihre empfundene Andersartigkeit reagieren.<br />
→ Experiment von Kleck &amp; Strenta (1980):<br />
<em>Verlauf</em>: Zunächst werden Vpn „verunstaltet“ (mit Schminke übertrieben im   Gesicht angemalt). Anschließend wird diese „Verunstaltung“ wieder rückgängig gemacht (Abschminken) und daraufhin sprechen die Vpn mit einer neutralen Person (Konfident). KG wurde nicht „verunstaltet“.<br />
<em>Ergebnis</em>: Die EG beschreibt das Verhalten ihres Gesprächspartner als herablassend, distanziert und angespannt.  Anders als die KG, die in ihrer Beschreibung des Gegenübers eher neutral blieb.</li>
</ul>
<ul>
<li>Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen durch <em>Verfügbarkeitsheuristiken </em>(à vgl. 3.8):<br />
Extreme können leichter aus dem Gedächtnis abgerufen werden und können daher das Bild einer Gruppe dominieren.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Korrelationsillusion</em>:<br />
Treten zwei ungewöhnliche Ereignisse gleichzeitig auf, so zieht dies mehr Aufmerksamkeit auf sich, als Situationen mit nur einem oder keinem ungewöhnlichen Ereignis. Zwischen beiden Ereignissen wird ein Zusammenhang vermutet und daraus ein Stereotyp abgeleitet.</li>
</ul>
<ul>
<li>Das „Gerechte-Welt-Phänomen“ (Lerner 1980):<br />
Bezeichnet die Tendenz des Menschen, zu glauben, dass die Welt „gerecht“ ist und jeder bekommt, was ihm zusteht.<br />
Vergleiche auch: <em>Blaming-the-Victim-Phänomen</em>.</li>
</ul>
<h2 align="left"></h2>
<h2 align="left"></h2>
<h2 align="left"><strong>7. Eindrucksbildung </strong></h2>
<p align="left"><em>Zentrale Frage:</em><br />
Wie werden verschiedene Einzelinformationen über eine Person zu einem Gesamteindruck zusammen gesetzt?<br />
→ Je nachdem wie bewusst verfügbar diese Informationen sind, müssen unterschiedliche Messmethoden zur empirischen<br />
Untersuchung genutzt werden</p>
<h4 align="left">Direkte Maße:</h4>
<p align="left">Sie erfordern die <em>bewusste</em> und <em>explizite</em> <em>Beurteilung</em> einer Person.<br />
Beispiele sind:</p>
<ul>
<li><strong>Bewertung</strong> (Rating)</li>
<li><strong>Freie Beschreibung</strong> (Abstract)</li>
<li><strong>Zuordnung</strong> (Assignment)</li>
</ul>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_direkte-Eindrucksmessung.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_direkte Eindrucksmessung" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_direkte-Eindrucksmessung-400x254.jpg" alt="" width="400" height="254" /></a></p>
<p align="left"><strong>Beispiel für Ergebnisse direkter Eindrucksmessung</strong>:</p>
<p align="left">Den <em>zentralen Eigenschaften </em>„warm-“ und „kalt(herzig)“ konnte Asch (1946) folgende Beziehung zu peripheren Eigenschaften zuordnen:</p>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Eindrucksbildung_I.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Eindrucksbildung_I" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Eindrucksbildung_I-400x213.jpg" alt="" width="400" height="213" /></a></p>
<p align="left">Auch die <em>Reihenfolge der Darbietung </em>von Eigenschaften spielt bei der Eindrucksbildung eine Rolle.</p>
<p align="left">Experiment von Asch (1946):</p>
<ul>
<li><em>Verlauf</em>:<br />
Alle Pbn erhalten die gleiche Liste mit Eigenschaften, jedoch in verschiedener Anordnung.<em></em></li>
<li><em>Ergebnis</em>:<br />
<em>Primacy-Effekt </em>auch bei der Eindrucksbildung. Der Gesamteindruck einer Person ist<br />
→ signifikant positiver, wenn die positiven Eigenschaften (z.B. intelligent/fleißig) am Anfang der Darbietung stehen.<br />
→ signifikant negativer, wenn die negativen Eigenschaften (z.B. neidisch) am Anfang der Darbietung stehen.</li>
</ul>
<p align="left"><strong>Zentrale Ergebnisse</strong> von Aschs Untersuchungen:</p>
<p align="left">Nach Asch ist die Eindrucksbildung von folgenden Faktoren abhängig:</p>
<ul>
<li> <em>Hierarchienbildung</em>:<br />
Eigenschaften können zentrale oder auch periphere Bedeutung im Gesamteindruck erhalten.</li>
<li> <em>Zeitliche Strukturierung</em>:<br />
Die Anfangsinformationen haben ein stärkeres Gewicht und beeinflussen die Bedeutung der nachfolgenden Informationen.</li>
<li> <em>Einbettung in den Kontext</em>:<br />
Bedeutungsunterschiede einzelner Eigenschaften in Abhängigkeit von   anderen Eigenschaften.</li>
</ul>
<p align="left">→ Der Mensch bildet sich aus wenigen Eigenschaften einen Gesamteindruck seines Gegenübers. Dem <em>„ersten Eindruck“ </em>kommt dementsprechend eine zentrale Bedeutung in der Eindrucksbildung zu (→ vgl. Gestalttheorie).</p>
<h4 align="left"></h4>
<h4 align="left">Indirekte Maße zur Eindrucksmessung:<strong> </strong></h4>
<p align="left"><em>Indirekte Maße </em>zur Eindrucksforschung wurden insbesondere in neueren Studien ab den 90er Jahren verwendet.<br />
Diese erfordern keine bewusste und ausdrückliche Beurteilung einer Person. Priming-Effekte und Zugänglichkeit zu Informationen sowie die kontextuelle Bedeutungszuschreibung spielen bei diesen Methoden eine große Rolle.</p>
<p align="left"><em>Vorteile</em>:</p>
<ul>
<li>geringe Verfälschbarkeit der Daten</li>
<li>hohe Auswertungsobjektivität im Vergleich zu anderen, älteren indirekten Messverfahren (z.B. Rohrschach-Test)</li>
<li>soziale Erwünschtheit kann relativ gemindert werden</li>
</ul>
<p align="left"><em>Nachteile</em><strong>:</strong></p>
<ul>
<li>Zusammenhang zwischen Operationalisierung und Konstrukt ist nicht immer deutlich: Wird wirklich der Eindruck gemessen?<br />
(geringe Konstruktvalidität)</li>
<li>Auch die Reliabilität der Messverfahren ist relativ gering</li>
</ul>
<p align="left"><strong>Zentrale Ergebnisse:</strong><br />
Personen<em>eigenschaften </em>werden automatisch aus <em>Verhalten</em>sbeschreibungen geschlossen.</p>
<p align="left"><strong>Beispiel und Ergebnisse indirekter Messverfahren</strong>:</p>
<ul>
<li>Lexikalische Entscheidungsaufgabe:<em><br />
Verlauf</em>:<br />
Den Vpn wird auditiv ein Satz (Situationsbeschreibung) dargeboten, z.B.:<br />
EG: „John tritt seiner Freundin beim Tanzen auf die Zehen *.“<br />
KG: „Der Fernseher steht in der hinteren Ecke des Zimmers *.“<br />
Bei * wird den Vpn visuell ein Zielreiz dargeboten, z.B.: „tapsig“.<br />
Anschließend muss per Tastendruck eine Frage beantwortet werden, z.B.: „Ist der Zielreiz ein Wort?“<em></em></li>
</ul>
<p>AV: Reaktionszeit zwischen Zielreiz und Tastendruck.<em></em></p>
<p>Ergebnis:<br />
Reaktionszeit von EG: 1310 ms, von KG: 1430 ms<br />
→ Stimmen Eindruck und Zielreiz überein, gelingt der Zugriff auf bekannte sprachliche Bedeutungsmuster schneller.</p>
<ul>
<li>Wortstamm-Ergänzungsaufgaben (Whitney et al. 1990):<em><br />
Verlauf</em>:<br />
Den Vpn wird ein Satz dargeboten, z.B.:<br />
EG: Satz mit Verhaltensbeschreibung (dispositionale Implikation): „John löst jedes Schachproblem in kurzer Zeit.“<br />
KG: Neutraler Satz: „Der Apfelbaum trägt in diesem Jahr viele Früchte.“<br />
Anschließend sollen die Vpn ein Wort ergänzen, z.B.: I N _ _ _ _ _ _ _ _ _</li>
</ul>
<p><em>Ergebnis</em>:<br />
Dispositionale Eigenschaften, die mit dem gegebenen Reiz in Zusammenhang gebracht werden (z.B. „intelligent“) werden bei EG deutlich häufiger (im Beispiel 31% der Nennungen) als bei KG (im Beispiel 10%) genannt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4 align="left">Gedächtnismaße zur Eindruckmessung</h4>
<p align="left">Experiment zum <em>Inkonsistenzeffekt</em> (Hastie &amp; Kumar 1979):<em></em></p>
<ul>
<li><em>Verlauf</em>:<br />
Vpn erhalten eine Personenbeschreibung in Form einer <em>Eigenschaftsliste</em> (intelligent, gescheit, schnell, sachkundig, &#8230;). Anschließend werden verschiedene <em>Verhaltensweisen</em> der Person geschildert.<br />
3 mögliche Beziehungen zwischen Eigenschaften und Verhaltensweisen:</li>
</ul>
<ul>
<ul>
<li> <em>kongruent</em> (z.B. „Gewinnt ein Schachturnier.“)</li>
<li> <em>inkongruent</em> (z.B. „Machte dreimal den gleichen Fehler.“)</li>
<li> <em>irrelevant</em> (z.B. „Bestellte einen Cheeseburger zum Essen.“)</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<li><em>AV</em>: Abruf der Verhaltensweisen durch freie Reproduktion</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Ergebnisse</em>:</li>
</ul>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Inkonsistenzeffekt.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Inkonsistenzeffekt" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Inkonsistenzeffekt-400x163.jpg" alt="" width="400" height="163" /></a></p>
<ul>
<li>Zentrale Ergebnisse der Untersuchungen mittels Gedächtnismaß:<strong></strong></li>
<ul>
<li>Das Personengedächtnis beeinflusst den Eindruck von einer Person in hohem Maße.</li>
<li>Dabei können inkonsistente Personenmerkmale besser erinnert werden als konsistente Informationen (<em>Inkonsistenzeffekt</em>).</li>
<li>Je weniger inkonsistente Eigenschaften präsentiert werden, desto besser können diese erinnert werden.</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<li>Gedächtnislücken werden durch Raten in Richtung der <em>Erwartungskonsistenz</em> gefüllt (stereotyp-basiertes Raten, vgl. Zeugenaussagen).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 align="left"><strong>8. Urteilsbildung</strong></h2>
<p align="left">Zur Urteilsbildung (= Vorgang, der zur Feststellung eines Ergebnisses führt) werden auch im sozialen Kontext <em>Heuristiken</em> zu Hilfe genommen.<em></em></p>
<p align="left"><em>Definition Heuristik</em>:<br />
Eine Heuristik ist „eine kognitive Faustregel, die Menschen verwenden, um zu einem Urteil zu gelangen. Heuristiken liefern zwar häufig zutreffende Ergebnisse, wegen ihres vereinfachenden Charakters aber nicht immer. Soziale Stereotype können als Beispiele für Heuristiken angesehen werden.“ (Jonas et al. 2007, 114)</p>
<p align="left">→ Anhand der Regeln und Prinzipien, die durch Heuristiken repräsentiert werden, sind wir in der Lage schnelle soziale Urteile zu fällen, die jedoch nicht immer korrekt sein müssen. Heuristiken werden vor allem dann deutlich, wenn sie versagen, also wenn Urteilsverzerrungen und -fehler auftreten.</p>
<p align="left">Zu den häufigsten Heuristiken zählen u.a.:</p>
<ul>
<li>Repräsentativitätsheuristiken</li>
<li>Ankerheuristiken</li>
<li>Verfügbarkeitsheuristiken</li>
<li>Gefühlsheuristiken</li>
</ul>
<p align="left">Zudem wird die Urteilsbildung von Framing-Effekten und der Logik der Konversation beeinflusst.</p>
<h4 align="left">Repräsentativitätsheuristik</h4>
<ul>
<li>Def. <em>Repräsentativität</em>:<br />
Repräsentativität ist der geschätzte Grad an Übereinstimmung zwischen einer Stichprobe und der dazugehörigen Grundgesamtheit.</li>
</ul>
<ul>
<li>Repräsentativität und Urteilsbildung:<br />
Im sozialen Urteil lassen wir uns häufig von Repräsentativitätsheuristiken leiten und vernachlässigen zusätzliche Informationen (vgl. zentrale und periphere Merkmale). Dabei werden die Regeln der Wahrscheinlichkeit verletzt, wenn konjunkte Eigenschaften für wahrscheinlicher gehalten werden als einzelne Eigenschaften.</li>
</ul>
<h4 align="left">Ankerheuristik</h4>
<ul>
<li>Def. <em>Anker</em>:<br />
Vorhandene Elemente einer kognitiven Operation beeinflussen deren   Ergebnis, indem neue Informationen untergewichtet werden. Diese vorhandenen Elemente bilden Verankerungspunkte der Urteilsbildung,   an denen die Operation festgemacht wird.</li>
</ul>
<ul>
<li>Beispiel: Anker und juristische Urteile (Englich &amp; Mussweiler, 2001):</li>
</ul>
<ul>
<ul>
<li><em> Verlauf</em>:<br />
16 Richtern mit langer Berufserfahrung, wird ein Vergewaltigungsdelikt geschildert. Zudem wurde Ihnen mitgeteilt, dass ein Informatikstudent ein Strafmaß von 12 Monaten (Gruppe 1) bzw. von 32 Monaten (Gruppe 2) vorschlagen würde. Die Richter sollten vorgeblich die Angemessenheit des Vorschlags beurteilen.<br />
AV: Richter setzen selbst ein Strafmaß fest.</li>
<li><em> Ergebnis</em>:  Niedriger Anker: 28 Monate, hoher Anker: 35 Monate.</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<li>Beispiel: Anker und Verhandlungen (Mussweiler &amp; Galinsky 2002):</li>
</ul>
<ul>
<ul>
<li><em>Grundlage</em>:<br />
Verhandlungssituationen sind typischerweise von großer Informationsunsicherheit geprägt.<br />
Ankerheuristik  →   beliebiger Wert beeinflusst Ergebnis der Verhandlungen. Effekt ist robust gegen Expertise und Plausibilität!</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<ul>
<li><em>Untersuchungsdesign</em>:<br />
38 Dyaden (MBS-Studenten an einer amerikanischen Business-School) verhandeln Verkauf eines Pharmakonzerns. Dabei übernehmen sie entweder die Rolle des Käufers oder die des Verkäufers.<br />
Informationen für beide:<br />
Kaufpreis 15 Mio $ vor 3 J.; Schätzwert vor 2 Jahren 19 Mio $;<br />
ähnliches Objekt ist gerade für 26 Mio $ verkauft worden</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<ul>
<li><em>2&#215;2 Design </em>(→ 4 mögliche Paarungen):</li>
</ul>
</ul>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_BATNA.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_BATNA" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_BATNA-400x155.jpg" alt="" width="400" height="155" /></a></p>
<ul>
<ul>
<li>„Best alternative to a negotiated agreement“ (BATNA), hier:<br />
Für Käufer: Neubau kostet 25 Mio, dauert 1 Jahr<br />
Für Verkäufer: Abwicklung bringt 17 Mio.</li>
</ul>
</ul>
<ul>
<ul>
<li><em>Ergebnis</em>:<br />
Erstes Angebot durch Käufer: Ø-Ergebnis: ca. 20 Mio. $<br />
Niedriges Angebot durch Käufer (Ø: 16,5 Mio.$): Verkäufer assoziiert zunächst die Argumente, die einen niedrigen Preis rechtfertigen. Auf diesem Wissen basiert anschließend die Verhandlung.<br />
Erstes Gegenangebot durch Verkäufer:    Ø  22,9 Mio.$ (ohne BATNA), Ø  24,8 Mio.$ (mit BATNA)Erstes Angebot durch Verkäufer: Ø-Ergebnis: ca. 25 Mio. $<br />
Hohes Angebot durch Verkäufer (Ø 26,6 Mio.$): Käufer assoziiert zunächst die Aspekte, die für einen hohen Preis sprechen.<br />
Erstes Gegenangebot durch Käufer: Ø  21,3 Mio.$ (ohne BATNA), 18,2 Mio.$ (mit BATNA)</li>
</ul>
</ul>
<h4 align="left">Verfügbarkeitsheuristik</h4>
<p align="left"><em>Definition</em>:<br />
Sollen Urteile gefällt werden, orientieren sich Menschen häufig an den schnell verfügbaren Informationen. Dabei wird jedoch nicht immer berücksichtigt, ob diese Informationen auch auf einer repräsentativen Auswahl bestehen.</p>
<p align="left">Die Verfügbarkeit ist u.a. von folgenden <em>Effekten</em> abhängig:</p>
<ul>
<li> <em>Recency-Effekt: </em>Informationen, die erst vor kurzem aktiviert wurden</li>
<li> <em>Frequenz-Effekt: </em>Informationen, die häufig aktiviert werden</li>
<li> <em>Kontext-Effekt: </em>Information wurde in ähnlichem Kontext aktiviert</li>
<li> <em>Priming-Effekte: </em>Primes rufen korrelierende Informationen hervor</li>
<li> <em>Peak-End-Rule: </em>Längere Ereignisse werden im Nachhinein vor allem nach besonderen Einzelereignissen und Ereignissen am Ende beurteilt</li>
<li> <em>Moodcongruent-Recall: </em>In schlechter Stimmung können eher negat. Erinnerungen abgerufen werden, u. umgek.</li>
</ul>
<p align="left">Beispiel: „Famous Name“-Experiment (Tversky &amp; Kahnemann 1973)</p>
<ul>
<li><em>Verlauf</em>:<br />
Liste mit Namen von Männern und Frauen wird dargeboten. Gleich viele Männer und Frauen. Dabei werden die männlichen Namen mit Namen von Prominenten gemischt, die Frauennamen sind unbekannt – und umgekehrt.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>AV</em>: Einschätzen, ob die Liste mehr Männer- oder mehr Frauennamen enthält.</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Ergebnis</em>: Vpn überschätzen (bis zu 80%) den Anteil der Gruppe, die mit prominenten Namen vermischt wurde.</li>
</ul>
<ul>
<li>Zudem ist auch die <em>Leichtigkeit</em>, mit der verfügbare Informationen abgerufen werden können ausschlaggebend für die Anwendung von Verfügbarkeitsheuristiken.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Gefühlsheuristik</h4>
<p align="left">Definition:<br />
Urteile, die unter Zeitdruck oder starkem sozialen Einfluss gefällt werden müssen, werden häufig eher auf der Basis von Emotionen denn auf Basis rationeller Überlegungen getroffen.</p>
<p align="left">Beispiel: <em>Spotlight-Effekt </em>(Gilovich et al. 2000):</p>
<ul>
<li><em>Verlauf</em>:<br />
Vpn sollten mit auffälligem T-Shirt (Portrait von Barry Manilow) in Seminarraum gehen. Zuvor Einschätzung, wie vielen Personen das T-Shirt auffallen würde.</li>
</ul>
<ul>
<li>Ergebnis:<br />
Anzahl weit überschätzt (Emotionen als Anker).</li>
</ul>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Spotlight-Effect.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Spotlight-Effect" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/11/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Spotlight-Effect-373x300.jpg" alt="" width="373" height="300" /></a></p>
<h4 align="left">Weitere Einflüsse auf die Urteilsbildung:</h4>
<ul>
<li>Framing-Effekte:<br />
Das Antwortverhalten bei gezielte Fragestellung und das damit verbundene Urteil kann stärker von der Formulierung und der Einbettung in die Fragestellung abhängen, als von den konkreten Inhalten.</li>
</ul>
<ul>
<li>Logik der Konversation:<br />
Wenn Menschen Fragen beantworten und Urteile fällen sollen, dann gehen sie auch immer auf die vermutete Intention des Fragestellers ein. Diese Intention erschließen sie aus dem Kontext der Kommunikation.</li>
</ul>
<ul>
<li>Soziale Erwünschtheit:<br />
Auch in Urteilen streben Menschen danach, bestimmten Normen und Regeln gerecht zu werden. Daher werden auch Urteilsheuristiken von diesen Effekten beeinflusst.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Literatur</h2>
<p>Lehrbücher:</p>
<ul>
<li>Aronson, E., Wilson, T.D. &amp; Akert, R.M. (2008). <em>Sozialpsychologie</em>. München: Pearson Studium.</li>
<li>Baron, R. A., Branscombe, N. &amp; Byrne, D. (2008). <em>Social Psychology</em>. Boston: Pearson.</li>
<li>Bierhoff, H.-W. &amp; Frey, D. (Hrsg.)(2006). <em>Handbuch der Sozialpsychologie und Kommunikationspsychologie</em>. Göttingen: Hogrefe.</li>
<li>Gerrig, R. &amp; Zimbardo, P. (2008). <em>Psychologie</em>. München: Pearson.</li>
<li>Jonas, K., Stroebe, W. &amp; Hewstone, M. (Hrsg.) (2007). <em>Sozialpsychologie</em>. Heidelberg: Springer.</li>
<li>Marmet, O. (2006). <em>Ich und du und so weiter. Kleine Einführung in die Sozialpsychologie</em>. Weinheim: Beltz.</li>
<li>Werth, L. &amp; Mayer, J. (2008). <em>Sozialpsychologie</em>. Berlin: Spektrum.</li>
</ul>
<p>Weitere Quellen und Literatur erhalten Sie gerne auf Anfrage oder in unseren <a title="Literatur" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/literatur">Literaturempfehlungen</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#top" rel="nofollow">Nach oben</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/lexikon">Zurück zur Übersicht</a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/sozialpsychologie-soziale-kognition/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mehrgenerationaler Ansatz</title>
		<link>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/mehrgenerationaler-ansatz</link>
		<comments>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/mehrgenerationaler-ansatz#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 15:52:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>
		<category><![CDATA[Familienrekonstruktion]]></category>
		<category><![CDATA[Familientherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Genogramm]]></category>

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<p style="text-align: center;"><a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/wp-content/uploads/2011/10/hahnzog-systemische-beratung_Mehrgenerationaler-Ansatz.pdf" target="_blank">Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung: Mehrgenerationaler Ansatz</a></p>
<p>&#160;</p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/lexikon">Zurück zur Übersicht</a> oder Artikel online lesen:</p>
<p>&#160;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Die mehrgenerationale Perspektive</h1>
<p align="right"><em> </em></p>
<p align="right"><em>„Ein System ist ein Gebilde  von wechselseitig voneinander abhängigen Einheiten.“</em>&#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/mehrgenerationaler-ansatz" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></p>]]></description>
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<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/lexikon">Zurück zur Übersicht</a> oder Artikel online lesen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Die mehrgenerationale Perspektive</h1>
<p align="right"><em> </em></p>
<p align="right"><em>„Ein System ist ein Gebilde  von wechselseitig voneinander abhängigen Einheiten.“</em></p>
<p align="right">(Ivan Boszormenyi-Nagy)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bei diesem Ansatz des systemischen Arbeitens stehen die Verbindungen, Erwartungen und Loyalitäten zwischen den Mitgliedern einer Familie im Zentrum des Betrachtens. Dabei sind insbesondere die Vorgänger-Generationen der Familie im Fokus und Ziel ist es herauszufinden, welche „Vermächtnisse“ von den Eltern, Großeltern etc. übernommen wurden. Solche „Erbschaften“ – beispielsweise   Familiengeheimnisse, Trauer, Tod verborgene Verbindungen, erfüllte/nicht erfüllte Erwartungen oder Aufgaben u.v.m – können Verhaltensweisen und Symptome entstehen lassen, die zu Problemen und Störungen führen, obwohl sie eigentlich nicht Aufgabe des Betroffenen sind bzw. waren.</p>
<p>Gerade solche Momente in denen gegen Loyalitäten verstoßen wird, stellen häufig Erlebnisse von vermeintlicher Schuld dar, deren Auswirkungen auch erst eine oder zwei Generationen später zum Ausdruck kommen können. Ziel ist es daher in diesem Ansatz der systemischen Therapie und Beratung, die „Konten“ auszugleichen, auf denen die „Schulden“ und „Verdienste“ der einzelnen Beteiligten „notiert“ sind.</p>
<p>Eine der Hauptmethoden in diesem Ansatz ist das Arbeiten mit <em>Genogrammen</em>. Dabei handelt es sich um stammbaum-ähnliche Darstellungen des Familiensystems. In diesem Genogramm werden alle Daten über Verwandte und Vorfahren notiert, die noch auffindbar sind, insbesondere Namen, Geburts-, Hochzeits- und Sterbedatum, Trennung oder Scheidung. Auch wird die Art der Beziehung der Personen eingezeichnet, wobei sich beispielsweise folgende Symbole und Kennzeichnungen anbieten:</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/wp-content/uploads/2011/10/genogramm.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-906" title="genogramm" src="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/wp-content/uploads/2011/10/genogramm-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p>Ein Genogramm kann z.B. hinsichtlich folgender Merkmale betrachtet werden:</p>
<ul>
<li>Familienstruktur:<br />
Familienzusammensetzung, Geschwister-konstellationen etc. und die Auswirkungen dieser Beziehungen auf Rollen, Normen und Erwartungen.</li>
<li>Generationsübergreifende, sich wieder-holende Verhaltens- und Erlebensmuster.</li>
<li>Häufung von kritischen Lebensereignissen, Jahrestagsreaktionen, Reaktionen auf gesellschaftliche Ereignisse.</li>
<li>Beziehungsmuster, -dreicke, Grenz-verletzungen (à vgl. struktureller Ansatz)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zur Veranschaulichung ein Genogramm von Carl-Gustav Jung:</p>
<p style="text-align: right;"> <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/wp-content/uploads/2011/10/Genogramm_Jung.gif"><img class="aligncenter size-medium wp-image-907" title="Genogramm_Jung" src="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/wp-content/uploads/2011/10/Genogramm_Jung-400x240.gif" alt="" width="400" height="240" /></a></p>
<p style="text-align: right;" align="right"><span style="font-size: xx-small;">Abb. aus McGoldrick, M. &amp; Gerson, R. (1990). Genogramme in der Familienberatung. Hans Huber: Bern.</span></p>
<p> Für die Arbeit mit Genogrammen ist es dabei gar nicht entscheidend, ob die Informationen, über die der Klient verfügt „tatsächlich“ zutreffen: Die <em>subjektive Wirklichkeitskonstruktion</em> (à vgl. narrativer Ansatz, Kybernetik) ist entscheidend für das Erleben und Verhalten des Einzelnen. Dennoch ist es hilfreich, für die Erstellung eines Genogramms so viele Informationen, Dokumente, Zeitzeugen, Fotos etc. zu berücksichtigen. Die Klienten werden daher im Vorfeld i.d.R. aufgefordert, alle lebenden Verwandten nach ihrer Perspektive der Familiengeschichte zu befragen. Nicht selten löst diese Recherche-Arbeit im Vorfeld einige Konflikte und auch Lösungen aus: „Die Mauer des Schweigens wird gebrochen.“ Für die Vorbereitung ist daher ausreichend Zeit einzuplanen (2-3 Monate).</p>
<p>Eine Möglichkeit der Umsetzung des mehrgenerationalen Ansatzes ist zudem die sogenannte „<em>Familienrekonstruktion</em>“. Dabei handelt es sich um eine ausführliche Skulpturarbeit (à vgl. erlebnisorientierter Ansatz) auf der Basis des Genogramms sowie der Informationen, Mythen, Familiengeheimnisse und –schätze, die bei der Entwicklung desselben entstanden sind.</p>
<p>Die Lösung von Problemen kann in diesem Setting u.a. dadurch entstehen, dass symbolhaft diejenigen Aufgaben/Erbschaften zurückgegeben werden, die nicht dem Klienten „gehören“. Dies sind meist Aufträge die Vorfahren zu Lebzeiten nicht erfüllt haben (z.B. Konflikte mit den eigenen Eltern zu klären), die jedoch auch nicht der Nachfolgegeneration gehören.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sozialpsychologie: Soziale Interaktion</title>
		<link>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/sozialpsychologie-soziale-interaktion</link>
		<comments>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/sozialpsychologie-soziale-interaktion#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jul 2011 10:07:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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<p>&#160;</p>
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<p>&#160;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Ausgewählte Aspekte der Sozialpsychologie:</h3>
<h1>Soziale Interaktion</h1>
<h4>Inhaltsübersicht</h4>
<ol>
<li><strong></strong>Aggressives Verhalten</li>
<li>Prosoziales Verhalten</li>
<li>Interpersonale Attraktion und intime Beziehungen</li>&#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/sozialpsychologie-soziale-interaktion" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></ol>]]></description>
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Sozialpsychologie &#8211; Soziale Interaktion<br />
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<p>&nbsp;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Ausgewählte Aspekte der Sozialpsychologie:</h3>
<h1>Soziale Interaktion</h1>
<h4>Inhaltsübersicht</h4>
<ol>
<li><strong></strong>Aggressives Verhalten</li>
<li>Prosoziales Verhalten</li>
<li>Interpersonale Attraktion und intime Beziehungen</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<h2>1. Aggressives Verhalten</h2>
<p>Definition &#8211; Baron &amp; Richardson (1994):</p>
<p>„Aggression ist jede Form von Verhalten, das darauf abzielt, einem anderen Lebewesen zu schaden oder es zu verletzen, wobei dieses Lebewesen motiviert ist, eine solche Behandlung zu vermeiden.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Konsequenzen:</p>
<ul>
<li>Aggression ist durch die ihr zugrunde gelegte <strong>Motivation</strong> <em>nicht</em> durch die Konsequenzen definiert.</li>
<li>Notwendige Voraussetzung ist das <strong>Wissen</strong> darum, dass das gezeigte Verhalten schädigen kann. Ansonsten basiert das Verhalten und die bewirkte Schädigung auf Versehen, Fahrlässigkeit oder Unfähigkeit.</li>
<li>Es handelt sich nicht um Aggression, wenn die Schädigung auf Wunsch der geschädigten Person ausgeführt wurde (<strong>Perspektivendivergenz</strong>).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unterkategorien:</p>
<ul>
<li>körperliche vs. verbale,</li>
<li>spontane vs. reaktive,</li>
<li>individuelle vs. intergruppale,</li>
<li>instrumentelle vs. feindselige Aggression</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Funktionalität:</p>
<ul>
<li>soziale Identität und Sicherung des Selbstwerts</li>
<li>Soziale Anpassung und Anerkennung</li>
<li>Erlangen knapper Güter</li>
<li>Schädigung</li>
<li>Evolutionärer Erfolg</li>
<li>Verteidigung, Beseitigung aversiver Ereignisse</li>
</ul>
<h3><strong>Entstehung</strong></h3>
<h4> a)    Philosophische Theorien zum Menschenbild:</h4>
<ul>
<li> <strong>Nicollo Macchiavelli (1469 – 1527)</strong>:<br />
Der Mensch ist von Natur aus schlecht. Zugleich hat er jedoch als zentrale Triebfeder das Streben nach mehr und kann daher sozialisiert werden.</li>
<li><strong>Thomas Hobbes (1588 – 1679)</strong>:<br />
„Homo homini lupus“ – Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf – daher kann ein friedliches gemeinsames Zusammenleben nur durch Gesellschaftsverträge gesichert werden.</li>
<li><strong>John Locke (1632 – 1704)</strong>:<br />
Der Mensch ist getrieben von Egoismus, Leidenschaft und Rachsucht.</li>
<li><strong>Jean-Jaques Rousseau (1712 – 1778)</strong>:<br />
Der Mensch ist von sich aus gut und wird erst durch Erziehung verändert.</li>
<li><strong>Sigmund Freud (1856 – 1939)</strong>:<br />
Zwei Triebe als ambivalente Gegenstücke  des Verhaltens: Eros vs. Thanatos</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h4>b)    Biologische Theorien:</h4>
<ul>
<li><strong>Verhaltensforschung</strong>:<br />
„Dampfkesselmodell“ (K. Lorenz) = Aggression entsteht aus der Summe aggressiver Energie, die durch einen externen Reiz hervorbricht.<br />
Psychologisch widerlegt (z.B. mehrfache Aggression, etc.)</li>
<li><strong>Genetik</strong>:<br />
Genetischer Einfluss vorhanden, jedoch geringer als Umwelteinflüsse</li>
<li><strong>Hormonelle Einflüsse</strong>:<br />
Sowohl <strong>Testosteron</strong> als auch <strong>Cortisol </strong>zeigen keine eindeutigen, universellen Einflüsse auf aggressives Verhalten.</li>
<li><strong>Physiologische Einflüsse</strong>:<br />
Substanzen wie Alkohol begünstigen aggressive Verhaltensweisen (Selbstaufmerksamkeit und Situationsbeurteilung werden beeinträchtigt).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h4>c)    Psychologische Theorien (Auswahl):</h4>
<ul>
<li><em>Frustrations-Aggressions-Hypothese</em> (Miller et al. 1939)<strong><br />
Frustration</strong> (Blockierung einer zielgerichteten Aktivität) löst verschiedene Reaktionen aus, u.a. Aggression. Ob Aggression oder andere Alternativen die Frustrationsreaktion darstellen, hängt von Person- und Umweltvariablen ab, z.B. Flucht- oder Erstarrungsreaktion („fight, flight oder freeze“).<br />
Allerdings: Aggression ist dominante Reaktion auf Frustration.Kann die Frustrationsquelle nicht erreicht werden, so kann es zu einer <strong>Aggressionsverschiebung</strong> kommen, die sich gegen eine leichter zugängliche oder weniger bedrohliche Person richtet (Zielsubstitution) oder auf eher indirekte Art geäußert wird (Reaktionssubstitution).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><em>Theorie der aggressiven Hinweisreize</em>, „Situative Cues“ (Berkowitz 1967)<br />
Beeinflusst wird die aggressive Reaktion u.a. von <strong>aggressiven Hinweisreizen &#8211; </strong>Waffeneffekt (Berkowitz et al. 1967): Zuvor frustrierte Vpn, reagierten aggressiver, wenn neben ihnen eine Pistole lag, als Vpn der KG, neben denen ein Federballschläger lag.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li><em>operante Konditionierung</em>(Skinner 1948)Definition und Abgrenzung:<br />
Beim „<strong>instrumentellen Lernen</strong>“ oder „<strong>Operanten Konditionieren</strong>“ werden Lernprozesse beschrieben, bei denen die Ereignisse von der Ausführung einer Aktion abhängen. Im Unterschied zum Klassischen Konditionieren, bei dem der US unabhängig von der CR auftritt.<br />
Hier wird S-R-Beziehung statt S-S-Beziehung gelernt!<strong>Gesetz des Effekts </strong>(Edward L. Thorndike 1898):<br />
Thorndike untersuchte an Katzen, wie schnell sie sich aus Käfigen („puzzlebox“) befreien konnten. Das Lernen basiert hierbei auf dem Prozess des „trial and error“. Die Befreiungsversuche wurden immer kürzer, daraus folgerte Thorndike:<br />
Folgt auf ein Verhalten eine befriedigende Konsequenz, so erhöht sich die Auftretenswahrscheinlichkeit dieses erfolgreichen (verstärkten) Verhaltens.Verstärkung<strong><br />
festigt</strong>die Assoziation zwischen Verhalten und KonsequenzLöschung<strong><br />
schwächt</strong>diese AssoziationBestrafungunterdrückt nur das Auftreten des Verhaltens (die <strong>Performanz</strong>), die <strong>Kompetenz</strong> (die Fähigkeit, im Prinzip das Verhalten zu zeigen) bleibt bestehen. Fällt die Bestrafung weg, tritt das zuvor gezeigte Verhalten schnell wieder auf.<br />
Bestrafung ist keine gute Methode der Verhaltenskontrolle.<br />
Will man unerwünschtes Verhalten eliminieren muss man Löschungsbedingungen herstellen. Außerdem die Gefahr der klassischen Konditionierung negativer Emotionen (Wut, Hass, Schmerz, Trauer) mit strafender Person als CS.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Konsequenzen für Pädagogik, Führung u. Kommunikation</strong>:</p>
<p>Wenn Bestrafung zur Verhaltenskontrolle eingesetzt wird, dann:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>kurze Dauer der Bestrafung</li>
<li>geringe Intensität (Vermeidung klassisch konditionierter aversiver Emotionen mit Erziehungsperson als CS</li>
<li>keine körperliche Züchtigung (Vermeidung klassisch konditionierter aversiver Emotionen mit Erziehungsperson als CS)</li>
<li>sollte auf Situation beschränkt bleiben, in der das unerwünschte Verhalten auftritt (diskriminative Hinweisreize beachten)</li>
<li>unmittelbare Kontingenz beachten (nicht: „Warte bis Papa nach Hause kommt.“)<strong></strong><strong></strong></li>
<li><strong>Wichtig</strong>: Aufzeigen leicht durchführbarer Verhaltensalternativen, die mit positiver Verstärkung einher gehen (vgl. <a title="Konstrukives Feedback" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/konstrukives-feedback" target="_blank">konstruktives Feedback</a>)<strong>.</strong></li>
</ul>
</blockquote>
<ul>
<li><em>Modelllernen</em> (Bandura 1977)</li>
</ul>
<p>Leitgedanke:</p>
<p>Erfahrungen über Verhaltens-Verstärkungskontingenzen braucht nicht jeder Mensch persönlich zu machen, sondern kann sie <strong>per Beobachtung </strong>sammeln und der Steuerung seines eigenen Verhaltens zugrunde legen.</p>
<p>Definition:<br />
Beobachtungslernen beschreibt den Erwerb oder die Veränderung von Verhaltensweisen durch Beobachtung eines <strong>sozialen Modells </strong>      (Vorbildes), welches entweder real oder symbolisch, beispielsweise durch Film, Fernsehen, Text etc. gegeben sein kann.</p>
<p>Modelllernen ist <strong>am erfolgreichsten</strong>, wenn:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>beobachtet wird, dass das Modell für sein Verhalten verstärkt wird.</li>
<li>das Modell als positiv wahrgenommen wird (z.B. wenn es beliebt erscheint, über Macht verfügt, respektiert wird).</li>
<li>der Beobachter Ähnlichkeiten zwischen sich und dem Modell wahrnimmt (z.B. Modell hat ähnliche Hobbies, Fähigkeiten, Beruf).</li>
<li>das Verhalten des Modells sichtbar und auffällig ist (Figur-Grund Gliederung).</li>
<li>die Kompetenz des Beobachters ausreicht, das Modellverhalten nachzuahmen (Handlungen können neu sein, müssen aber in ihrer Komplexität dem jeweiligen Entwicklungsstand angepasst sein.)</li>
</ul>
</blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Konsequenz für Erziehungs- und Führungsverhalten</strong>:<br />
Sich des eigenen Modellverhaltens bewusst sein und sich dementsprechend verhalten: „Live what you preach.“</p>
<ul>
<li><em>Erregungsübertragung</em> (Zillmann 1978)</li>
</ul>
<p>Grundlage:<br />
Erhöhte physiologische Erregung (engl. „arousal“ &#8211; z.B. körperliche Erschöpfung, Hunger, Durst etc.) kann aggressive Reaktionen (egal welcher Ursache) verstärken.</p>
<ul>
<li><em>Theorie der Errungsübertragung</em> (Excitation-Transfer):</li>
</ul>
<p>Die Theorie geht davon aus, dass erhöhte Erregung die Aggressionsbereitschaft steigert, auch in Situationen, die nicht Ursache der Erregung sind. Dabei kann eine Resterregung aus früheren Situationen zur Erregung aus der aktuellen Situation additiv hinzukommen.</p>
<p>Je unklarer die Ursache für die körperliche Erregung, desto stärker der Effekt der Erregungsübertragung.</p>
<ul>
<li><em>Kognitiv-Neoassoziationistisches Modell</em> (Berkowitz 1993)</li>
</ul>
<p>Grundlagen:<br />
Theoretisches Modell, dass den Zusammenhang zwischen <strong>negativem Affekt </strong>und <strong>aggressivem Verhalten </strong>beschreibt.</p>
<p>Es werden insbesondere <strong>Gedächtnis- und Bewertungsprozesse </strong>berücksichtigt. Demnach kann ein negativer Affekt zu zwei möglichen Gedächtnissystemen führen, die wiederum eine spezifische Reaktion zur Folge haben („fight or flight“).</p>
<p>Einfache Assoziationen sind entscheidend für die Art der Reaktion.</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung_Kognitiv-Neoassoziationistisches-Modell.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Kognitiv-Neoassoziationistisches-Modell" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung_Kognitiv-Neoassoziationistisches-Modell-400x192.jpg" alt="" width="400" height="192" /></a></p>
<p>Nicht  die Situation an sich, sondern erst die Assoziationen und Kognitionen führen zu Aggression!</p>
<p><strong>Kritik</strong>: Dritte basale Angstreaktion („freeze“) wird nicht berücksichtigt.</p>
<h4> d) Personale Bedingungen:</h4>
<ul>
<li><strong> Aggression als trait (stabiles Persönlichkeitsmerkmal)</strong>:<br />
Zeitliche Stabilität vergleichbar mit der von Intelligenzwerten. Dadurch ist bei sehr hohen und sehr niedrigen Werten zukünftiges aggressives Verhalten relativ gut vorhersagbar.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Feindselige Attributionsstile</strong>:<br />
Tendenz, mehrdeutiges Verhalten anderer Personen als Ausdruck feindseliger Absicht zu interpretieren. à „culture of honour“</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Geschlechterunterschiede</strong>:<br />
Kriminalstatistiken belegen ein einen starken Männerüberhang bei Gewaltverbrechen. Die Stärke des Geschlechtseffekts ist jedoch von mittlerer Größenordnung und zudem für verbale Aggression geringer als für körperliche.</li>
</ul>
<h4>e) situative Bedingungen:</h4>
<ul>
<li><strong>Alkohol</strong>:<br />
Spielt eine wichtige Rolle bei Gewaltverbrechen, insbesondere Mord, häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch, sexueller Gewalt, Partnergewalt und intergruppaler Gewalt (aggressionsfördernde Wirkung auch bei anderen psychogenen Substanzen, u.a. Koffein!).<br />
Allerdings starke intraindividuelle Unterschiede (à Persönlichkeitsfaktoren).</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Temperatur</strong>: <strong>Hitzehypothese</strong> (Anderson et al. 2000):<br />
Gewaltverbrechen im Sommer häufiger als im Winter. Jedoch Einfluss des unterschiedlichen Sozialverhaltens.</li>
</ul>
<p>In Laborexperimenten ließen sich keine eindeutigen Ergebnisse belegen:<br />
Anstieg von aggressivem Verhalten bei steigender Temperatur (u.a. auch bei Schwüle, Schmerz, Gestank), jedoch sinkt die Aggressionstendenz ab 30° C wieder.</p>
<h4>f)    Mediale Gewaltdarstellung:</h4>
<p>Empirische Untersuchungen (Labor-, Längsschnitt-, Korrelationsstudien) belegen, dass die Wahrscheinlichkeit aggressiven und gewaltsamen Verhaltens durch Gewalt in den Medien sowohl kurz- als auch langfristig erhöht wird.</p>
<p>Jedoch sind die Effektstärken ziemlich gering.</p>
<p>Wirkung:</p>
<ul>
<li><em>Accessibility</em>: Leichtigkeit für den Zugriff auf aggressive Muster erhöht.</li>
<li><em>Soziale Lernprozesse</em>: Großteil der dargestellten aggressiven Verhaltensweisen wird belohnt oder bleibt unbestraft.</li>
<li><em>Habituation</em>: Mitgefühl mit den Leiden von Gewaltopfern wird durch langfristigen medialen Gewaltkonsum verringert.</li>
<li>Entwicklung eines <em>feindseligen Attributionsstils</em> bei mehrdeutigen Situationen wird gefördert.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>2. Prosoziales Verhalten</strong></h2>
<p>Definitionen</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung_Prosoziales-Verhalten.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Prosoziales Verhalten" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung_Prosoziales-Verhalten-221x300.jpg" alt="" width="221" height="300" /></a></p>
<ul>
<li><strong>Helfen</strong>:<br />
Handlungen, die die Absicht verfolgen, die Situation des Hilfeempfängers zu verbessern.</li>
<li><strong>Prosoziales Verhalten</strong>:<br />
Hilfeverhalten, das nicht durch berufliche oder private Verpflichtungen motiviert ist und nicht von einer Organisation ausgeführt wird. Begrenzte Ausnahmen: Wohltätigkeitsorganisationen.</li>
<li><strong>Altruismus</strong>:<br />
Prosoziales Verhalte, dessen oberstes Ziel darin besteht, einer anderen Person zu nützen, und persönliche Ziele nachrangig sind.</li>
</ul>
<h4>Sozialer Einfluss:</h4>
<p><strong>Variablen der sozialen Situation </strong>haben den größten Einfluss darauf prosoziales Verhalten zu behindern oder zu verhindern:</p>
<ul>
<li><em>Effekt der Anzahl (Verantwortungsdiffusion) </em>(Darley &amp; Latané 1968):<br />
Einfluss der Gruppengröße auf das Hilfeverhalten: Je größer die Anzahl der Gruppenmitglieder, desto geringer Wahrscheinlichkeit dafür.<br />
Hintergrund: Jeder Einzelne glaubt, dass nicht die ganze Verantwortung alleine auf ihm lastet – er „teilt“ diese mit den anderen Zeugen.</li>
</ul>
<ul>
<li>„<em>Nothing has happend</em>“:<br />
<em>Implizite Modellierung </em>durch das Verhalten der anderen Zeugen: Die Zeugen sind sich gegenseitig Modell für Passivität, „Nichts-Tun“ wird zu einer sozialen Norm (<em>Pluralitische Ignoranz</em>)</li>
</ul>
<ul>
<li><em>„Fear of embarrassment“</em>:<br />
Aus Angst, sich zu blamieren, entsteht Verlegenheit. Dies spielt insbesondere dann, wenn die Zweifel daran erfolgreich zu sein hoch       sind.  Der gleiche Effekt tritt ein, wenn die Situation irrtümlich als gefährlich eingeschätzt werden könnte (<em>Bewertungsangst</em>).</li>
</ul>
<ul>
<li><em>Eile</em>:<br />
Je stärker potenzielle Helfer unter Zeitdruck stehen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie helfen.</li>
</ul>
<p>Hilfeverhalten im Notfall: <strong>Rahmenmodell des Hilfeverhaltens </strong>(Darley &amp; Latané 1968):</p>
<p>a)   <em> Erkenne die Situation</em></p>
<p>b)  <em>  Interpretiere die Situation als Notsituation</em></p>
<p>Hilfsbedürftigkeit muss eindeutig signalisiert sein und auch Kontextreize  müssen für Notsituation sprechen vgl. Attributionsprozesse!</p>
<p>Problem: Pluralistische Ignoranz:<br />
„Die anderen helfen nicht, also gibt es auch keine Notsituation.“</p>
<p>c)    <em>Übernehme persönliche Verantwortung</em></p>
<p>Problem: <em>Verantwortungsdiffusion</em></p>
<p><em></em>d)    <em>Wähle einen Weg, um zu helfen</em></p>
<p>e)    Führe die Entscheidung aus!</p>
<p>Voraussetzung: Möglichkeit und Fähigkeit zur Hilfeleistung.</p>
<p>Nur wenn alle fünf Stufen erfolgreich absolviert werden, kommt es zu Hilfeverhalten.</p>
<p>Weitere Einflussvariablen: Kosten-Nutzen-Rechnung, Gerechte-Welt-Phänomen, Einfluss von Stereotypen etc.</p>
<h4><strong>Entstehung</strong> von prosozialem Verhalten</h4>
<p>a)    <em>Der evolutionäre/soziobiologische Ansatz</em>:</p>
<p>Prosoziales Verhalten gegenüber Verwandten (Träger ähnlicher Genkombinationen) erhöht eine erfolgreiche Verteilung der eigenen Gene in die nächste Generation. Die Bereitschaft zur Hilfeleistung steigt mit dem Grad der Verwandtschaft.</p>
<p>Problem: Keine interindividuellen und kontextabhängigen Unterschiede.</p>
<p><em> </em></p>
<p><em>b)    </em><em>Reziproker Altruismus<br />
</em>Hintergrund: Prosoziales Verhalten erhöht die eigene Überlebenschance. Nutzen der geleisteten Hilfe: Chance, selbst Hilfe zu erhalten, ist erhöht.</p>
<p><em></em>Bedingungen: Vertrauen, Stabilität in die Gruppenmitgliedschaft, Dauerhaftigkeit der Gruppe, hohe gruppeninterne Wiedererkennbarkeit.</p>
<p>Kulturunabhängige Reziprozitätsnormen:<br />
Menschen sollen denen helfen, die ihnen geholfen haben.<br />
Menschen sollen die nicht verletzen, die ihnen geholfen haben.</p>
<p>c)    <em>Der individualistische Ansatz</em>:</p>
<p>Hilfreiches Verhalten wird weniger durch genetische Bedingungen, sondern eher durch soziales Lernen erworben.</p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em>Effekte der Emotion</em>:<br />
Im Allgemeinen fördert <em>positive Stimmung </em>die Bereitschaft zur Hilfeleistung. Die Auswirkungen der positiven Stimmung sind zeitlich nur sehr begrenzt jedoch stärker und beständiger als die Effekte negativer Stimmung.</p>
<p>Auch <em>negative Affekte </em>können prosoziales Verhalten hervorrufen:<br />
Interpersonelle Schuld (empfundene Verantwortung für das Leiden eines anderen) erhöht prosoziales Verhalten und trägt in der Regel dazu bei, dass persönliche Beziehungen aufrecht erhalten werden.</p>
<p>Zudem: Das Leid anderer erzeugt negative Gefühle, diese werden durch Hilfeleistung verringert.</p>
<p>Allerdings: Traurigkeit senkt die Bereitschaft zur Hilfeleistung.</p>
<p><em>Persönlichkeitsfaktoren</em>, die prosoziales Verhalten vor allem bedingen:</p>
<ul>
<li> Empathie</li>
<li> soziale Verantwortung</li>
<li> internale Kontrollüberzeugung</li>
<li> Glaube an eine gerechte Welt</li>
<li> positives Selbstwergefühl</li>
</ul>
<h4>Besondere Perspektiven von Hilfeverhalten:</h4>
<ul>
<li><strong>Kompetitiver Altruismus</strong>:<br />
Sich gegenseitig an Altruismus in der Öffentlichkeit übertreffen, um in der Rangliste höher zu steigen und selbst besseren Zugang zu Ressourcen zu bekommen.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Konsequenzen von Hilfe:<br />
</strong>Hilfe erhalten wird nicht immer positive wahrgenommen. Wenn Hilfe nicht benötigt wird oder der Selbstwert unter der Zuhilfenahme von Unterstützung verringert wird, kann implizieren, dass der Hilfeempfänger schwach und bedürftig ist.</li>
</ul>
<h4>Voraussetzung für erfolgreiche Hilfeleistung:</h4>
<ul>
<li>Reduktion von Ambiguität („Ich brauche jetzt Hilfe.“)</li>
<li>konkrete Verantwortlichkeit herstellen („Ich brauche deine Hilfe.“)</li>
<li>Identifikation mit Hilfsbedürftigem fördern („Versetz dich in meine Lage.“)</li>
<li>Aktivierung von Normen</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2>3. Interpersonale Attraktion und intime Beziehungen</h2>
<p>Grundlagen:</p>
<ul>
<li><strong>Affiliation</strong>:<br />
Die Tendenz, die Gesellschaft anderer Menschen zu suchen,  selbst wenn wir uns ihnen nicht besonders nahe fühlen.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Attraktivität</strong> – Zwischenmenschliche Anziehung:<br />
Positive Gefühle gegenüber einer anderen Person einschließlich der Tendenz, die Gegenwart des anderen zu suchen.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Bindungstheorie</strong> (John Bowlby, 1969):<br />
Affiliation ist eine angeborene Verhaltenstendenz, die dazu führt, dass Neugeborene bei Gefahrensituationen engen Kontakt zu ihrer Mutter suchen und so eine enge Beziehung aufbauen. Durch Verhaltensweisen wie Lächeln und Schreien erhöhen sie ihre Überlebenschancen.</li>
</ul>
<p>Je sicherer diese Bindungserfahrung, desto stabiler die Grundlage für intime Beziehungen im Erwachsenenalter</p>
<h4>Theorie des sozialen Vergleichs (Festinger):</h4>
<p>Hypothese:</p>
<p>Menschen suchen den Kontakt zu den Personen, mit denen sie sich am besten vergleichen können, um Informationen über ihre eigenen Emotionen und  ihr effektivstes Verhalten zu erhalten.</p>
<p>Insbesondere folgende Grundannahmen bedingen soziale Vergleiche:</p>
<ul>
<li>Menschen haben das Bedürfnis, sich ein realistisches Bild von der Welt zu machen – die eigene Persönlichkeit eingeschlossen.</li>
<li>Wenn objektive Vergleiche nicht möglich sind, findet sozialer Vergleich statt.</li>
<li>Ein Grundmotiv des Menschen ist es, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu verbessern.</li>
<li>Personen mit ähnlichen Eigenschaften/Hintergrund bieten die meisten Informationen für soziale Vergleiche (Peer comparison).</li>
<li>Menschen sind motiviert Einstellungsdissonanzen zu anderen zu reduzieren.</li>
</ul>
<h4>Soziale Unterstützung – vier Komponenten (House 1981):</h4>
<p>Attraktivität erfüllt unter anderem den Zweck, soziale Unterstützung einfacher und erfolgreicher zu erhalten. Hierbei kann die Art der Unterstützung in vier verschiedenen Komponenten differenziert werden:</p>
<ul>
<li>Emotionale Unterstützung (sich umsorgt, geliebt und geschätzt fühlen)</li>
<li>Einschätzungsunterstützung (Rückmeldung, wie man Objekte bewertet)</li>
<li>Informationale Unterstützung (Informationen zu Objekten erhalten)</li>
<li>Instrumentelle Unterstützung (konkrete Hilfe erhalten)</li>
</ul>
<h4><strong>Einsamkeit:</strong></h4>
<p>Affektive Reaktion auf das subjektiv empfundene Defizit von Anzahl und Art sozialer Beziehungen. Es werden differenziert (Weiss 1975):</p>
<ul>
<li>Nichtvorhandensein eines vertrauten Partners→ emotionale Einsamkeit</li>
<li>Nichtvorhandensein unterstützender Freunde sowie fehlende Einbettung  ein soziales Netz → soziale Einsamkeit</li>
</ul>
<p>Emotionale Einsamkeit kann kaum durch Freunde oder soziale Netzwerke kompensiert werden (vgl. Bindungstheorie).</p>
<p>Epidemiologische Untersuchungen belegen: Erhöhte Sterblichkeit im Alter bei sozialer Einsamkeit (insbes. Männer).</p>
<h4><strong> Entstehung von Freundschaften &#8211; Räumliche Umwelt:</strong></h4>
<p>Räumliche Nähe erleichtert die Entstehung von Freundschaften (Festinger et al. 1950, Back et al. 2008):</p>
<ul>
<li>Weniger (räumliche) Hürden für die Entwicklung einer Freundschaft.</li>
<li>Größere Wahrscheinlichkeit für mehr Informationen über andere Personen.</li>
<li>Möglichkeit gemeinsame Interessen und Einstellungen zu entdecken eher gegeben als bei räumlicher Distanz.</li>
<li>Mere-Exposure-Effekte à Intensives Menschliches Zusammensein</li>
<li>Nicht zuletzt:<br />
Je mehr räumliche Nähe &#8211; auch bedingt durch Institutionen, Regionen, Veranstaltungen, die wiederum ähnliche Einstellungen ermöglichen &#8211; desto höher die Wahrscheinlichkeit, sich zu begegnen.</li>
<li>Ähnlichkeit von Einstellungen:</li>
</ul>
<p>Ähnlichkeit in Bezug auf Alter, Familienstand, Ethnie, Intelligenz und insbesondere in Bezug auf Einstellungen begünstigen Freundschaften.</p>
<p>Heymans &amp; Wiersma (1905):<br />
Menschen sind häufiger mit Partnern verheiratet, die ähnliche Einstellungen (z.B. in Bezug auf: Essen &amp; Trinken, Politik und Religion).</p>
<p>Byrne (1971) – Attraktionsparadigma:<br />
Zwischenmenschliche Anziehung ist direkt proportional zu der   Ähnlichkeit der Einstellungen zwischen den Personen.<br />
Zentrale Wirkung: Klassische Konditionierung durch emotionale Reaktion       auf Einstellungsäußerung.</p>
<p>Neben Vertrautheit ist <strong>physische Attraktivität</strong> eine starke Determinante von Sympathie:</p>
<ul>
<li>„What is beautiful is good“-Stereotyp:<br />
Attraktiven Personen werden bessere Eigenschaften zugeschrieben.</li>
<li>Halo-Effekt: Attraktivität überstrahlt andere Eigenschaften</li>
<li>Self-fulfilling-prophecies</li>
<li>Determinanten der physischen Attraktivität:</li>
</ul>
<p>Symmetrie</p>
<blockquote>
<ul>
<li>„Babyface“-Stereotyp bei Frauen (Zebrowitz 1997):</li>
<li>große Augen, rundes Gesicht, schmale Nase und Kinn.</li>
<li>Evolutionsbiologische Perspektive: Attraktiv sind solche Merkmale, die die<br />
Chance auf erfolgreiche Reproduktion erhöhen</li>
<li>Übereinstimmung mit aktuellen Normen der Attraktivität</li>
</ul>
</blockquote>
<h4><strong> Komponenten einer Liebesbeziehung (Sternberg 1988):</strong></h4>
<ul>
<li><strong>Intimität: </strong>Vertrauen, Nähe, Verbundenheit, Wärme und Selbstöffnung</li>
<li><strong>Leidenschaft: </strong>Physische Erregung, sexuelle Anziehung, starke Gefühle</li>
<li><strong>Bindung: </strong>Kurzzeitig: Entscheidung, eine Person zu lieben Langfristig: Bindung, Aufrechterhaltung</li>
</ul>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung_Dreiecksmodell-der-Liebe.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Dreikomponentenmodell der Liebe" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung_Dreiecksmodell-der-Liebe-347x300.jpg" alt="" width="347" height="300" /></a></p>
<p>Arten von Liebe nach der Dreieckstheorie (Sternberg 1988):</p>
<ul>
<li><strong>Nicht-Liebe</strong>: Weder Intimität noch Leidenschaft noch Bindung</li>
<li><strong>Mögen</strong>: Starke Vertrautheit, aber geringe Leidenschaft und Bindung</li>
<li><strong>Romantische Liebe</strong>: Intimität u. Leidenschaft, geringe Bindung (à Flirt)</li>
<li><strong>Vernarrtheit</strong>: Starke Leidenschaft, aber geringe Intimität und Bindung</li>
<li><strong>Alberne Liebe</strong>: Leidenschaft und Bindung, jedoch geringe Vertrautheit</li>
<li><strong>Leere Liebe</strong>: Intensive Bindung, geringe Leidenschaft und Vertrautheit</li>
<li><strong>Kumpelhafte Liebe</strong>: Vertrautheit und Bindung, geringe Leidenschaft</li>
<li><strong>Vollendete / Vollkommene Liebe </strong></li>
</ul>
<p>Bindungsstile nach Bartholomew &amp; Horowitz (1991):</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung_Bindungsstile.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung_Bindungsstile" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung_Bindungsstile-400x134.jpg" alt="" width="400" height="134" /></a></p>
<p>Personen mit sicherem Bindungsstil:</p>
<p>sind weniger eifersüchtig; können leichter um Unterstützung bitten; haben weniger Angst, verlassen zu werden; neigen dazu Partnern stärker zu vertrauen; haben stabilere und befriedigende Beziehungen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<h4>Festlegung (Commitment) auf einen Partner:</h4>
<p>Folgende Faktoren erhöhen die subjektiv empfundene Zufriedenheit der Partner in einer Liebesbeziehung &#8211; Investment-Modell (Rusbult &amp; Buunk, 1993):</p>
<ul>
<li><strong>Hohe Zufriedenheit</strong>:<br />
Hohe Erträge aus Partnerschaft, erhöhen Zufriedenheit und Festlegung</li>
<li><strong>Geringe Qualität der Alternativen</strong>:<br />
Geringe Chancen auf bessere Alternativen (alternative Partner, Alleinleben, Substitution durch Freunde, Beruf etc.) erhöhen Festlegung.</li>
<li><strong>Höhe der Investitionen</strong>:<br />
Je höher die Investition (Zeit und Energie, Opfer bringen, Freundeskreis aufbauen, gemeinsame Erinnerungen, Hobbies, Besitztümer) in die Partnerschaft, desto höher die Festlegung.</li>
</ul>
<h4> Trennen – Verlassen – Scheidung:</h4>
<p><strong>Risikofaktoren</strong>, die eine Trennung/Scheidung begünstigen:</p>
<ul>
<li>Junge Paare, die zum ersten Mal heiraten</li>
<li>„Egocentric-Bias“: Eigenes Verhalten ist sowohl Grund als auch Ziel de Verhaltens des Partners</li>
<li>Nach den ersten fünf Jahren einer Ehe nimmt das Risiko einer Scheidung signifikant ab.</li>
<li>Kinder</li>
<li>Mangelnde Konfliktbewältigung und negative Kommunikation</li>
<li>Übertragung von beruflichen Problemen auf die Partnerschaft</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Literatur</h2>
<p>Lehrbücher:</p>
<ul>
<li>Aronson, E., Wilson, T.D. &amp; Akert, R.M. (2008). <em>Sozialpsychologie</em>. München: Pearson Studium.</li>
<li>Baron, R. A., Branscombe, N. &amp; Byrne, D. (2008). <em>Social Psychology</em>. Boston: Pearson.</li>
<li>Bierhoff, H.-W. &amp; Frey, D. (Hrsg.)(2006). <em>Handbuch der Sozialpsychologie und Kommunikationspsychologie</em>. Göttingen: Hogrefe.</li>
<li>Gerrig, R. &amp; Zimbardo, P. (2008). <em>Psychologie</em>. München: Pearson.</li>
<li>Jonas, K., Stroebe, W. &amp; Hewstone, M. (Hrsg.) (2007). <em>Sozialpsychologie</em>. Heidelberg: Springer.</li>
<li>Marmet, O. (2006). <em>Ich und du und so weiter. Kleine Einführung in die Sozialpsychologie</em>. Weinheim: Beltz.</li>
<li>Werth, L. &amp; Mayer, J. (2008). <em>Sozialpsychologie</em>. Berlin: Spektrum.</li>
</ul>
<p>Weitere Quellen und Literatur erhalten Sie gerne auf Anfrage oder in unseren <a title="Literatur" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/literatur">Literaturempfehlungen</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Eine Systemische Perspektive von Beratung</title>
		<link>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/eine-systemische-perspektive-von-beratung</link>
		<comments>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/eine-systemische-perspektive-von-beratung#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 14:29:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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<p>&#160;</p>
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<p>&#160;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left"><strong>Die systemische Perspektive<br />
von Beratung und Psychotherapie</strong></h1>
<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeichnete &#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/eine-systemische-perspektive-von-beratung" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></p>]]></description>
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left"><strong>Die systemische Perspektive<br />
von Beratung und Psychotherapie</strong></h1>
<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeichnete sich das wissenschaftliche Weltbild durch eine stark mechanische Perspektive aus. Menschliche Verhaltensweisen wurden als mechanische und linear-kausale Ergebnisse von herkunftsbedingten oder lern-theoretischen Dimensionen betrachtet (Ursache → Wirkung).</p>
<p><br clear="ALL" /> Über Soziologie, Wirtschaftswissenschaften und Psychologie begann in den 30er bis 50er Jahren des 20. Jhdt. ein Paradigmenwechsel hin zu einer Systemtheorie, die komplexere Zusammenhänge der Entstehung und Auswirkung menschlichen Verhaltens ermöglichte. Ausgehend von der Analyse technischer Systeme wurden „<strong>Regelkreise</strong>“ beschrieben, in welchen die Systemkomponenten in wechselseitiger Abhängigkeit zueinander stehen (auch: <strong>Kybernetik 1. Ordnung</strong>). Ein technisches Standardbeispiel hierfür ist die gegenseitige Abhängigkeit von Thermostat und Heizung:</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik-400x174.jpg" alt="" width="400" height="174" /></a></p>
<p align="left">Zwischen beiden Systemkomponenten besteht eine wechselseitige Abhängigkeit:<br />
Die Wärme der Heizung wirkt auf das Thermostat, das ab einer bestimmten Einwirkung die Heizung deaktiviert, wodurch die Wärme nachlässt und ab einem bestimmten Grenzwert wiederum das Thermostat veranlasst wird, die Heizung zu aktivieren, usw.</p>
<p>Zudem sind Systeme mehr oder weniger deutlich von einer <strong>Systemumwelt</strong> abzugrenzen, wobei die <strong>Systemgrenze</strong> (im Beispiel: Fenster oder Tür) variabel ist gegenüber weiteren Systemen. Komplexere Systeme als in diesem einfachen Beispiel zeichnen sich wiederum durch weitere Subsysteme aus, die sich wiederum gegenseitig nach mehr oder weniger komplexen <strong>Regeln</strong> gegenseitig bedingen. Dadurch lässt sich einer der klassischen Definitionen der systemischen Perspektive ableiten:</p>
<p><em>„A system is a set of objects together with relationships          </em><br />
<em> between the object und between their attributes.“</em> (Hall &amp; Fagen 1956)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die wechselseitige Beeinflussung der Bestandteile eines Systems sorgt dafür, dass sich immer wieder ein Zustand der Balance einstellt: die <strong>Homöostase</strong>. Insbesondere soziale Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass der Zustand der Homöostase <em>aus sich selbst heraus</em> erzeugt wird – man spricht hierbei von <strong>Autopoiese</strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dies bedeutet allerdings, dass im Rahmen systemischer Beratung keine Steuerung eines Systems von außen, ja wahrscheinlich nicht einmal eine Diagnose oder ein Verstehen des Systems aus der externen Perspektive, möglich ist. Vielmehr sind Berater Teil des Systems und  unter-liegen denselben konstruktivistischen Grundbedingungen (<strong>Kybernetik 2. Ordnung, </strong>vgl. Skript: <a title="Kybernetik und Beratung" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/kybernetik-und-beratung">Kybernetik und Beratung</a>).</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Kybernetik und Beratung</title>
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		<comments>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/kybernetik-und-beratung#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 14:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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<p>&#160;</p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/lexikon">Zurück zur Übersicht</a> oder Artikel online lesen:</p>
<p>&#160;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left"><strong>Kybernetik und Beratung –<br />
Eine zirkuläre Kausalität</strong><strong></strong></h1>
<h4 align="left"><strong>1.    </strong><strong>Begriffsbestimmung</strong></h4>
<p>Nobert Wiener:<br />
Interdisziplinäre Wissenschaft, &#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/kybernetik-und-beratung" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></p>]]></description>
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<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/lexikon">Zurück zur Übersicht</a> oder Artikel online lesen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left"><strong>Kybernetik und Beratung –<br />
Eine zirkuläre Kausalität</strong><strong></strong></h1>
<h4 align="left"><strong>1.    </strong><strong>Begriffsbestimmung</strong></h4>
<p>Nobert Wiener:<br />
Interdisziplinäre Wissenschaft, die die <em>Steuerung</em> und <em>Regelung</em> technischer, menschlicher und sozialer Systeme untersucht.</p>
<p>Beispiel: Regelkreis von Thermostat und Heizung (vgl. Artikel/Skript: <a title="Eine Systemische Perspektive von Beratung" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/eine-systemische-perspektive-von-beratung" target="_blank">Systemische Beratung</a>):</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik1.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik1-400x174.jpg" alt="" width="400" height="174" /></a></p>
<p>→ Zentraler Aspekt kybernetischer Theorien: <em>Zirkularität</em>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>2.    Bedeutende Konstrukte:</h4>
<h5>a) Kausalität</h5>
<ul>
<li>Klassische Kausalität:</li>
</ul>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik_klassische-Kausalit%C3%A4t.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik_klassische Kausalität" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik_klassische-Kausalit%C3%A4t.jpg" alt="" width="303" height="60" /></a></p>
<ul>
<li><strong>Zirkuläre Kausalität:</strong></li>
</ul>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik_zirkul%C3%A4re-Kausalit%C3%A4t.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik_zirkuläre Kausalität" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_Organisationsberatung_Kybernetik_zirkul%C3%A4re-Kausalit%C3%A4t.jpg" alt="" width="769" height="151" /></a></p>
<h5>b) Trivialität</h5>
<ul>
<li>Triviale Maschinen:<br />
arbeiten nach einer festgelegten Regel, die einen Zustand in den anderen überführt.<br />
→ „Verhalten“ ist absolut (in allen Variablen) analysierbar!</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Nicht-triviale Maschinen:<br />
</strong>haben zudem Regeln, welche diese festgelegten Regeln verändern –eine „Maschine in der Maschine.“ (Foerster)<br />
→ „Verhalten“ ist nicht determiniert!</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h5>c) Balance und Struktur</h5>
<ul>
<li><strong>Homöostase / Attraktor</strong>:<br />
Gleichgewichtszustand, der durch Feedback sichergestellt wird.<br />
Folgerungen:<br />
→ „Schmetterlingseffekt“<br />
→ Selbstorganisation nicht-trivialer Systeme</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Autopoiese:</strong><br />
Fähigkeit lebender Systeme, sowohl die Elemente aus welchen Sie bestehen als auch ihre eigene Struktur aus sich selbst heraus zu erzeugen.<br />
Folgerungen:<br />
→ Autonomie<br />
→ operationale Geschlossenheit</li>
</ul>
<p><strong><br clear="all" /> </strong></p>
<h4>3.    Kybernetik sozialer Systeme</h4>
<ul>
<li>Menschen und Soziale Systeme sind <em>nicht-triviale Systeme, </em>die sich durch eine <em>kommunikative Interaktion </em>auszeichnen:<br />
→ Ohne Kommunikation wären sie nur „Haufen“.</li>
</ul>
<ul>
<li>Menschliche Verhaltensweisen sind durch <em>Rückkopplungen</em> mit Ihrem System und Ihrer Umwelt gekennzeichnet.</li>
</ul>
<ul>
<li>Soziale Systeme funktionieren nach <em>vergleichbaren Mustern</em>, egal welcher Größe sie sind oder aus welchen Mitgliedern sie sich zusammensetzen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Soziale Systeme sind durch einen <em>dynamischen Prozess der stetigen Veränderung</em> <em>und Entwicklung</em> gekennzeichnet.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h4>4.    Kybernetik zweiter Ordnung</h4>
<p>Überlegungen zur Kybernetik von Systemen führen zwangsläufig dazu, sich selbst zum Gegenstand der Überlegungen zu machen.</p>
<p>→ Beobachtungsgegenstand der Kybernetik zweiter Ordnung ist der Beobachter und der Beobachtungsprozess.</p>
<p>Folgerungen:</p>
<p>→ Es existieren keine objektiv erkennbaren Systeme.</p>
<p align="left">→ Erkenntnisprozesse unterliegen den Grenzen des Untersuchungskontextes.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>5.    Implikationen: Gestaltung von Beratungsprozessen</h4>
<ul>
<li>Beratung kann lediglich <em>Input liefern </em>und keineswegs einen bestimmten Output sicherstellen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Direktive Veränderungen des Klientensystems sind nicht möglich.<br />
Stattdessen: Rekursiv-zirkuläres Verständnis von Interventionen,<br />
z.B. <em>Technik des zirkulären Fragens </em>im Mailänder Modell<br />
(vgl. Artikel/Skript zum<a title="Zirkulärer Ansatz" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/zirkularer-ansatz" target="_blank"> zirkulären Ansatz</a>der systemischen Beratung)</li>
</ul>
<ul>
<li>Klientensysteme können nur das leisten, was innerhalb ihrer Möglichkeiten liegt.</li>
</ul>
<ul>
<li>Nicht-Trivialität von Berater-Klienten-Systemen:<br />
→ Demut des Beraters vor (Berater-)Klienten-System und auch<br />
→ vor dem Beratungsprozess selbst.</li>
</ul>
<ul>
<li>Haltung für den Berater: Nur <em>Prozessberatung</em> möglich.</li>
</ul>
<ul>
<li>Selbstreflektion des Beraters als bedeutsamer Bestandteil professioneller Beratungsprozesse.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Literatur</h4>
<ul>
<li>Foerster, Heinz von (1993): KybernEthik. Berlin: Merve.</li>
<li>Foerster, Heinz von (1996): Ethik und Kybernetik zweiter Ordnung. Stuttgart: Bibliothek der Feldenkrais-Gilde.</li>
<li>Kriz, Jürgen (2007): Grundkonzepte der Psychotherapie. Weinheim: Beltz.</li>
<li>Malik, Constantin (2010): Ahead of Change. Frankfurt am Main: Campus.</li>
<li>Schlippe, Arist von / Schweitzer, Jochen (2003): Lehrbuch der Systemischen Therapie und Beratung.<br />
Göttingen: Vandenhoeck &amp; Ruprecht.</li>
<li>Walker, Wolfgang (2004): Abenteuer Kommunikation. Stuttgart: Klett-Cotta.</li>
<li>Watzlawick, Paul / Beavin, Janet H. / Jackson, Don D. (2007): Menschliche Kommunikation. Bern: Hans Huber.</li>
<li>Wiener, Norbert (1952): Mensch und Menschmaschine. Frankfurt am Main: Alfred Metzner.</li>
</ul>
<p>Für weitere Vertiefungen in die Systemische Beratung: <a title="Systemische Literatur" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/systemische-literatur">Literaturempfehlungen zur Systemischen Beratung.</a></p>
<p>Darüber hinaus finden Sie in unseren <a title="Literatur" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/literatur" target="_blank">Literaturtipps </a>noch mehr Anregungen zu Themen aus unserem Leistungsspektrum.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#top" rel="nofollow">Nach oben</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/lexikon">Zurück zur Übersicht</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Narrativer Ansatz</title>
		<link>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/narrativer-ansatz</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 12:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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<p style="text-align: center;"><a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog-systemische-beratung_narrativer-Ansatz.pdf" target="_blank">Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung: Narrativer Ansatz</a></p>
<p>&#160;</p>
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<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Die narrative Perspektive</h1>
<p align="right"><em> </em></p>
<p align="right"><em>„Wirklichkeit besteht aus nichts anderem als Geschichten.“</em></p>
<p align="right">(v. Schlippe/Schweitzer)</p>
<p>&#160;&#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/narrativer-ansatz" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></p>]]></description>
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<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Die narrative Perspektive</h1>
<p align="right"><em> </em></p>
<p align="right"><em>„Wirklichkeit besteht aus nichts anderem als Geschichten.“</em></p>
<p align="right">(v. Schlippe/Schweitzer)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aufbauend auf dem lösungsorientierten Modell hat sich unter dem Fokus auf die Kommunikation der Beteiligten der narrative Ansatz entwickelt – Inhalte und Ursachen spielen darin nur eine untergeordnete Rolle, sondern vielmehr die Haltung:<br />
Jeder erzählt sich seine Lebensgeschichte in gewisser Weise selbst und dementsprechend ist es auch möglich, Geschichten neu oder anders zu erzählen und dadurch Veränderungen möglich zu machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein methodisches Beispiel hierfür ist die Übung „<strong><em>Wirklichkeitskonstruktion</em></strong><em>“</em>:</p>
<p>Der Klient soll eine Geschichte schreiben über die von ihm wahrgenommene Wirklichkeit einer Person – wie sie bei ihm ankommt.</p>
<p>Der „Held“ der Geschichte kann der Klient selbst sein (z.B. in der Einzelberatung) oder er kann auch über einen anderen eine Geschichte verfassen (z.B. bei einer Teambildung mit dem ganzen Team). Der Stil der Geschichte, ob als Märchen, Roman, Fabel, Science-Fiction, Zeitungsbericht u.v.m. verfasst, spielt keine eigentliche Rolle, Hauptsache die Phantasie in Verbindung mit der individuellen Wahrnehmung darf frei gestalten. Leitinhalte sind:</p>
<ul>
<li>Titel für die Geschichte finden.</li>
<li>Metaphern über die Person und die Auswirkungen der Person auf den Autor einbauen.</li>
<li>Den „Held“ der Geschichte genau beschreiben, insbesondere seine Ressourcen, Eigenschaften, Wünsche, Gedanken.</li>
<li>Den Kontext zwischen Autor und Held in die Geschichte einbauen.</li>
<li>Ein Happy End formulieren! (Dadurch wird der Schritt aufgezeigt, neue Wege gehen zu können und die bisherige Geschichte, die evtl. immer ein tragisches Ende hatte, neu schreiben zu können.)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein weiteres, wichtiges Instrument insbesondere dieses Ansatzes ist die <strong><em>Externalisierung</em></strong> (vgl. auch die <a title="Zirkulärer Ansatz" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/zirkularer-ansatz" target="_blank">Artikel/Skript zur zirkulären Perspektive der systemischen Beratung</a>). Dabei wird gezeigt, dass ein Problem nicht identisch mit einer Person ist, sondern einen eigenen Stellenwert besitzt:</p>
<p align="center"><em>„Das Problem ist das Problem.“</em> (M. White)</p>
<p>Durch die Zuschreibung eines Problems als Eigenschaft einer Person, hat derjenige oft keine Möglichkeit mehr, dieses Problem zu lösen, da es ja „zu ihm gehört“. Durch eine Externalisierung hat der Klient die Möglichkeit wieder in seiner ganzen Persönlichkeit wahrgenommen zu werden und an dem Problem zu arbeiten – das Problem wird quasi „herausgezogen“.</p>
<p>Beispielsweise wird ein Kind, das nachts einnässt, als „Bettnässer“ bezeichnet – bei einer Externalisierung würde man nun aber von dem Kind sprechen, das von einem „Dreckmonster“ heimgesucht wird, das es dazu bringt, nachts einzunässen.</p>
<p>Der „Böse“ ist nun also nicht mehr der Klient, sondern der externalisierte Teil, im Beispiel: das Dreckmonster. Nun haben Klient und Berater die Möglichkeit die bisherige Geschichte neu zu schreiben und zwar in der Form, dass sie Möglichkeiten finden den externalisierten Teil  (das Dreckmonster) zu besiegen.</p>
<p align="left">Der Externalisierung vorgestellt ist eine ausführliche Anamnese, in der einerseits gefragt wird, welchen Einfluss das Problem auf das Leben der Mitglieder des Systems hat. Andererseits wird genau erkundet, welchen Einfluss umgekehrt die Mitglieder des Systems auf die Existenz/das Überleben des Problems haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Systemische Literatur</title>
		<link>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/systemische-literatur</link>
		<comments>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/systemische-literatur#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 12:56:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Ausgewählte Literatur zu den<br />
Perspektiven systemischer Beratung</h1>
<ul>
<li>Schlippe, Arist von /Schweitzer, Jochen:<br />
<em>Lehrbuch der </em></li>&#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/systemische-literatur" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></ul>]]></description>
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<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Ausgewählte Literatur zu den<br />
Perspektiven systemischer Beratung</h1>
<ul>
<li>Schlippe, Arist von /Schweitzer, Jochen:<br />
<em>Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung</em>.<br />
Vandenhoeck &amp; Ruprecht, Göttingen.</li>
<li>König, Eckard / Volmer, Gerda: <em>Handbuch Systemische Organisationsberatung.</em><br />
Beltz, Weinheim.</li>
</ul>
<ul>
<li>Fischer-Epe, Maren: <em>Coaching – miteinander Ziele erreichen</em>. rororo, Hamburg.</li>
<li>Furmann, Ben / Ahola, Tapani: <em>Die Kunst Nackten in die Tasche zu greifen.<br />
</em>Borgmann, Dortmund.</li>
<li>Hahnzog, Simon: Persönlichkeitsentwicklung beim Übergang vom Studium in den Beruf. Utz: München (siehe auch: <a title="Eigene Publikationen" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/literatur/eigene-publikationen" target="_blank">Literatur</a>)</li>
<li>Minuchin, Salvador: <em>Familie und Familientherapie.</em> Lambertus, Freiburg.</li>
<li>Satir, Virginia: <em>Kommunikation, Selbstwert, Kongruenz</em>. Junfermann, Paderborn.</li>
<li>Schulz von Thun, Friedemann: <em>Miteinander Reden III</em>. rororo, Hamburg.</li>
<li>Selvini Palazzoli, Mara / Boscolo, Luigi / Cecchin, Gianfranco / Prata, Giuliana:<br />
<em>Paradoxon und Gegenparadoxon.</em> Klett-Cotta, Stuttgart.</li>
<li>Walker, Wolfang: <em>Abenteuer Kommunikation</em>. Klett-Cotta, Stuttgart.</li>
<li>Watzlawick, Paul / Beavin, Janet / Jackson, Don:<br />
<em>Menschliche Kommunikation</em>. Huber, Bern.</li>
<li>White, Michael: <em>Maps of Narrative Practice</em>. W.W. Norton, New York.</li>
</ul>
<p>Mehr Literaturempfehlungen finden Sie in unseren <a title="Literatur" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/literatur" target="_blank">Literaturempfehlungen</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Experienteller Ansatz</title>
		<link>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/experienteller-ansatz</link>
		<comments>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/experienteller-ansatz#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 12:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Die experientelle Perspektive</h1>
<p>Der experientelle (oder auch: erlebnisorientierte) Ansatz der systemischen Beratung wurde von &#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/experienteller-ansatz" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></p>]]></description>
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<p>&nbsp;</p>
<p><a title="Lexikon" href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/lexikon">Zurück zur Übersicht</a> oder Artikel online lesen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Die experientelle Perspektive</h1>
<p>Der experientelle (oder auch: erlebnisorientierte) Ansatz der systemischen Beratung wurde von Virginia Satir gemeinsam mit Vertretern der Palo-Alto-Gruppe und des Mental Research Institute begründet, die ursprünglich als Lehrerin und Sozialarbeiterin tätig war. Sie entwickelte ihren eigenen entwicklungsorientierten (oder auch: wachstumsorientierten) Stil, in dem sie zunächst vor allem mit Familien aus sozial schwachen Schichten arbeitete. Im Fokus dieses Ansatzes stehen unter anderem: Nutzung positiver „Energien“, Entwicklung von <strong><em>Wahlmöglichkeiten</em></strong> und <strong><em>kongruente</em></strong> zwischenmenschliche <strong><em>Kontakte</em></strong>.</p>
<p>Satir formulierte eine Reihe von (durchaus streitbaren) <strong><em>Glaubenssätzen</em></strong>, die Grundlage ihrer therapeutischen Arbeit waren. Auch im Rahmen der systemischen Organisations-beratung stellen diese Aussagen hilfreiche Haltungen dar, wie z.B.:</p>
<ul>
<li>Veränderung ist möglich: Wenn eine äußere schwierig ist, ist in immer eine innere Veränderung möglich.</li>
</ul>
<ul>
<li>Wir alle verfügen über innere Ressourcen, die wir brauchen, um unser Leben erfolgreich zu gestalten und um innerlich wachsen zu können.</li>
</ul>
<ul>
<li>Wir verfügen über Wahlmöglichkeiten, besonders wenn es darum geht, in angemessener Weise mit Stress umzugehen, statt einfach nur auf die Situation zu reagieren.</li>
</ul>
<ul>
<li>Beratung sollte sich auf die Gesundheit und die Möglichkeiten der Klienten konzentrieren,<br />
statt auf ihre Pathologie.</li>
</ul>
<ul>
<li>Hoffnung ist ein signifikanter Faktor oder Bestandteil von Veränderung.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die Menschen treten in Beziehung zueinander auf der Grundlage ihrer Gemeinsamkeiten, und sie wachsen aufgrund ihrer Verschiedenheiten.</li>
</ul>
<ul>
<li>Ein Hauptziel von Beratung ist es, dass wir in die Lage versetzt werden, eigenständig Entscheidungen zu treffen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die meisten Menschen ziehen die Vertrautheit dem Sich-Wohlfühlen vor, besonders in Stresssituationen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Das Problem liegt nicht im Problem als solchen, sondern in der Art des Umgangs mit Schwierigkeiten.</li>
</ul>
<ul>
<li>Ereignisse in der Vergangenheit Können wir nicht ändern, aber die Auswirkungen, die sie auf uns haben.</li>
</ul>
<ul>
<li>Gesunde zwischenmenschliche Beziehungen gründen auf Gleichwertigkeit.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diesem Ansatz ist zudem  die „Wiederentdeckung“ des Individuums in der systemischen Therapie und Beratung zuzuschreiben. Er betont die Bedeutung des individuellen <strong><em>Selbstwerts</em></strong> für das Funktionieren des Systems bzw. die Aufrechterhaltung eines Problems. Ein Ansatzpunkt liegt dabei häufig in der Stärkung des Selbstwerts eines Systemmitglieds. Ziel der Beratung ist, das individuelle Bedürfnis nach unabhängigem Wachstum und die Einheit des Systems zu integrieren.</p>
<p>Ein gemindertes Selbstwertgefühl wird den anderen meist nicht direkt mitgeteilt und ist eventuell auch dem Betroffenen selbst gar nicht bewusst. Hingegen werden alternative Handlungsmuster entwickelt, um die individuelle Schwäche in Konfliktsituationen zu überdecken. Im Lauf ihrer Arbeit stellte Satir vier prototypische <strong><em>Konfliktverhaltens-muster</em></strong> und deren mögliche Auswirkungen fest, die jedoch nicht als ausschließlich und umfassend anzusehen sind (vgl. <a title="Schulz von Thun: Miteinander Reden" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/schulz-von-thun-miteinander-reden-i-iii" target="_blank">Kommunikationstypen bei Schulz von Thun</a>):</p>
<h4 align="left">Beschwichtiger:</h4>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Satir_Beschwichtigen.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung-Satir_Beschwichtigen" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Satir_Beschwichtigen-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a></p>
<ul>
<li>Botschaft:<br />
„Es ist alles meine Schuld. – Ich bin nur da, um dich glücklich zu machen.“</li>
<li>Selbsterleben: Angst vor Ablehnung und Verlassenwerden.</li>
<li>Syntax: Gebrauch von Einschränkungen: wenn, nur, gerade, überhaupt<br />
Verwendung vieler Konjunktive: könnte, würde.</li>
<li>Körperhaltung: Zusammengesunken, schwankend, Kopf stark<br />
nach oben gerichtet, Hand bittend nach vorne</li>
<li>Ressourcen: Liebevoll und sensibel.</li>
</ul>
<h4 align="left">Ankläger:</h4>
<p align="left"><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Satir_Anklagen.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung-Satir_Anklagen" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Satir_Anklagen-222x300.jpg" alt="" width="222" height="300" /></a></p>
<ul>
<li>Botschaft:  „Wenn du nicht da wärst, wäre die Welt völlig in Ordnung! –<br />
Du machst nie etwas richtig!“</li>
<li>Selbsterleben: Furcht, dass eigene Schwäche erkannt wird.</li>
<li>Syntax: Universalquantoren: alle, jeder, nie<br />
Unterstellte Kausalzusammenhänge (wenn, dann: weil &#8230;)<br />
Verwendung von negativen Fragen: Warum tun Sie es nicht?<br />
Störung durch Behauptung kausaler Zusammenhänge.</li>
<li>Körperhaltung: Angespannt, verzerrt, flacher, gepresster Atem</li>
<li>Ressourcen: Übernimmt die Führung, Selbstbehauptung</li>
</ul>
<h4 align="left">Rationalisierer:</h4>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Satir_Rationalisieren.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung-Satir_Rationalisieren" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Satir_Rationalisieren-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<ul>
<li>Botschaft: „Bei ruhiger und sachlicher Überlegung kann man feststellen, dass &#8230; .<br />
Alles sollte vernünftig betrachtet werden.&#8221;</li>
<li>Selbsterleben: Angst vor Erregung, Gefühlen und Kontrollverlust.</li>
<li>Syntax:<br />
Gebrauch von Nominalisierungen<br />
Gebrauch von Nomen ohne Bezugsindex: es, man, Leute etc.<br />
Tilgung des Subjekt / Subjektbezuges</li>
<li>Körperhaltung: Unbewegt, gespannt, reaktionsarm</li>
<li>Ressourcen: Intellekt und strategisches Denken.</li>
</ul>
<h4 align="left">Ablenker:</h4>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Satir_Ablenken.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung-Satir_Ablenken" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Satir_Ablenken-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a></p>
<ul>
<li>Botschaft: „Da fällt mir nichts ein, oder &#8211; halt, warten Sie &#8211; gestern<br />
begegnete mir ein Schauspieler, der wusste auch nicht &#8230; .<br />
Ich merke gar nicht, wenn Du mich angreifst.&#8221;</li>
<li>Selbsterleben: Sehnsucht und Angst vor Kontakt</li>
<li>Syntax: Willkürlicher Gebrauch aller drei o.g. Sprachmuster<br />
fehlende Bezüge und Anknüpfungen rasches Wechseln<br />
der obigen Muster</li>
<li>Körperhaltung: Unkoordiniert wirkende Bewegungen von Kopf,<br />
Rumpf, Extremitäten</li>
<li>Ressourcen: Spaß, Spontaneität, Kreativität</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die „gesunde“ Haltung ist der <strong><em>kongruenten Person</em></strong>, die ihre Emotionen und Kognitionen ausreichend wahrnehmen und offen ausdrücken kann. Ihr Selbstwert ist so stabil und gesichert, dass sie sich nicht hinter einer der vier dargestellten Konflikthaltungen „verstecken“ muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine der zentralen Methoden der systemischen Beratung, an deren Entwicklung der experientelle Ansatz (aufbauend auf dem Psychodrama Jakob Morenos) einen großen Anteil hat, ist die <strong><em>Skulptur</em></strong>. Die Skulpturtechnik ist ein Diagnose- und Interventionsinstrument, das eine symbolische Repräsentation des Systems ermöglicht. Dabei werden die Systemmitglieder selbst oder stellvertretende Protagonisten auf einer „Bühne“ zueinander in Beziehung gesetzt. Dies gestattet es den Teilnehmern Beziehungen, Emotionen, Gedanken, Erwartungen und Verdrängungen hautnah zu erfahren und zugleich vorzuzeigen. Das Unausgesprochene, Abgespaltene, Verleugnete kann in einer Skulptur sichtbar gemacht werden. Das Gestalten einer Skulptur ist ein prozesshafter Vorgang und umgeht die an die Sprache gekoppelten Abwehrphänomene – Vorgänge im System werden sinnlich-konkret erlebbar.</p>
<p>Möglichkeiten der Skulpturarbeit sind unter anderem:</p>
<ul>
<li>Einzelskulptur</li>
<li>Paar-Skulptur</li>
<li>Entwicklungs-Skulptur<br />
(vgl. Methode &#8220;Future-Pace&#8221; im Artikel/Skript: <a title="Gesprächsmethoden: Pro" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/gesprachsmethoden-pro" target="_blank">Gesprächsmethoden Pro</a>)</li>
<li>Grenzskulptur<br />
(vgl. Artikel/Skript zum Strukturellen Ansatz der systemischen Beratung)</li>
<li>Familienskulptur</li>
<li>Organisations- /Teamskulptur</li>
<li>Skulptur der inneren Anteile<br />
(vgl.Artikel/Skript zur <a title="Persönlichkeitsorientierter Ansatz" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/personlichkeitsorientierter-ansatz" target="_blank">persönlichkeitsorientierten Perspektive</a> der systemischen Beratung)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mögliche Vorgehensweisen sind u.a.:</p>
<ul>
<li>Outside-In-Skulptur („Ich habe da so ein Bild von Ihnen … .“)</li>
<li>Inside-Out-Skulptur (Ein Systemmitglied stellt das System)</li>
<li>Simultan-Skulptur (alle Systemmitglieder suchen ihren Platz auf der „Bühne“)</li>
<li>Ist-Soll-Skulptur</li>
<li>Ereignisskulptur (vor/während/nach einem wichtigen Ereignis)</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Persönlichkeitsorientierter Ansatz</title>
		<link>http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/personlichkeitsorientierter-ansatz</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 12:42:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lexikon]]></category>

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<p>&#160;</p>
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<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Die persönlichkeitsorientierte Perspektive</h1>
<p>Ressourcenorientierte Persönlichkeitstheorien, die in Anlehnung an obige Modelle und verschiedene Systemtheorien &#8230; <a href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/personlichkeitsorientierter-ansatz" class="read_more">Mehr erfahren ...</a></p>]]></description>
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<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
<h3>Dr. Simon Hahnzog &#8211; Systemische Beratung:</h3>
<h1 align="left">Die persönlichkeitsorientierte Perspektive</h1>
<p>Ressourcenorientierte Persönlichkeitstheorien, die in Anlehnung an obige Modelle und verschiedene Systemtheorien das „innere System“ betrachten, werden unter dem Begriff der <strong><em>multipliziten Persönlichkeitstheorien</em></strong> zusammengefasst. Diese ermöglichen ein systemisches Arbeiten mit Einzelklienten auf der Basis der verschiedenen Ansätze der systemischen Beratung (insbesondere mit der <strong><em>Skulpturtechnik</em></strong> → siehe Artikel/Skript „<a title="Experienteller Ansatz" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/experienteller-ansatz" target="_blank">experienteller Ansatz</a>“ der systemischen Beratung).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hierzu zählen unter anderem die <em>Polydynamische Persönlichkeitstheorie</em> (Hahnzog 2011, vgl. <a title="Eigene Publikationen" href="http://www.hahnzog.de/systemische_therapie/literatur/eigene-publikationen" target="_blank">Literatur</a>) oder das bekannte Modell von Schulz-v.-Thuns „<strong><em>Innerem Team</em></strong>“ – auch Virginia Satir und viele andere entwickelten multiplizite Persönlichkeitstheorien. Durch individuelle Ausgestaltung des Persönlichkeitsgerüsts entsteht ein personenbezogenes Persönlichkeitsbild. Dieses kann beispielsweise dazu genutzt werden, vergessene Ressourcen zu aktivieren, erstarrte Persönlichkeitsstrukturen zu lockern oder individuelle Eigenschaften und aufgaben-orientierte Anforderungen abzugleichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Polydynamische Persönlichkeitstheorie (PDPT) setzt sich aus folgenden Annahmen zusammen:</p>
<ul>
<li>Multiplizite Theorien und die polydynamische Persönlichkeitstheorie im Besonderen nutzen metaphorische Umschreibungen für die Charakterzüge, Fähigkeiten und Eigenschaften des Menschen, um die Persönlichkeit zu beschreiben: <strong>Teile (oder auch Anteile, Aspekte)</strong>, in die die Persönlichkeit des Menschen gegliedert ist.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die Zusammensetzung der Teile ist bei jedem Menschen anders und für ihn <strong>charakteristisch</strong>. Dadurch entsteht die Individualität seiner Persönlichkeit.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die meisten dieser Teile sind <strong>zeitkonsistent</strong>, manche entwickeln sind jedoch erst im Laufe des Lebens oder sind nur <strong>vorübergehend</strong> existent.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die Teile sind <strong>dynamisch</strong> angeordnet und können sich je nach Situation und Herausforderung neu gruppieren.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die Strukturierung und Ordnung der Teile übernimmt das <strong>Selbst</strong>, der innere Kern der Persönlichkeit.</li>
</ul>
<ul>
<li>Jeder Teil der Persönlichkeit steht für konkrete Aufgaben des Verhaltens und Erlebens und stellt in dieser <strong>Funktion</strong> eine Ressource der Persönlichkeit dar. Jeder Teil strebt danach, seine Aufgaben zu erfüllen und seine Ziele zu erreichen.</li>
</ul>
<ul>
<li>Wenn ein Teil über einen zu langen Zeitraum in den Vordergrund rückt oder zu einflussreich bzw. zu lange verleugnet wird, oder wenn das Selbst seine delegierende Funktion nicht wahrnimmt, erstarrt das Teilesystem und es entstehen <strong>Probleme</strong> und <strong>Störungen</strong>.</li>
</ul>
<ul>
<li>Indem eine Person sich ihrer Teile <strong>bewusst</strong> wird, erhöht sie die Möglichkeiten und die Wahrscheinlichkeit, einzelne Teile bewusst einzusetzen oder einzuschränken. Dadurch intensiviert sich die <strong>Handlungsfähigkeit</strong> der Person.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die (un-)bewusste Verdrängung einzelner eigener Eigenschaften kann in drei Stufen differenziert werden:</p>
<p><a href="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Schulz-von-Thun_Inneres-Team.jpg"><img class="aligncenter" title="hahnzog_organisationsberatung-Schulz von Thun_Inneres Team" src="http://www.hahnzog.de/organisationsberatung/wp-content/uploads/2011/07/hahnzog_organisationsberatung-Schulz-von-Thun_Inneres-Team-274x300.jpg" alt="" width="274" height="300" /></a></p>
<ol>
<li>„So bin ich zwar (zum Glück) auch, so sollte ich hier aber lieber nicht auftreten.“<br />
Angst vor der Abwertung anderer, ‚stille Wasser‘.</li>
<li>„So bin ich (leider) auch, aber so sollte ich nicht sein!“<br />
Abwertung (als dumm und unfähig, als moralisch verwerflich oder als „pervers“) erfolgt durch eigene Stammspieler.</li>
<li>„So bin ich nicht!“<br />
Leugnung, Gefahr der Dämonisierung, Somatisierung, Devitalisierung.</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>Innere Führung des „Selbst“ zur Herstellung von (dynamischer) Balance:</p>
<p>Um <strong><em>voll handlungsfähig</em></strong> zu werden, muss das „Selbst“ als zentraler Fixpunkt der Persönlichkeit seiner Führungsrolle nachkommen und die inneren Anteile in eine <strong><em>dynamische Balance</em></strong> bringen, also:</p>
<ul>
<li>Kontrolle (v.a. der Außenwirkung)</li>
<li>Koordination, Moderation der Beiträge</li>
<li>Konfliktmanagement, Polarisierungen klären</li>
<li>Personal- und Teamentwicklung: Förderung einzelner Mitglieder, Integration von Außenseitern, kooperatives Gesamtklima</li>
<li>Personalauswahl und Einsatzleitung: aufgaben- und bedarfsgerechte „Aufstellung“</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Produktive <strong>Kontaktgestaltung der Teammitglieder nach Innen </strong>und letztendliche Selbstklärung erfordert:</p>
<ul>
<li>Erkennen aller, auch der leisen Stimmen à erfordert Zeit</li>
<li>Gewichtung der jeweiligen Stimmen für konkrete Situation.</li>
<li>Hinterfragen der Aktualität (z.B.: Bin ich immer noch dafür zuständig, den gar nicht mehr so neuen MA zu bemuttern).</li>
<li>Und der situativen Legitimität einzelner Mitglieder (z.B.: Ja, ich darf und will hier auch mal egoistisch sein).</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Produktive <strong>Kontaktgestaltung der Teammitglieder nach außen</strong>:</p>
<ul>
<li>Der erstbesten Stimme folgen, ggf. nachbessern oder revidieren. Man kann nur mit dem Arbeiten der da ist – dabei aber nicht vergessen, dass es noch mehr gibt – deren Verbleib im Prozess reflektieren.</li>
<li>Hierfür Zeit erbitten, um es sich zu überlegen.</li>
<li>Bei leichteren Konflikten kann Entscheidungsfindung direkt erfolgen</li>
</ul>
<ul>
<li>Verdeckt: „Kontaktmanager“ hält den Kommunikationspartner so lange mit allgemeinem freundlichen Geplänkel hin.</li>
<li>Entscheidungsprozess offen legen und laut denken.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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<p>&nbsp;</p>
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