{"id":987,"date":"2011-11-09T16:49:43","date_gmt":"2011-11-09T15:49:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/?p=987"},"modified":"2012-03-30T12:25:13","modified_gmt":"2012-03-30T10:25:13","slug":"sozialpsychologie-soziale-kognition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/sozialpsychologie-soziale-kognition","title":{"rendered":"Sozialpsychologie: Soziale Kognition"},"content":{"rendered":"<p>Sie k\u00f6nnen sich diesen Artikel zum Nachlesen und Weiterverarbeiten auch als PDF herunterladen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"padding-left: 60px; width: 420px; height: 60px;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"top\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition.pdf\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-989 alignleft\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Titel_blau\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Titel_blau-132x100.jpg\" alt=\"\" width=\"132\" height=\"100\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Titel_blau-132x100.jpg 132w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Titel_blau-397x300.jpg 397w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Titel_blau.jpg 661w\" sizes=\"auto, (max-width: 132px) 100vw, 132px\" \/><\/a><\/td>\n<td align=\"left\" valign=\"bottom\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition.pdf\" target=\"_blank\">Prof. Dr. Simon Hahnzog:<br \/>\nSozialpsychologie &#8211; Soziale Kognition<br \/>\nherunterladen<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a title=\"Lexikon\" href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/lexikon\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Lexikon\" href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/lexikon\">Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht<\/a> oder Artikel online lesen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Prof. Dr. Simon Hahnzog &#8211; Ausgew\u00e4hlte Aspekte der Sozialpsychologie:<\/h3>\n<h1>Soziale Kognition<\/h1>\n<h4>Inhalts\u00fcbersicht<\/h4>\n<ol>\n<li>Soziale Kognition &#8211; Grundlagen<\/li>\n<li>Der Einzelne im sozialen Kontext: Pers\u00f6nlichkeit und Identit\u00e4t<\/li>\n<li>Soziale Wahrnehmung<\/li>\n<li>Attribution<\/li>\n<li>Automatische Prozesse<\/li>\n<li>Stereotype<\/li>\n<li>Eindrucksbildung<\/li>\n<li>Urteilsbildung<\/li>\n<\/ol>\n<p><!--nextpage--><\/p>\n<h2 align=\"left\"><strong>1. Soziale Kognition &#8211; Grundlagen<\/strong><\/h2>\n<p align=\"left\"><strong>Definition<\/strong>:<\/p>\n<p align=\"left\">\u201eSoziale Kognition untersucht die Schritte im Strom der Gedanken, die sich Menschen \u00fcber andere Menschen machen.\u201c (Fiske 2004)<\/p>\n<p align=\"left\">\u2192 Anhand Untersuchungen zur sozialen Kognition wird Verhalten in sozialen Situationen als Folge von Informationsverarbeitungs-<br \/>\nprozessen betrachtet:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0Wie wird eine \u201eobjektive Situation\u201c in eine \u201esubjektive Realit\u00e4t\u201c transformiert?<\/li>\n<li>\u00a0Wie k\u00f6nnen wir andere Menschen einsch\u00e4tzen?<\/li>\n<li>\u00a0Warum k\u00f6nnen sich solche Beurteilungen \u00e4ndern oder als \u201efalsch\u201c herausstellen?<\/li>\n<li>\u00a0Welche Prozesse bedingen diese Einsch\u00e4tzungen? usw.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 align=\"left\"><strong>Wichtige Konstrukte<\/strong>:<\/h4>\n<p align=\"left\"><em>Kategorie<\/em>:<br \/>\nDas Ergebnis der Kategorisierung von Objekten (Objektkategorie) oder Menschen\/-gruppen (soziale Kategorie).<\/p>\n<p align=\"left\">Daf\u00fcr werden <em>Prototypen <\/em>gebildet:<br \/>\nMentale Modelle der typischen Eigenschaften von Elementen einer Gruppe. Prototypen beschreiben \u201adas typische Mitglied\u2018 einer Kategorie, ein Mitglied, das diese Kategorie am besten repr\u00e4sentiert.<em><br \/>\n<\/em>h\u00e4ufig synonym: <em>Schema<\/em>: Unsere Erwartungen \u00fcber Objekte oder soziale Gruppen.<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Kategorisierung<\/em>:<br \/>\nDie Tendenz, der wir unterliegen, Objekte (einschlie\u00dflich Menschen) aufgrund gemeinsamer charakteristischer Merkmale in diskrete Gruppen einzuteilen.<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Soziale Kategorie<\/em>:<br \/>\nEine soziale Kategorie \u201eist die Gruppierung zweier oder mehrerer unterscheidbarer sozialer Objekte, die als gleich behandelt werden.\u201c (Leyens &amp; Dardenne, 1996, 113).<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Stereotyp<\/em>:<br \/>\nSoziale Prototypen werden als Stereotype bezeichnet:<br \/>\nGeneralisierung \u00fcber eine Gruppe von Menschen, bei der man praktisch allen Mitgliedern der Gruppe identische Eigenschaften zuschreibt, ohne Beachtung gegebener Variation unter den Mitgliedern.<\/p>\n<p align=\"left\">\u2192 Bestehende Kategorien\/Schemata beeinflussen die Information, die wahrgenommen wird, indem der Mensch bereits vorhandene<br \/>\nInformationen in seinem kognitiven System aktiviert.<\/p>\n<h4 align=\"left\">Soziale Kategorien:<\/h4>\n<p align=\"left\">Primitive und umfassende Kategorien werden immer automatisch aktiviert (Geschlecht, Alter, Ethnizit\u00e4t).<\/p>\n<p align=\"left\">Eine Unterscheidung in Ingroup- und Outgroup-Kategorien erm\u00f6glicht\u00a0 soziale Orientierung.<\/p>\n<p align=\"left\">Kategorisierung ist auch in hohem Ma\u00dfe kontextabh\u00e4ngig: Das Ma\u00df der\u00a0 <em>Salienz<\/em> eines Reizes bestimmt die Auspr\u00e4gung der Kategorisierung.<\/p>\n<p align=\"left\">Kategorisierungsprozesse sind ebenfalls\u00a0 von Motivations- und Aufmerksamkeitsfaktoren abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p align=\"left\">Funktionen sozialer Kategorien:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Strukturierung<\/em> neuer Informationen<\/li>\n<li>R<em>eduktion<\/em> von Komplexit\u00e4t<\/li>\n<li><em>Gewinnung von Bedeutung<\/em>:\u00a0 Beziehungen zwischen Merkmalen<\/li>\n<li>Erleichterung der <em>Erinnerung<\/em> und <em>Rekonstruktion <\/em>vergangener\u00a0 Ereignisse sowie <em>Erwartungen <\/em>\u00fcber zuk\u00fcnftige Ereignisse<\/li>\n<\/ul>\n<h4 align=\"left\">Begrenzung der Verarbeitungskapazit\u00e4t:<\/h4>\n<p align=\"left\">Um den Grenzen der Kapazit\u00e4t der Informationsverarbeitung zu begegnen nutzen Menschen verschiedene <em>Strategien<\/em>, um diese zu kompensieren:<\/p>\n<ul>\n<li>Es wird nur eine stark begrenzte Menge des Wahrnehmungsinputs verarbeitet: selektive Aufmerksamkeit und selektive Erinnerung.<\/li>\n<li>Es werden Prozesse genutzt, die eine Vereinfachung erlauben:\u00a0 Top-Down-Verarbeitung, Urteilsheuristiken, Stereotypisierungen.<\/li>\n<li>Prozesse werden entsprechend der Zielorientierung des Verhaltens gesteuert: bottom-up-Verarbeitung.<\/li>\n<li>Es werden eher die Informationen genutzt, die leicht verf\u00fcgbar sind: <em>Accessibility<\/em> (Zug\u00e4nglichkeit) = Leichtigkeit, mit der Informationen abgerufen werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 align=\"left\">Rolle von Vorwissen:<\/h4>\n<p align=\"left\">H\u00e4ufig ist das soziale Verhalten und Erleben st\u00e4rker von Vorwissen und damit verbundenen Vorannahmen gepr\u00e4gt, als durch aktuellen Wahrnehmungsinput.<\/p>\n<p align=\"left\">Die soziale Wahrnehmung geht daher h\u00e4ufig \u00fcber \u201eobjektive\u201c Informationen hinaus:<em><br \/>\n\u201eGoing beyond the information given.\u201c <\/em>(Bruner, 1957)<\/p>\n<p align=\"left\">Spezifisches Vorwissen wird abh\u00e4ngig von der Zug\u00e4nglichkeit und der Passung genutzt:<br \/>\nDie Zug\u00e4nglichkeit von Informationen ist dabei unter anderem\u00a0 abh\u00e4ngig von der H\u00e4ufigkeit (frequency) und der K\u00fcrzlichkeit (recency) der Nutzung.<\/p>\n<h4 align=\"left\">Warnehmungsakzentuierung:<\/h4>\n<p align=\"left\">Werden Objekte in einer kontinuierlichen Serie wahrgenommen, so kann die Wahrnehmung der Objekte zu einer verzerrten Kategorisierung der Reize f\u00fchren:<\/p>\n<ul>\n<li>Unterschiede <em>zwischen<\/em> den Kategorien werden <em>akzentuiert<\/em> (die Zwischenvarianz wird gr\u00f6\u00dfer)<\/li>\n<li>Unterschiede <em>innerhalb<\/em> der Kategorien werden <em>minimiert<\/em> (die Binnenvarianz wird kleiner)<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">\u2192 Dieser Effekt tritt auch bei Objekten ohne bedeutenden Informationswert auf und wird auf die soziale Kategorisierung im<br \/>\nBereich der Gruppenwahrnehmung und der Stereotypisierung \u00fcbertragen. Hierzu: Experiment von Tajfel &amp; Wilkens (1963):<\/p>\n<p align=\"left\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Verlauf<\/span>:<\/p>\n<p align=\"left\">Vpn wurde eine Serie von Linien dargeboten, die kontinuierlich an L\u00e4nge zunahmen, deren Bezeichnung jedoch eine vermeintliche Kategorisierung darstellte. AV: Sch\u00e4tzen der Linienl\u00e4ngen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Wahrnehmungsakzentuierung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-992\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Wahrnehmungsakzentuierung\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Wahrnehmungsakzentuierung-400x136.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Wahrnehmungsakzentuierung-400x136.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Wahrnehmungsakzentuierung-150x51.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Wahrnehmungsakzentuierung.jpg 544w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<h4 align=\"left\">Automatische und kontrollierte Prozesse:<\/h4>\n<p align=\"left\">Informationsverarbeitungsprozesse k\u00f6nnen <em>kontrolliert<\/em> verlaufen:<br \/>\nBei konkreten Fragestellungen und deren Beantwortung, beispielsweise bei Kundenbefragungen, Klausuren, Testverfahren etc.<\/p>\n<p align=\"left\">Informationsverarbeitungsprozesse k\u00f6nnen <em>automatisch<\/em> verlaufen:<br \/>\nStereotype, Assoziationen, Automatismen etc.\u00a0 Diese werden beispielsweise in prozessorientierten Assessments untersucht.<\/p>\n<p align=\"left\"><em>\u2192 Funktionalit\u00e4t automatischer Prozesse<\/em>:<br \/>\nschnelle Reaktion, geringer Verbrauch kognitiver Ressourcen, z.B. erleichtern Stereotype die Personwahrnehmung bzw. situations- oder personspezifische Reaktionen.<\/p>\n<p align=\"left\"><em>\u2192 <\/em>H\u00e4ufig Mischform zwischen beiden Prozessen. Au\u00dferdem:<br \/>\nBei wiederholter Ausf\u00fchrung von kontrollierten Verarbeitungsprozessen kommt es zu einer Prozeduralisierung und dadurch einer m\u00f6glichen Automatisierung dieser Prozesse (<em>\u2192 <\/em>Training).<!--nextpage--><\/p>\n<h2 align=\"left\"><\/h2>\n<h2 align=\"left\">2. Der Einzelne im sozialen Kontext: Pers\u00f6nlichkeit und Identit\u00e4t<\/h2>\n<p align=\"left\">Leitfrage: \u201eWer bin ich?\u201c<\/p>\n<ul>\n<li>Ich und Selbst &#8211; \u201eI and me\u201c<br \/>\nSich selbst zu untersuchen und zu hinterfragen &#8211; diese reflexive F\u00e4higkeit des Menschen erm\u00f6glicht es ihm, zugleich Objekt seiner Untersuchungen (Kant (1781): empirisches Ich, William James (1890): Me) und Forscher (Kant: reines Ich, James: I) zu sein. Das Selbst erkennen wir erst in einem Alter von ca. 2 Jahren.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Pers\u00f6nlichkeit<\/em> (h\u00e4ufig synonym: Identit\u00e4t, Charakter, Selbst):<br \/>\n\u201eSumme der Eigenschaften, die dem einzelnen sine charakteristische, unverwechselbare Individualit\u00e4t verleiht.\u201c (Peters 2000, 402).<br \/>\nDas Konstrukt beinhaltet also drei sich \u00fcberschneidende Bereiche:<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>\u00a0\u201eallgemein-menschliche Universalien<\/li>\n<li>\u00a0individuelle Unterschiede und<\/li>\n<li>\u00a0individuelle Einmaligkeit\u201c (Pervin et al. 2005, 30)<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<h4 align=\"left\"><em>Funktionen des Selbst\/der Pers\u00f6nlichkeit<\/em>:<\/h4>\n<ul>\n<li><em>Strukturierende Funktion<\/em>:<br \/>\nEin wichtiges Schema, das uns hilft Informationen \u00fcber unsere eigene Person und auch \u00fcber die soziale Welt zu erinnern und zu interpretieren.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Exekutive Funktion<\/em>:<br \/>\nDurch einen best\u00e4ndigen Abgleich unseres Selbst mit dem aktuellen Zustand, unseren Idealvorstellungen und den sozialen Erwartungen erf\u00fcllt das Selbst eine <strong>ausf\u00fchrende <\/strong>bzw. <strong>Regulierungsfunktion<\/strong>.<em><br \/>\n\u2192<\/em> Das Selbst trifft Entscheidungen, schmiedet Pl\u00e4ne, reguliert Verhalten<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Emotionale Funktion<\/em>:<br \/>\nIst das Selbst ausgeglichen, sind wir entspannt und ruhig, wenn nicht dient \u00a0\u00a0 das Selbst zur Steuerung unserer emotionalen Reaktionen.<br \/>\n<em>\u2192 <\/em>Diese Funktionen ben\u00f6tigen Energie. Ist diese ersch\u00f6pft (\u201e<em>ego- depletion<\/em>\u201c) werden die Funktionen vor\u00fcbergehend verringert.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 align=\"left\">Grundlegende Konstrukte:<\/h4>\n<ul>\n<li><strong><em>Selbstkonzept<\/em><\/strong>:<br \/>\nDas Wissen \u00fcber das, wer wir sind &#8211; der Inhalt der Pers\u00f6nlichkeit:<br \/>\nEs setzt sich aus den Elementen zusammen, mit denen sich ein Mensch selbst beschreibt. Dadurch werden Voraussagen \u00fcber das Verhalten und eine pers\u00f6nliche Orientierung erm\u00f6glicht.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong><em>Selbstaufmerksamkeit<\/em><\/strong>:<br \/>\nDer Vorgang des \u201e\u00dcber-sich-Nachdenkens\u201c und \u201eSich-Bewusstwerdens\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong><em>Selbstwirksamkeit<\/em>:<\/strong><br \/>\nDie Einsch\u00e4tzung, wie gut man eine Aufgabe glaubt bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong><em>Selbstwert<\/em><\/strong>:<br \/>\nDie Wertsch\u00e4tzung, die wir gegen\u00fcber unserem Selbst empfinden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong><em>Selbstwirksamkeit<\/em> (\u201e<em>self-efficacy<\/em>\u201c)<\/strong>:<br \/>\nDie Regulationsf\u00e4higkeit der Pers\u00f6nlichkeit h\u00e4ngt stark von der \u00dcberzeugung ab, die Umwelt kontrollieren und wichtige Ziele erreichen zu k\u00f6nnen. Vgl. Untersuchungen zum \u201elocus of control\u201c (<em>\u2192<\/em> 4.):<br \/>\nMenschen, die sich als internal kontrolliert erleben, sind in Schule und Beruf erfolgreicher als solche mit eher externaler Kontroll\u00fcberzeugung.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><strong>\u00a0<em>Collective-Efficacy:<\/em><\/strong><em><\/em><br \/>\nBezeichnet den Umstand, dass eine Gruppe glaubt, st\u00e4rkeren Einfluss auf ein Ereignis zu haben als einzelne (\u201eGemeinsam sind wir stark\u201c: Demonstrationen; Streiks; Rebellionen etc.).<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"left\"><strong>Selbstkategorisierung:<\/strong><br \/>\nDie kognitive Konstruktion von Kategorien und Gruppen die auf der einen Seite die eigene Person und zugeh\u00f6rige Gruppenmitglieder und auf der anderen Seite \u201eandere\u201c Gruppen und Personen umfasst, z.B.:<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstkategorisierung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-993\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Selbstkategorisierung\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstkategorisierung-400x151.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstkategorisierung-400x151.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstkategorisierung-150x56.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstkategorisierung.jpg 602w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<h4 align=\"left\">Entwicklung und Struktur der Pers\u00f6nlichkeit:<\/h4>\n<ul>\n<li><em>Soziale Identit\u00e4t<\/em>:<br \/>\n\u201eJener Teil des Selbstkonzepts einer Person, der sich aus dem Wissen \u00fcber die Mitgliedschaft in einer sozialen Gruppe ableitet, einschlie\u00dflich des Werts und der emotionalen Bedeutung, die mit dieser Mitgliedschaft verbunden sind. Soziale Identit\u00e4t umfasst die Selbstdefinition als austauschbares Gruppenmitglied im Sinne der Unterscheidung zwischen Eigengruppe und Fremdgruppe (\u201awir\u2018 im Unterschied zu \u201asie, die anderen\u2018).\u201c\u00a0 (Turner in: Jonas et.al 2007)<\/li>\n<li><em>Pers\u00f6nliche Identit\u00e4t<\/em>:<br \/>\n\u201eSelbstdefinition als einzigartiges Individuum im Sinne von interpersonellen oder intergruppalen Unterschieden (\u201aich\u2018 oder \u201amich\u2018 versus \u201adu\u2018 oder \u201adich\u2018 bzw. \u201aihr\u2018 oder \u201aeuch\u2018).\u201c (ebd.)<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">Es gibt unterschiedliche <strong>Motive<\/strong> f\u00fcr die Ver\u00e4nderung oder Weiterentwicklung des Selbstkonzepts, u.a.:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Selbstbewertung\/-beurteilung (\u201eself-assessment\u201c, \u201eself-evaluation\u201c)<\/em>:<br \/>\nBed\u00fcrfnis nach aktuellem und zutreffendem Wissen \u00fcber sich selbst.<\/li>\n<li><em>Selbst-Best\u00e4tigung (\u201eself-verification\u201c)<\/em>:<br \/>\nBed\u00fcrfnis nach Best\u00e4tigung seiner \u00dcberzeugungen bzw. seines subjektiven Selbstbildes<\/li>\n<li><em>Selbsterh\u00f6hung (\u201eself-enhancement\u201c)<\/em>:<br \/>\nBed\u00fcrfnis nach positivem Feedback f\u00fcr seine \u00dcberzeugungen bzw. sein subjektives Selbstbild.<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">\u2192 Die Gewichtung der einzelnen Motive sind von Person zu Person, von Kultur zu Kultur und je nach sozialer Situation unterschiedlich.<\/p>\n<h4 align=\"left\"><em>Selbstwert<\/em>:<\/h4>\n<p align=\"left\">Der Selbstwert\/das Selbstwertgef\u00fchl (\u201eself-esteem\u201c) ist skalierender Ausdruck der Selbstbewertung, diese umfasst:<\/p>\n<p align=\"left\">Bewertung des eigenen Verhaltens, des k\u00f6rperlichen Erscheinungsbildes, der eigenen F\u00e4higkeiten und anderer pers\u00f6nlicher Merkmale anhand internalisierter Standards oder sozialer Normen (Jonas et.al. 2007).<\/p>\n<p align=\"left\">Untersuchungen von Smith &amp; Petty (1995):<\/p>\n<ul>\n<li>Werden Menschen mit niedrigem Selbstwert in eine negative Stimmung versetzt, so k\u00f6nnen sie vermehrt negative Ereignisse aus ihrem Leben erinnern.<\/li>\n<li>Menschen mit niedrigem Selbstwert interpretieren mehrdeutige Bilder in negativer Stimmung negativer als Menschen mit hohem Selbstwert.<\/li>\n<li>Menschen mit hohem Selbstwert versuchen hingegen sich selbst wieder in positive Stimmung zu versetzen, indem sie sich an positive Ereignisse erinnern.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 align=\"left\">Methoden zur Selbstwerterhaltung und \u2013erh\u00f6hung:<\/h4>\n<ul>\n<li>4 Strategien nach Tesser (1988):<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstwerterh%C3%B6hung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-994\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Selbstwerterh\u00f6hung\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbstwerterh%C3%B6hung-400x185.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"185\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li><em>Selbstwertdienliche Verzerrung <\/em>(\u201e<em>self-serving-bias<\/em>\u201c):<br \/>\nErfolge werden auf internale Faktoren (Anstrengung, Wissen, Fertigkeiten) \u00a0\u00a0 und Misserfolge auf externale Faktoren (Zufall, Pech etc.) zur\u00fcckgef\u00fchrt.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Selbstbehinderung<\/em> (\u201e<em>self-handicapping<\/em>\u201c):<br \/>\nBereits vor dem m\u00f6glichen Eintreten einer Niederlage werden Bedingungen \u00a0\u00a0 geschaffen, die im Nachhinein eine Begr\u00fcndung durch externale oder \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 tempor\u00e4re Faktoren erm\u00f6glichen &#8211; man sabotiert sich selbst.\u00a0 Stellt sich \u00a0\u00a0\u00a0 dann doch ein Erfolg ein, erm\u00f6glicht dies zudem eine Selbstwertsteigerung.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Soziale Erw\u00fcnschtheit<\/em> und \u201e<em>Fishing for compliments<\/em>\u201c:<br \/>\nWenn eine negativere Selbsteinsch\u00e4tzung vorgegeben wird, als eigentlich existent: \u201eIch war ja so schlecht in der Klausur.\u201c &#8211; \u201eDie neue Frisur steht mir ja \u00fcberhaupt nicht.\u201c etc.. Durch dieses sozial erw\u00fcnschte Verhalten stellt man sich bescheiden dar, obwohl man insgeheim Erfolge auf die eigenen F\u00e4higkeiten und Bem\u00fchungen zur\u00fcckf\u00fchrt (auch: falsche Bescheidenheit).<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Selbstbest\u00e4tigung<\/em>:<br \/>\nErleben Menschen die Bedrohung eines wichtigen Anteils ihrer Pers\u00f6n- lichkeit, so werden andere, positiv konnotierte Anteile \/ Verhaltensweisen in den Vordergrund gestellt und betont. Dadurch wird ein positives Gesamtbild \u00a0\u00a0 der Pers\u00f6nlichkeit wieder hergestellt, z.B.: \u201eIch kann vielleicht schlecht Fu\u00dfballspielen, daf\u00fcr aber hervorragend Skifahren.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Abw\u00e4rtsgerichtete soziale Vergleiche<\/em>:<br \/>\nWird der Selbstwert bedroht, werden Vergleiche mit anderen gezogen, die \u00a0\u00a0\u00a0 in Bezug auf den bedrohten Pers\u00f6nlichkeitsaspekt unterlegen sind, z.B.: \u201eIch habe zwar nur eine 4.0, es gibt aber viele mit einer 5,0.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>\u00a0Selbstdarstellung<\/em>:<br \/>\nDas Bestreben, in sozialen Situationen dem Gegen\u00fcber ein m\u00f6glichst \u00a0 positives Bild unserer Pers\u00f6nlichkeit zu vermitteln. Ma\u00dfstab sind dabei vorhandene und vermutete soziale Werte wie auch das eigene Idealbild.<!--nextpage--><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 align=\"left\"><strong>3. Soziale Wahrnehmung<\/strong><\/h2>\n<p align=\"left\">Zentrale Frage:<\/p>\n<p align=\"left\">\u201eWie bildet sich der Einzelne einen Eindruck von anderen Personen?\u201c<\/p>\n<p align=\"left\">Notwendige Voraussetzung hierf\u00fcr<em>: implizite Pers\u00f6nlichkeitstheorien:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Spezifische Schemata, die verwendet werden, um verschiedene Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale des Gegen\u00fcbers zu gruppieren.<\/li>\n<li>Die ~ werden genutzt, um die meist l\u00fcckenhaften Informationen \u00fcber die andere Personen zu einem Ganzen zusammenzuf\u00fcgen. (vgl. Gestaltpsychologie)<\/li>\n<li>Dieser induktive Schluss dient dazu, dem wahrgenommenen Bild des Gegen\u00fcbers eine ganzheitliche Bedeutung zu geben.<\/li>\n<li>Die Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale haben dabei eine unterschiedliche Gewichtung. Den <em>zentralen Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen <\/em>kommt dabei eine hohe integrative Bedeutung zu wohingegen<em> periphere Pers\u00f6nlichkeits-merkmale <\/em>die soziale Wahrnehmung nicht bedeutsam beeinflussen.<br \/>\n(vgl. auch 7.)<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">Dem<strong> nonverbalen Verhalten<\/strong> kommt in der sozialen Wahrnehmung eine bedeutende Rolle zu:<\/p>\n<p align=\"left\">Insbesondere f\u00fcr den ersten Eindruck werden vor allem sensorische Informationen verarbeitet (vgl. 7.):<br \/>\nGestik, Mimik, Stimmf\u00e4rbung, K\u00f6rperbewegung und -haltung, Ber\u00fchrung und Blickkontakt sind die wichtigsten Informationskan\u00e4le<\/p>\n<p align=\"left\">Den nonverbalen Informationen liegen folgende Funktionen zugrunde:<\/p>\n<ul>\n<li>Erleichterung der verbalen Kommunikation<\/li>\n<li>Ausdruck von Emotionen<\/li>\n<li>Betonung eigener Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">\u2192 Stimmen nonverbales und verbales Verhalten nicht \u00fcberein, kommt zu Verwirrung der sozialen Wahrnehmung (<em>double-bind<\/em>).<\/p>\n<h4 align=\"left\">Exkurs \u2013 Kommunikation:<\/h4>\n<p align=\"left\">Folgende Kommunikationskan\u00e4le werden i.d.R. differenziert:<\/p>\n<ol>\n<li>1. Verbale Kommunikationsmittel:<br \/>\nInhalt, Wortschatz, Sprachstil (Grammatik etc.)<\/li>\n<li>Nonverbale Kommunikationsmittel:<br \/>\nN\u00e4he- und Distanzverhalten, K\u00f6rperkontakt, Haltung, Gestik, Mimik, Bewegungen, Blickkontakt.<br \/>\nGelegentlich noch dazu gez\u00e4hlt:<br \/>\nStaffage, Setting, Kleidung, Schmuck, Statussymbole, Raumgestaltung etc.<\/li>\n<li>Paraverbale (Vokale) Kommunikationsmittel:<br \/>\nSprachfluss, Stimmlage, Tonfall, Melodie, Atmung,\u2026<\/li>\n<\/ol>\n<p align=\"left\"><em>Zusammenspiel der Kommunikationskan\u00e4le<\/em>:<\/p>\n<ul>\n<li>Wir senden und empfangen Botschaften im Allgemeinen auf mehreren Kommunikationskan\u00e4len gleichzeitig:<br \/>\nSprache, Blick, Gesichtsausdruck, Gesten, Stimmqualit\u00e4t, Kleidung, Make-up, Distanzverhalten usw.<\/li>\n<li>Isolierte Botschaften gibt es nicht, und das Ganze ist auch hier mehr als die Summe seiner Teile (\u00e0 Gestaltpsychologie).<\/li>\n<li>F\u00fcr die Interpretation einzelner Botschaften ist der Kontext, entscheidend z.B. L\u00e4cheln aus Freundlichkeit oder Verlegenheit.<\/li>\n<li>Die Wichtigkeit und H\u00e4ufigkeit der Verwendung der unterschiedlichen Kommunikationskan\u00e4len ist sehr abh\u00e4ngig von Kulturen und Subkulturen.<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><em>Zirkul\u00e4res Prozessmodell der Kommunikation<\/em>:<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Kommunikationskreislauf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-996\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Kommunikationskreislauf\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Kommunikationskreislauf-400x177.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"177\" \/><\/a><\/p>\n<h4 align=\"left\">Self-Fullfilling-Prophecy<\/h4>\n<p align=\"left\"><strong><em>Definition<\/em><\/strong>:<br \/>\nDie SFP (Selbsterf\u00fcllende Prophezeiung) ist eine Vorhersage, die sich nur aufgrund der Tatsache erf\u00fcllt, dass die Personen, die sie wahrnehmen, daran glauben und sich entsprechend verhalten.<\/p>\n<p align=\"left\">\u201eDas was geschieht, wenn eine \u00dcberzeugung eine entsprechende Realit\u00e4t hervorbringt.\u201c (Jonas et al, 2007, S. 74),<\/p>\n<p align=\"left\"><em><strong>Verlauf<\/strong><\/em>:<\/p>\n<ol>\n<li>Erwartung an eine andere Person bzgl. Pers\u00f6nlichkeit und Verhalten.<\/li>\n<li>Eigenes Verhalten wird so gezeigt, dass es mit diesen Erwartungen konsistent ist.<\/li>\n<li>Gegen\u00fcber reagiert auf das gezeigte Verhalten.<\/li>\n<li>Das Verhalten des Gegen\u00fcbers wird als Beweis f\u00fcr die Erwartungen bei 1. gesehen \u2026<\/li>\n<\/ol>\n<p align=\"left\"><em><strong>Beispiel<\/strong><\/em>:<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbsterfuellende-Prophezeihung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-997\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Selbsterfuellende Prophezeihung\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Selbsterfuellende-Prophezeihung-400x269.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"269\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><strong><em>Baskerville-Effekt (Philipps et al.\u00a0 2001):<\/em><\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Eine Untersuchung der Sterbedaten von US-Amerikanern aus den Jahren 1973 &#8211; 1998 ergab, dass am 4. eines Monats Amerikaner chinesischer oder japanischer Abstammung \u00fcberproportional h\u00e4ufig einem pl\u00f6tzlichen Herztod erlagen &#8211; im Vergleich mit anderen Monatstagen um durchschnittlich 7%, bei chronischen Herzleiden sogar um 13% h\u00e4ufiger. Bei Amerikanern anderer Herkunft lie\u00df sich dieser Effekt nicht beobachten.<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Hintergr\u00fcnde<\/em>:<br \/>\nDie 4 gilt in Japan und China als Ungl\u00fcckszahl, der 4. des Monats als Ungl\u00fcckstag, auf Mandarin, Kantonesisch und Japanisch klingen die Worte \u201eTod\u201c und \u201evier\u201c ausgesprochen nahezu gleich.<\/p>\n<p align=\"left\">Durch den Stress, den dieser Tag mit sich bringt, so der R\u00fcckschluss, erh\u00f6ht sich wiederum die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Herzerkrankungen, was wiederum den Aberglauben st\u00fctzt &#8211; eine <strong>selbst-erf\u00fcllende Prophezeiung<\/strong>.<!--nextpage--><\/p>\n<h2 align=\"left\">4. Attribution<\/h2>\n<h4 align=\"left\">Grundlagen<\/h4>\n<ul>\n<li>Zentrale Frage:<br \/>\n\u201eWarum?\u201c oder \u201eWie erkl\u00e4ren sich Menschen die Gr\u00fcnde f\u00fcr ihr eigenes Verhalten oder das Verhalten anderer?\u201c<br \/>\n\u2192 Ist der Beobachter dieselbe Person wie der Handelnde, spricht man von Selbstattribution (des eigenen Verhaltens).<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Bedeutung:<br \/>\nAttribution bedeutet \u201eUrsachenzuschreibung\u201c. Die Bezeichnung\u00a0 <em>Kausalattribution<\/em> hat genaugenommen eine erweiterte Bedeutung (\u2248 \u201eGr\u00fcnde f\u00fcr die Ursache\u201c), wird jedoch meist synonym verwendet.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ziel:<em><br \/>\nWahrgenommene<\/em> Ursachen werden interpretiert &#8211; diese k\u00f6nnen von den tats\u00e4chlichen abweichen. Es geht also nicht um objektive Ursachen f\u00fcr Handlungen und Ereignisse, sondern um die <em>Vermutungen<\/em> der Menschen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Anf\u00e4nge:<br \/>\nGepr\u00e4gt wurde das Konstrukt von Fritz Heider (1958). Er untersuchte hierzu auf einer gestaltpsychologischen Basis, wie sich Menschen das Verhalten ihrer Mitmenschen erkl\u00e4rten \u2013 insbes. in Bezug auf deren Dispositionen:<em><br \/>\n\u201eWenn wir das Verhalten von Menschen verstehen und vorhersagen wollen, m\u00fcssen wir wissen, was die Menschen glauben und denken, weil das ihr Verhalten steuert.\u201c<\/em> (Fritz Heider)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Verhalten wird in seiner Theorie einerseits auf<em> Pers\u00f6nlichkeitsvariablen (internale Faktoren) <\/em>und andererseits auf <em>Umgebungsvariablen (externale Faktoren) <\/em>zur\u00fcckgef\u00fchrt, z.B.: \u201eSie schimpft ihn,\u201c (bzw. \u201eEr schimpft sie,\u201c) :<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>\u00a0weil sie (er) schnell ver\u00e4rgert ist (internaler Faktor)<\/li>\n<li>\u00a0er ihren Hochzeitstag (sie sein Fu\u00dfballspiel) vergessen hat \ud83d\ude09<br \/>\n(externaler Faktor).<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n<h4 align=\"left\">Attributionsmodell nach Heider<\/h4>\n<p align=\"left\">(auf Basis der Feldtheorie Lewins):<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Attribution.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1002\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Attribution\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Attribution-400x151.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"151\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Attribution-400x151.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Attribution-150x56.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Attribution.jpg 581w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Dimensionen der Attribution<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Lokation\/Personabh\u00e4ngigkeit <\/em>(internal vs. external):<br \/>\nLiegt die Ursache f\u00fcr ein Verhalten oder Erleben in der Person (internale Faktoren) oder in der Situation (externale Faktoren)?<\/li>\n<li><em>Stabilit\u00e4t \u00fcber die Zeit <\/em>(stabil vs. variabel):<br \/>\nIst die Ursache f\u00fcr ein Verhalten oder Erleben \u00fcber die Zeit stabil (z.B. F\u00e4higkeiten, Schwierigkeit) oder variabel (z.B. Anstrengung, Zufall)?<\/li>\n<li><em>Kontrollierbarkeit <\/em>(kontrollierbar vs. machtlos):<br \/>\nUnterliegt das Verhalten oder Erleben der willentlichen Kontrolle des Handelnden oder ist es ein automatischer\/willk\u00fcrlicher Prozess?<\/li>\n<li><em>Globalit\u00e4t <\/em>(global vs. spezifisch):<br \/>\nIst eine Ursache f\u00fcr ein Verhalten oder Erleben \u00fcber viele Situationen hinweg wirksam oder nur in bestimmten Situationen.<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><strong>Theorie der leistungsbezogenen Attribution<\/strong> (Weiner 1979):<\/p>\n<p align=\"left\">Erfolge und Misserfolge veranlassen uns in hohem Ma\u00dfe zu Attributionen und somit auf k\u00fcnftige Erwartungen, Motivationen oder Emotionen. Drei grundlegende Kausalfaktoren bestimmen diesen Prozess:\u00a0 <strong>Lokation<\/strong>, <strong>Stabilit\u00e4t<\/strong> und <strong>Kontrollierbarkeit<\/strong>.<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Locus-of-Control.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1003\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Locus of Control\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Locus-of-Control-400x161.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"161\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Locus-of-Control-400x161.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Locus-of-Control-150x60.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Locus-of-Control.jpg 542w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Kovariationstheorie<\/strong> (Kelley 1967) &#8211; 3 Arten von Informationen:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Distinktheits<\/em>informationen:<br \/>\nInformationen dar\u00fcber, wie sich die Person bei verschiedenen Stimuli verh\u00e4lt:<br \/>\n<em>hohe Distinktheit<\/em>: Die Person reagiert auf verschiedene Stimuli anders.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Konsistenz<\/em>informationen:<br \/>\nInformationen dar\u00fcber, wie der Handelnde &#8211; bezogen auf den gleichen Stimulus &#8211; in verschiedenen Situationen reagiert:<br \/>\n<em>hohe Konsistenz: <\/em>Die Person reagiert auf diesen Stimulus auch in verschiedenen Situationen auf die gezeigte Art und Weise.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Konsensus<\/em>informationen:<br \/>\nInformationen dar\u00fcber, ob und wie sich andere Menschen in derselben Situation verhalten:<br \/>\n<em>hoher Konsensus<\/em>: Andere Personen reagieren auf den gleichen Stimulus in der gleichen Art und Weise.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Theorie der erlernten Hilflosigkeit<\/strong> (Seligman 1975):<\/p>\n<p align=\"left\">Erleben Menschen sich und ihre Handlungen als wirkungslos, so kann die Erwartungshaltung entstehen, dass auch zuk\u00fcnftige Handlungen keine Auswirkungen haben werden. Entwickelt als lerntheoretische Erkl\u00e4rung f\u00fcr Depressionen.<\/p>\n<p align=\"left\">\u2192 Kontingenz von Handlung und deren Erfolg stehen im Fokus.<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Erlernte-Hilflosigkeit.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1004\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Erlernte Hilflosigkeit\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Erlernte-Hilflosigkeit-400x93.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"93\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Erlernte-Hilflosigkeit-400x93.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Erlernte-Hilflosigkeit-150x35.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Erlernte-Hilflosigkeit.jpg 656w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<h4 align=\"left\">Attributionsfehler und -verzerrungen<\/h4>\n<p align=\"left\">Attributionen werden h\u00e4ufig nicht ausschlie\u00dflich rational get\u00e4tigt, so dass es zu <em>Verzerrungen <\/em>(engl. <em>bias<\/em>) in der Informationsverarbeitung kommen kann.<\/p>\n<p align=\"left\">Insbesondere unter Zeitdruck bzw. bei schnellen und kurzfristigen Attributionen kommt es Attributionsverzerrungen (vgl. \u201eerster Eindruck\u201c Kap. 7 oder Gef\u00fchlsheuristik Kap. 8).<\/p>\n<p align=\"left\">Die bekanntesten Attributionsverzerrungen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Selbstwertdienliche Verzerrung <\/em>(self-serving-bias; vgl.\u00a0 Kap. 2)<\/li>\n<li>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Korrespondenzverzerrung<\/em> oder <em>Fundamentaler Attributionsfehler<\/em><\/li>\n<li>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Akteur-Beobachter-Divergenz<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Attributionsfehler &#8211; Korrespondenzverzerrung<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>Definition:<br \/>\nDie Tendenz, das Verhalten anderer Menschen \u00fcberwiegend anhand von Pers\u00f6nlichkeitsmerkmalen (internale Faktoren) zu erkl\u00e4ren und dabei die Macht des sozialen Einflusses (externale Faktoren) zu untersch\u00e4tzen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\u00a0Experiment von Jones &amp; Harris (1967):<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li>TN sollten einsch\u00e4tzen, wie eine Person zu Fidel Castro eingestellt ist.<\/li>\n<li>Hierzu sollten sie einen Aufsatz lesen, in dem sich diese Person (ein Kommilitone der teilnehmenden Studierenden) f\u00fcr Castro aussprach.<\/li>\n<li>\u00a0Der 1. TN-Gruppe wurde mitgeteilt: \u201eDer Kommilitone konnte sich frei zu einer Haltung entscheiden.\u201c Bei der 2. Gruppe sei der Kommilitone zu einer pro-Castro Haltung aufgefordert worden.<\/li>\n<li>Ergebnis:<br \/>\nTrotz der Verpflichtung zur pro-Castro Haltung wurde in der 2. Gruppe in der Mehrheit eine solche zugeschrieben.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Experiment von Ross, Amabile &amp; Steinmetz (1977):<br \/>\nSimulation einer Quizshow. Randomisierte Zuweisung der Rollen des Quizmasters, des Kandidaten und des Beobachters an die TN.<br \/>\nDer Quizmaster sollte sich 10 Fragen zur Allgemeinbildung ausdenken, die herausfordernd, aber nicht unl\u00f6sbar sein sollten.<br \/>\n\u2192 Sowohl die Kandidaten selbst als auch die Quizmaster bewerteten die Kandidaten signifikant schlechter als die Quizmaster:<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_I1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1028\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_I\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_I1-259x300.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_I1-259x300.jpg 259w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_I1-86x100.jpg 86w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_I1.jpg 349w\" sizes=\"auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u2192 Kandidaten und Beobachter bewerteten den Unterschied zwischen Quizmaster und Kandidaten deutlich gr\u00f6\u00dfer als die Quizmaster:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_II.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1006\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_II\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_II-329x300.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_II-329x300.jpg 329w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_II-109x100.jpg 109w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_II.jpg 475w\" sizes=\"auto, (max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u2192\u00a0In einem unabh\u00e4ngigen \u201eKontrollquiz\u201c aller Teilnehmer wurde kein signifikanter F\u00e4higkeitsunterschied zwischen den Untersuchungsteilnehmern festgestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Kulturelle Abh\u00e4ngigkeiten &#8211; Untersuchung von Miller (1984)<br \/>\nBefragte Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Indien und den USA, bez\u00fcglich Erkl\u00e4rungen, die diese f\u00fcr abweichendes und prosoziales Verhalten gaben.<br \/>\n\u2192 Im Laufe der Entwicklung scheinen US-Amerikaner zu lernen, dispositionale Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze zu bevorzugen, im Gegensatz zu hinduistischen Indern.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_III.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1007\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_III\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_III-400x255.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"255\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_III-400x255.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_III-150x95.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Korrespondenzverzerrung_III.jpg 522w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u2192 Vgl. <em>Sozialisation<\/em> in Foliensatz zur<strong> Soziale Gruppen.<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Attributionsfehler &#8211; Akteur-Beobachter-Divergenz:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Definition:<br \/>\nMenschen neigen dazu, ihr <em>eigenes Verhalten<\/em> eher auf die Situation und das <em>Verhalten anderer<\/em> eher auf deren Dispositionen zu attribuieren.<\/li>\n<li>Gr\u00fcnde sind u.a.:<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<ol>\n<li>Jeder verf\u00fcgt \u00fcber ein gro\u00dfes Spektrum an <em>Konsistenz<\/em>informationen zu seiner eigenen Person. Dadurch wird eher die aktuelle Situation mit anderen verglichen, um das eigene Verhalten zu attribuieren.<br \/>\nDie Bandbreite der Informationen \u00fcber den beobachteten Akteur in unterschiedlichen Kontexten ist dagegen eher gering, daher wird eher auf die Pers\u00f6nlichkeit als auf die Situation geschlossen.<\/li>\n<li>Die Beobachtung eines Akteurs verlangt vom Beobachter einen gewissen Grad an <em>Aufmerksamkeit<\/em> (\u2192 perzeptuelle Salienz). Werden andere Personen fokussiert, verringern sich die wahrgenommenen Details der Situation. Ist man selbst Akteur ist die Aufmerksamkeit hingegen stark auf die Umgebung ausgerichtet.<\/li>\n<\/ol>\n<\/blockquote>\n<ul>\n<li>Experiment von Storms (1973):<br \/>\nAusgangshypothese: Die divergierende optische Perspektive von Akteur und Beobachter f\u00fchrt zu unterschiedlichen Attributionen.<br \/>\nExperimentelles Design (vgl. Abb. weiter unten):<\/li>\n<ul>\n<li>1. Phase: Zwei TN sollten ein Kennenlerngespr\u00e4ch f\u00fchren, dabei wurde jeder von einem weiteren TN beobachtet. Zus\u00e4tzlich wurden die beiden Gespr\u00e4chspartner jeweils einzeln gefilmt.<\/li>\n<li>2. Phase: Experimentelle Manipulation: Gruppe 1 erh\u00e4lt keine weitere Beeinflussung, Gruppe 2 sieht das aufgenommene Video mit gleichem Blickwinkel an und Gruppe 3 sah das Video aus ver\u00e4nderter Perspektive.<\/li>\n<li>3. Phase: Attribution des Verhaltens der Akteure durch die Beobachter und sich selbst, bezogen auf den Anteil pers\u00f6nlicher und situativer Variablen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1008\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz-400x208.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz-400x208.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz-150x78.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz.jpg 871w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\" align=\"left\">Ergebnisse:<br \/>\nDie Verwendung situativer Attributionen h\u00e4ngt stark von der Beobachtungsperspektive ab.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u2192 Die Verwendung situativer Attributionen h\u00e4ngt stark von der Beobachtungsperspektive ab.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\" align=\"left\">\u2192 Unaufmerksamkeit gegen\u00fcber situativen Faktoren kann korrigiert werden, indem die Perspektive bzw. die<br \/>\nAufmerksamkeit manipuliert wird.<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz_II.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-1009\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz_II\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz_II.jpg\" alt=\"\" width=\"351\" height=\"289\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz_II.jpg 351w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Aktuer-Beobachter-Divergenz_II-121x100.jpg 121w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><!--nextpage--><\/p>\n<h2 align=\"left\"><strong>5. Automatische Prozesse <\/strong><\/h2>\n<p align=\"left\"><strong>Eigenschaften automatischer Prozesse (Bargh, 1994):<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><em>Bewusstheit<\/em>:<br \/>\nWie explizit wird ein gegebener Reiz und\/oder dessen Einfluss auf das eigene Denken, F\u00fchlen und Verhalten wahrgenommen?<\/li>\n<li><em>Intentionalit\u00e4t<\/em>:<br \/>\nWird ein Verhalten gezielt ausgel\u00f6st oder l\u00e4uft es ohne vorangegangene Absicht ab?<\/li>\n<li><em>Effizienz<\/em>:<br \/>\nKonsumiert ein Prozess in starkem Ma\u00dfe kognitive Ressourcen, oder verl\u00e4uft er mit wenigen kognitiven Kosten?<\/li>\n<li><em>Kontrollierbarkeit<\/em>:<br \/>\nWie stark ist der Verlauf eines Prozesses durch die Person selbst beherrschbar und lenkbar?<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><strong>Nachweis automatischer Prozesse<\/strong>:<\/p>\n<p align=\"left\">Der empirische Nachweis erfolgt meistens nach dem gleichen Schema:<\/p>\n<ol start=\"1\">\n<ol start=\"1\">\n<ol start=\"1\">\n<li>Aktivierung von kognitiven Konzepten (Priming) durch Verfassen von Essays, Betrachten komplexer Stimuli oder subliminaler Pr\u00e4sentationen unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, z.B.:<br \/>\nFotos von Farbigen und Wei\u00dfen zur Untersuchung ethnischer Stereotype.<\/li>\n<li>Anwendung der kognitiven Konzepte durch Pr\u00e4sentation eines weiteren Reizes, der bestimmten Kategorien zugeordnet werden muss, z.B.:<br \/>\nBeschreibungen positiver und negativer Eigenschaften.<\/li>\n<li>Retrospektive Introspektion:<br \/>\nNach dem Experiment werden die Teilnehmer zu Wahrnehmung der Untersuchungssituation befragt.<\/li>\n<\/ol>\n<\/ol>\n<\/ol>\n<p align=\"left\">\u2192 \u00a0 Sind nachweisbare Zusammenh\u00e4nge zwischen Aktivierung und Anwendung des Konzepts vorhanden, ohne dass die Vpn die Aktivierung bemerken, so wird auf einen automatischen Prozess geschlossen.<\/p>\n<h4 align=\"left\">Exkurs: Priming<\/h4>\n<ul>\n<li><em>Unterschwellige Wahrnehmung<\/em>:<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li>Annahme:<br \/>\nReize, die nicht bewusst erkannt oder entdeckt werden k\u00f6nnen, haben trotzdem Einfluss auf das Erleben und Verhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li>Bsp.-\u201cExperiment\u201c: Vicary-Studie<strong><\/strong>:<strong><\/strong><br \/>\nUnterschwellige Werbung zur Anregung von Cola- und Popcornkonsum?<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li>Ergebnisse tats\u00e4chlich durchgef\u00fchrter Studien:<br \/>\nLanganhaltende konkrete Verhaltens\u00e4nderungen konnten <em>nicht<\/em> nachgewiesen werden. Einfluss der unterschwelligen Beeinflussung wirkt <em>\u00e4u\u00dferst kurzfristig <\/em>und <em>verblasst schnell<\/em> (h\u00e4ufig innerhalb einer\/weniger Sekunden).<br \/>\n\u2192 Unterschwellige Werbung erzielt keine besseren Ergebnisse gegen\u00fcber \u00fcberschwelliger Werbung.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Nachweis unterschwelliger Wahrnehmung:<br \/>\nVersuch zum\u00a0 affektiven Priming (Fazio et al. 1968):<em><br \/>\nVersuchsablauf<\/em>:<br \/>\nBearbeitung einer Reihe von Zielw\u00f6rtern am Computerbildschirm. Jeweils Entscheidung, ob es sich um ein positiv oder negativ besetztes Wort handelt: Tastendruck so korrekt und schnell wie m\u00f6glich.<br \/>\nVor den Zielw\u00f6rtern werden f\u00fcr einige Millisekunden Primew\u00f6rter eingeblendet, die nicht bewusst wahrgenommen werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Priming.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1010\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Priming\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Priming.jpg\" alt=\"\" width=\"362\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Priming.jpg 362w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Priming-150x92.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 362px) 100vw, 362px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>Struktur<\/em>:<br \/>\nDabei ergeben sich kompatible Wortpaare (z.B.: Primewort = freudig, Zielwort = friedlich, bzw. feige und fies) und inkompatible Wortpaare (z.B. freudig und feige oder fies und friedlich).<br \/>\n\u2192 AV: Zeit und Passung\/Fehleranzahl der Prime-Zielwort-Zuordnung.<em><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Ergebnis:<br \/>\nBei Durchg\u00e4ngen, in denen Prime- und Zielwort \u00fcbereinstimmen kommt es zu signifikant weniger Fehlern als bei inkompatiblen Wortpaaren (Affektiver Priming-Effekt).<br \/>\nExperimentelle Kontrolle: Sollen die Primew\u00f6rter klassifiziert werden, findet man eine Leistung, die einer zuf\u00e4lligen Ratewahrscheinlichkeit entspricht!<\/p>\n<ul style=\"padding-left: 60px;\">\n<li>Priming im engeren Sinne:<br \/>\nKognitive Konzepte oder Verhaltenskonzepte werden voraktiviert und ihre Auftretenswahrscheinlichkeit dadurch gr\u00f6\u00dfer, z.B.:<br \/>\nSie haben k\u00fcrzlich einen Film \u00fcber die Feuerwehrm\u00e4nner von Ground Zero gesehen.<br \/>\n\u2192 Zweideutiges Verhalten einer anderen Person werden Sie mit h\u00f6herer Wahrscheinlichkeit als hilfsbereit interpretieren denn als aggressiv.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u2192 Insbesondere leicht zug\u00e4ngliches <em>Vorwissen<\/em> (auch im Sinne von Zielen, Erwartungen, Verhaltensweisen etc.) sowie <em>k\u00fcrzlich erlebte <\/em>Inhalte beeinflussen die neue Informationsverarbeitung und somit aktuelle Verhaltensweisen (\u2192 vgl.\u00a0 <em>Verf\u00fcgbarkeitsheuristik<\/em>Kap. 8).<\/p>\n<h4 align=\"left\"><\/h4>\n<h4 align=\"left\">Automatisches Verhalten:<\/h4>\n<ul>\n<li>H\u00e4ufig passen wir gezeigtes Verhalten an Geschehnisse in der Umgebung an.<br \/>\nBargh &amp; Chartrand (1999) zeigten, dass Vpn dann h\u00e4ufiger an ihren Augen rieben oder mit den F\u00fc\u00dfen wippten, wenn ein Konfident dieses Verhalten zeigte. Bei einer Nachbefragung konnten sich die Vpn nicht an diese Nachahmung erinnern.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Experiment von Bargh et al. (1996) zur Konzeptaktivierung auf die Verhaltenssteuerung:<span style=\"text-decoration: underline;\"><br \/>\nVerlauf<\/span>: Zun\u00e4chst wurden durch Priming die Konzepte \u201eh\u00f6flich\u201c oder \u201er\u00fcde\u201c bzw. in einer KG kein Konzept aktiviert. Anschlie\u00dfend sollten die \u00a0\u00a0 Vpn den VL in einem Nebenraum aufsuchen, wo dieser gerade einem Konfidenten eine Aufgabe erkl\u00e4rte und die Vpn ignorierte.<span style=\"text-decoration: underline;\"><br \/>\nErgebnis<\/span>: 20% der \u201eh\u00f6flich\u201c geprimeten, 40% der neutralen und 60%\u00a0 der \u201er\u00fcde\u201c geprimeten Vpn unterbrachen den VL.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Experiment von Aarts &amp; Dijksterhuis (2003):<em><br \/>\nHypothese<\/em>:<br \/>\nGesellschaftliche Normen beeinflussen bei Aktivierung als automatischer Prozess das Verhalten.<em><br \/>\nVerlauf<\/em>:<br \/>\nDarbietung von Photos (darunter 4 edle Restaurants) mit jeweiliger Pr\u00e4sentation einer Verhaltensweise (z.B. sich-gut-benehmen).<br \/>\nAnschlie\u00dfend Angabe, ob die Verhaltensweise der Norm der auf dem Foto gezeigten Situation angemessen ist. Messung der Reaktionszeiten zum Nachweis der Verinnerlichung der jeweiligen sozialen Norm.<br \/>\nEinen Monat sp\u00e4ter weiterer Versuch mit den Vpn: Pr\u00e4sentation des Fotos eines edlen Restaurants oder eines Bahnsteigs. Anschlie\u00dfend sollten die Teilnehmer einen Keks essen, der dabei sehr br\u00f6selte.<em><br \/>\nAV<\/em>: H\u00e4ufigkeit, mit der die Vpn die Kr\u00fcmel vom sauberen Tisch wischten.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Ergebnis<\/em>:<br \/>\nH\u00e4ufigkeit des Tisch-Reinigens korrelierte sowohl mit dem Prime (in 2. entweder Bahnhof oder Restaurant), als auch mit der Verinnerlichung der restaurant-spezifischen Normen (in 1.) und mit der Interaktion zwischen Priming und Normen.<!--nextpage--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 align=\"left\"><strong>6. Stereotype<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li>Stereotyp, Vorurteil und Diskriminierung:<br \/>\nAlle drei Konstrukte beinhalten Einstellungen gegen\u00fcber oder Bewertungen einer oder mehrerer Personen auf der Grundlage der Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Fremdgruppe.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die drei Konstrukte unterscheiden sich hinsichtlich folgender Komponenten:<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li>Kognitive Komponente:<br \/>\nSteht bei der Funktionalit\u00e4t der <em>Stereotype<\/em> im Vordergrund.<\/li>\n<li>Affektive oder emotionale Komponente:<br \/>\nBeim <em>Vorurteil<\/em> werden insbesondere affektive Erlebensmuster aktiviert.<\/li>\n<li>Verhaltenskomponente:<br \/>\nVerhalten auf der Grundlage von Stereotypen f\u00fcr zu <em>Diskriminierung<\/em>.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<h4>Funktion von Stereotypen:<\/h4>\n<p align=\"left\">Stereotype sind generische Wissensstrukturen, die uns helfen:<\/p>\n<ul>\n<li>neue Informationen zu strukturieren<\/li>\n<li>neue Informationen zu vereinfachen<\/li>\n<li>neue Informationen zu interpretieren und \u00fcber sie hinaus zu gehen<\/li>\n<li>vergangene Ereignisse zu rekonstruieren<\/li>\n<li>Erwartungen \u00fcber die Zukunft zu entwickeln<\/li>\n<li>unser Selbstwertgef\u00fchl aufrecht zu erhalten<br \/>\n\u2192 vgl. abw\u00e4rts gerichtete soziale Vergleiche<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">Stereotype beeinflussen die Aufmerksamkeit w\u00e4hrend Kodierung, Enkodierung, Verarbeitung und Abruf von Informationen.<\/p>\n<p align=\"left\">Stereotype sind oft nicht so \u201efehlerhaft\u201c, sondern stimmen scheinbar h\u00e4ufig mit \u201etats\u00e4chlichen Unterschieden\u201c \u00fcberein. Allerdings Kausalit\u00e4t schwer zu bestimmen (\u2192 Selbsterf\u00fcllende Prophezeiung!)<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Stereotype und Eindrucksbildung<\/strong>:<\/p>\n<p align=\"left\">Police Officers\u2018 Dilemma (Payne 2001):<\/p>\n<ul>\n<li><em>Ausl\u00f6ser<\/em>:<br \/>\nBei einer Personenkontrolle 1998 wird ein Schwarzer mit 41 Sch\u00fcssen get\u00f6tet: Trotz \u201eDon\u2018t Move!\u201c wollte er seinen Pass aus der Tasche ziehen, was als Ziehen einer Waffe von den Polizisten interpretiert wurde.<em><br \/>\n\u2192 Frage<\/em>: H\u00e4tten Polizisten bei einem Wei\u00dfen anders gehandelt?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Verlauf<\/em>:<br \/>\nVpn wird zun\u00e4chst als Prime ein Foto eines wei\u00dfen bzw. eines schwarzen Mannes gezeigt (200ms). Nach Unterbrechung durch eine Maske am Bildschirm wird ein Bild einer Pistole oder eines Akkuschraubers gezeigt (200ms). Die Vpn sollen entscheiden, ob es sich bei dem zweiten Bild um eine Waffe oder ein Werkzeug handelt.<br \/>\n\u2192 AV: Korrekte Zuordnung und Dauer zwischen Bild und Entscheidung.<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Police-officers-dilemma.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1012\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Police officers dilemma\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Police-officers-dilemma-400x205.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"205\" \/><\/a><\/p>\n<h4 align=\"left\"><\/h4>\n<h4 align=\"left\">Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen:<\/h4>\n<ul>\n<li><em>Soziale Kategorisierung:<\/em><br \/>\nStereotype fungieren als Hilfsmittel der sozialen Wahrnehmung. Um die komplexen Informationen der Umwelt erfassen zu k\u00f6nnen, organisieren diese die Umwelt, indem sie einzelne Objekte zu Gruppen zusammenfassen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Rechtfertigungstheorie<\/em>:<br \/>\nVorurteile k\u00f6nnen aufgrund entstehen des verschiedenen sozialen oder \u00f6konomischen Status von Menschen und Gruppen entstehen und dienen der rangh\u00f6heren Gruppe als Rechtfertigung f\u00fcr ihr Position.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Ingroup-Bias<\/em>:<br \/>\n\u00dcberbewertung der eigenen bei gleichzeitiger Abwertung der Fremdgruppe.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Frustration und Aggression<\/em>:<br \/>\nDurch Angsterleben und Frustration kann Feindseligkeit entstehen, wenn f\u00fcr diese Leidenssituation kein Verantwortlicher zu benennen ist (vgl. Kap. 5.). Dann werden \u201eS\u00fcndenb\u00f6cke\u201c gesucht, auf die die aggressiven Verhaltens-weisen \u00fcbertragen werden (displaced aggression o. \u201escapegoating\u201c), z.B.:<br \/>\nAusl\u00e4nder die den Deutschen die Arbeitspl\u00e4tze \u201ewegnehmen\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Realistic Group Conflict Theory<\/em><em>:<\/em><br \/>\nVorurteile entstehen aus der Konkurrenz von mehreren Gruppen um knappe Ressourcen. Je gr\u00f6\u00dfer die Knappheit umso mehr Vorurteile entstehen.<em><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Bed\u00fcrfnis nach Status und Gruppenzugeh\u00f6rigkeit:<\/em><br \/>\nUm das eigene Selbstbild als \u00fcberlegen wahrzunehmen, sind andere Menschen notwendig, die unterhalb des eigenen Ranges sind.<br \/>\n\u2192 vgl. Bed\u00fcrfnispyramide nach Maslow<em><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Illusion der Reaktanz auf Andersartigkeit (<\/em><em>vgl. Spotlight-Effekt):<\/em><br \/>\nMenschen gehen f\u00e4lschlicherweise davon aus, dass andere auf ihre empfundene Andersartigkeit reagieren.<br \/>\n\u2192 Experiment von Kleck &amp; Strenta (1980):<br \/>\n<em>Verlauf<\/em>: Zun\u00e4chst werden Vpn \u201everunstaltet\u201c (mit Schminke \u00fcbertrieben im \u00a0 Gesicht angemalt). Anschlie\u00dfend wird diese \u201eVerunstaltung\u201c wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht (Abschminken) und daraufhin sprechen die Vpn mit einer neutralen Person (Konfident). KG wurde nicht \u201everunstaltet\u201c.<br \/>\n<em>Ergebnis<\/em>: Die EG beschreibt das Verhalten ihres Gespr\u00e4chspartner als herablassend, distanziert und angespannt.\u00a0 Anders als die KG, die in ihrer Beschreibung des Gegen\u00fcbers eher neutral blieb.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen durch <em>Verf\u00fcgbarkeitsheuristiken <\/em>(\u00e0 vgl. 3.8):<br \/>\nExtreme k\u00f6nnen leichter aus dem Ged\u00e4chtnis abgerufen werden und k\u00f6nnen daher das Bild einer Gruppe dominieren.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Korrelationsillusion<\/em>:<br \/>\nTreten zwei ungew\u00f6hnliche Ereignisse gleichzeitig auf, so zieht dies mehr Aufmerksamkeit auf sich, als Situationen mit nur einem oder keinem ungew\u00f6hnlichen Ereignis. Zwischen beiden Ereignissen wird ein Zusammenhang vermutet und daraus ein Stereotyp abgeleitet.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Das \u201eGerechte-Welt-Ph\u00e4nomen\u201c (Lerner 1980):<br \/>\nBezeichnet die Tendenz des Menschen, zu glauben, dass die Welt \u201egerecht\u201c ist und jeder bekommt, was ihm zusteht.<br \/>\nVergleiche auch: <em>Blaming-the-Victim-Ph\u00e4nomen<\/em>.<!--nextpage--><\/li>\n<\/ul>\n<h2 align=\"left\"><\/h2>\n<h2 align=\"left\"><\/h2>\n<h2 align=\"left\"><strong>7. Eindrucksbildung <\/strong><\/h2>\n<p align=\"left\"><em>Zentrale Frage:<\/em><br \/>\nWie werden verschiedene Einzelinformationen \u00fcber eine Person zu einem Gesamteindruck zusammen gesetzt?<br \/>\n\u2192 Je nachdem wie bewusst verf\u00fcgbar diese Informationen sind, m\u00fcssen unterschiedliche Messmethoden zur empirischen<br \/>\nUntersuchung genutzt werden<\/p>\n<h4 align=\"left\">Direkte Ma\u00dfe:<\/h4>\n<p align=\"left\">Sie erfordern die <em>bewusste<\/em> und <em>explizite<\/em> <em>Beurteilung<\/em> einer Person.<br \/>\nBeispiele sind:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Bewertung<\/strong> (Rating)<\/li>\n<li><strong>Freie Beschreibung<\/strong> (Abstract)<\/li>\n<li><strong>Zuordnung<\/strong> (Assignment)<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_direkte-Eindrucksmessung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1013\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_direkte Eindrucksmessung\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_direkte-Eindrucksmessung-400x254.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"254\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Beispiel f\u00fcr Ergebnisse direkter Eindrucksmessung<\/strong>:<\/p>\n<p align=\"left\">Den <em>zentralen Eigenschaften <\/em>\u201ewarm-\u201c und \u201ekalt(herzig)\u201c konnte Asch (1946) folgende Beziehung zu peripheren Eigenschaften zuordnen:<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Eindrucksbildung_I.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1014\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Eindrucksbildung_I\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Eindrucksbildung_I-400x213.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Eindrucksbildung_I-400x213.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Eindrucksbildung_I-150x80.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Eindrucksbildung_I.jpg 552w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"left\">Auch die <em>Reihenfolge der Darbietung <\/em>von Eigenschaften spielt bei der Eindrucksbildung eine Rolle.<\/p>\n<p align=\"left\">Experiment von Asch (1946):<\/p>\n<ul>\n<li><em>Verlauf<\/em>:<br \/>\nAlle Pbn erhalten die gleiche Liste mit Eigenschaften, jedoch in verschiedener Anordnung.<em><\/em><\/li>\n<li><em>Ergebnis<\/em>:<br \/>\n<em>Primacy-Effekt <\/em>auch bei der Eindrucksbildung. Der Gesamteindruck einer Person ist<br \/>\n\u2192 signifikant positiver, wenn die positiven Eigenschaften (z.B. intelligent\/flei\u00dfig) am Anfang der Darbietung stehen.<br \/>\n\u2192 signifikant negativer, wenn die negativen Eigenschaften (z.B. neidisch) am Anfang der Darbietung stehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><strong>Zentrale Ergebnisse<\/strong> von Aschs Untersuchungen:<\/p>\n<p align=\"left\">Nach Asch ist die Eindrucksbildung von folgenden Faktoren abh\u00e4ngig:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0<em>Hierarchienbildung<\/em>:<br \/>\nEigenschaften k\u00f6nnen zentrale oder auch periphere Bedeutung im Gesamteindruck erhalten.<\/li>\n<li>\u00a0<em>Zeitliche Strukturierung<\/em>:<br \/>\nDie Anfangsinformationen haben ein st\u00e4rkeres Gewicht und beeinflussen die Bedeutung der nachfolgenden Informationen.<\/li>\n<li>\u00a0<em>Einbettung in den Kontext<\/em>:<br \/>\nBedeutungsunterschiede einzelner Eigenschaften in Abh\u00e4ngigkeit von \u00a0 anderen Eigenschaften.<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">\u2192 Der Mensch bildet sich aus wenigen Eigenschaften einen Gesamteindruck seines Gegen\u00fcbers. Dem <em>\u201eersten Eindruck\u201c <\/em>kommt dementsprechend eine zentrale Bedeutung in der Eindrucksbildung zu (\u2192 vgl. Gestalttheorie).<\/p>\n<h4 align=\"left\"><\/h4>\n<h4 align=\"left\">Indirekte Ma\u00dfe zur Eindrucksmessung:<strong> <\/strong><\/h4>\n<p align=\"left\"><em>Indirekte Ma\u00dfe <\/em>zur Eindrucksforschung wurden insbesondere in neueren Studien ab den 90er Jahren verwendet.<br \/>\nDiese erfordern keine bewusste und ausdr\u00fcckliche Beurteilung einer Person. Priming-Effekte und Zug\u00e4nglichkeit zu Informationen sowie die kontextuelle Bedeutungszuschreibung spielen bei diesen Methoden eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p align=\"left\"><em>Vorteile<\/em>:<\/p>\n<ul>\n<li>geringe Verf\u00e4lschbarkeit der Daten<\/li>\n<li>hohe Auswertungsobjektivit\u00e4t im Vergleich zu anderen, \u00e4lteren indirekten Messverfahren (z.B. Rohrschach-Test)<\/li>\n<li>soziale Erw\u00fcnschtheit kann relativ gemindert werden<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><em>Nachteile<\/em><strong>:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Zusammenhang zwischen Operationalisierung und Konstrukt ist nicht immer deutlich: Wird wirklich der Eindruck gemessen?<br \/>\n(geringe Konstruktvalidit\u00e4t)<\/li>\n<li>Auch die Reliabilit\u00e4t der Messverfahren ist relativ gering<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><strong>Zentrale Ergebnisse:<\/strong><br \/>\nPersonen<em>eigenschaften <\/em>werden automatisch aus <em>Verhalten<\/em>sbeschreibungen geschlossen.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Beispiel und Ergebnisse indirekter Messverfahren<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>Lexikalische Entscheidungsaufgabe:<em><br \/>\nVerlauf<\/em>:<br \/>\nDen Vpn wird auditiv ein Satz (Situationsbeschreibung) dargeboten, z.B.:<br \/>\nEG: \u201eJohn tritt seiner Freundin beim Tanzen auf die Zehen *.\u201c<br \/>\nKG: \u201eDer Fernseher steht in der hinteren Ecke des Zimmers *.\u201c<br \/>\nBei * wird den Vpn visuell ein Zielreiz dargeboten, z.B.: \u201etapsig\u201c.<br \/>\nAnschlie\u00dfend muss per Tastendruck eine Frage beantwortet werden, z.B.: \u201eIst der Zielreiz ein Wort?\u201c<em><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>AV: Reaktionszeit zwischen Zielreiz und Tastendruck.<em><\/em><\/p>\n<p>Ergebnis:<br \/>\nReaktionszeit von EG: 1310 ms, von KG: 1430 ms<br \/>\n\u2192 Stimmen Eindruck und Zielreiz \u00fcberein, gelingt der Zugriff auf bekannte sprachliche Bedeutungsmuster schneller.<\/p>\n<ul>\n<li>Wortstamm-Erg\u00e4nzungsaufgaben (Whitney et al. 1990):<em><br \/>\nVerlauf<\/em>:<br \/>\nDen Vpn wird ein Satz dargeboten, z.B.:<br \/>\nEG: Satz mit Verhaltensbeschreibung (dispositionale Implikation): \u201eJohn l\u00f6st jedes Schachproblem in kurzer Zeit.\u201c<br \/>\nKG: Neutraler Satz: \u201eDer Apfelbaum tr\u00e4gt in diesem Jahr viele Fr\u00fcchte.\u201c<br \/>\nAnschlie\u00dfend sollen die Vpn ein Wort erg\u00e4nzen, z.B.: I N _ _ _ _ _ _ _ _ _<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Ergebnis<\/em>:<br \/>\nDispositionale Eigenschaften, die mit dem gegebenen Reiz in Zusammenhang gebracht werden (z.B. \u201eintelligent\u201c) werden bei EG deutlich h\u00e4ufiger (im Beispiel 31% der Nennungen) als bei KG (im Beispiel 10%) genannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4 align=\"left\">Ged\u00e4chtnisma\u00dfe zur Eindruckmessung<\/h4>\n<p align=\"left\">Experiment zum <em>Inkonsistenzeffekt<\/em> (Hastie &amp; Kumar 1979):<em><\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Verlauf<\/em>:<br \/>\nVpn erhalten eine Personenbeschreibung in Form einer <em>Eigenschaftsliste<\/em> (intelligent, gescheit, schnell, sachkundig, &#8230;). Anschlie\u00dfend werden verschiedene <em>Verhaltensweisen<\/em> der Person geschildert.<br \/>\n3 m\u00f6gliche Beziehungen zwischen Eigenschaften und Verhaltensweisen:<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li>\u00a0<em>kongruent<\/em> (z.B. \u201eGewinnt ein Schachturnier.\u201c)<\/li>\n<li>\u00a0<em>inkongruent<\/em> (z.B. \u201eMachte dreimal den gleichen Fehler.\u201c)<\/li>\n<li>\u00a0<em>irrelevant<\/em> (z.B. \u201eBestellte einen Cheeseburger zum Essen.\u201c)<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>AV<\/em>: Abruf der Verhaltensweisen durch freie Reproduktion<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Ergebnisse<\/em>:<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\"><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Inkonsistenzeffekt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1015\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Inkonsistenzeffekt\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Inkonsistenzeffekt-400x163.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"163\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Inkonsistenzeffekt-400x163.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Inkonsistenzeffekt-150x61.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Inkonsistenzeffekt.jpg 698w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Zentrale Ergebnisse der Untersuchungen mittels Ged\u00e4chtnisma\u00df:<strong><\/strong><\/li>\n<ul>\n<li>Das Personenged\u00e4chtnis beeinflusst den Eindruck von einer Person in hohem Ma\u00dfe.<\/li>\n<li>Dabei k\u00f6nnen inkonsistente Personenmerkmale besser erinnert werden als konsistente Informationen (<em>Inkonsistenzeffekt<\/em>).<\/li>\n<li>Je weniger inkonsistente Eigenschaften pr\u00e4sentiert werden, desto besser k\u00f6nnen diese erinnert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ged\u00e4chtnisl\u00fccken werden durch Raten in Richtung der <em>Erwartungskonsistenz<\/em> gef\u00fcllt (stereotyp-basiertes Raten, vgl. Zeugenaussagen).<!--nextpage--><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 align=\"left\"><strong>8. Urteilsbildung<\/strong><\/h2>\n<p align=\"left\">Zur Urteilsbildung (= Vorgang, der zur Feststellung eines Ergebnisses f\u00fchrt) werden auch im sozialen Kontext <em>Heuristiken<\/em> zu Hilfe genommen.<em><\/em><\/p>\n<p align=\"left\"><em>Definition Heuristik<\/em>:<br \/>\nEine Heuristik ist \u201eeine kognitive Faustregel, die Menschen verwenden, um zu einem Urteil zu gelangen. Heuristiken liefern zwar h\u00e4ufig zutreffende Ergebnisse, wegen ihres vereinfachenden Charakters aber nicht immer. Soziale Stereotype k\u00f6nnen als Beispiele f\u00fcr Heuristiken angesehen werden.\u201c (Jonas et al. 2007, 114)<\/p>\n<p align=\"left\">\u2192 Anhand der Regeln und Prinzipien, die durch Heuristiken repr\u00e4sentiert werden, sind wir in der Lage schnelle soziale Urteile zu f\u00e4llen, die jedoch nicht immer korrekt sein m\u00fcssen. Heuristiken werden vor allem dann deutlich, wenn sie versagen, also wenn Urteilsverzerrungen und -fehler auftreten.<\/p>\n<p align=\"left\">Zu den h\u00e4ufigsten Heuristiken z\u00e4hlen u.a.:<\/p>\n<ul>\n<li>Repr\u00e4sentativit\u00e4tsheuristiken<\/li>\n<li>Ankerheuristiken<\/li>\n<li>Verf\u00fcgbarkeitsheuristiken<\/li>\n<li>Gef\u00fchlsheuristiken<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">Zudem wird die Urteilsbildung von Framing-Effekten und der Logik der Konversation beeinflusst.<\/p>\n<h4 align=\"left\">Repr\u00e4sentativit\u00e4tsheuristik<\/h4>\n<ul>\n<li>Def. <em>Repr\u00e4sentativit\u00e4t<\/em>:<br \/>\nRepr\u00e4sentativit\u00e4t ist der gesch\u00e4tzte Grad an \u00dcbereinstimmung zwischen einer Stichprobe und der dazugeh\u00f6rigen Grundgesamtheit.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Repr\u00e4sentativit\u00e4t und Urteilsbildung:<br \/>\nIm sozialen Urteil lassen wir uns h\u00e4ufig von Repr\u00e4sentativit\u00e4tsheuristiken leiten und vernachl\u00e4ssigen zus\u00e4tzliche Informationen (vgl. zentrale und periphere Merkmale). Dabei werden die Regeln der Wahrscheinlichkeit verletzt, wenn konjunkte Eigenschaften f\u00fcr wahrscheinlicher gehalten werden als einzelne Eigenschaften.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 align=\"left\">Ankerheuristik<\/h4>\n<ul>\n<li>Def. <em>Anker<\/em>:<br \/>\nVorhandene Elemente einer kognitiven Operation beeinflussen deren \u00a0 Ergebnis, indem neue Informationen untergewichtet werden. Diese vorhandenen Elemente bilden Verankerungspunkte der Urteilsbildung, \u00a0 an denen die Operation festgemacht wird.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Beispiel: Anker und juristische Urteile (Englich &amp; Mussweiler, 2001):<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li><em>\u00a0Verlauf<\/em>:<br \/>\n16 Richtern mit langer Berufserfahrung, wird ein Vergewaltigungsdelikt geschildert. Zudem wurde Ihnen mitgeteilt, dass ein Informatikstudent ein Strafma\u00df von 12 Monaten (Gruppe 1) bzw. von 32 Monaten (Gruppe 2) vorschlagen w\u00fcrde. Die Richter sollten vorgeblich die Angemessenheit des Vorschlags beurteilen.<br \/>\nAV: Richter setzen selbst ein Strafma\u00df fest.<\/li>\n<li><em>\u00a0Ergebnis<\/em>:\u00a0 Niedriger Anker: 28 Monate, hoher Anker: 35 Monate.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Beispiel: Anker und Verhandlungen (Mussweiler &amp; Galinsky 2002):<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li><em>Grundlage<\/em>:<br \/>\nVerhandlungssituationen sind typischerweise von gro\u00dfer Informationsunsicherheit gepr\u00e4gt.<br \/>\nAnkerheuristik\u00a0\u00a0\u2192 \u00a0 beliebiger Wert beeinflusst Ergebnis der Verhandlungen. Effekt ist robust gegen Expertise und Plausibilit\u00e4t!<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li><em>Untersuchungsdesign<\/em>:<br \/>\n38 Dyaden (MBS-Studenten an einer amerikanischen Business-School) verhandeln Verkauf eines Pharmakonzerns. Dabei \u00fcbernehmen sie entweder die Rolle des K\u00e4ufers oder die des Verk\u00e4ufers.<br \/>\nInformationen f\u00fcr beide:<br \/>\nKaufpreis 15 Mio $ vor 3 J.; Sch\u00e4tzwert vor 2 Jahren 19 Mio $;<br \/>\n\u00e4hnliches Objekt ist gerade f\u00fcr 26 Mio $ verkauft worden<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li><em>2&#215;2 Design <\/em>(\u2192 4 m\u00f6gliche Paarungen):<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_BATNA.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1016\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_BATNA\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_BATNA-400x155.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_BATNA-400x155.jpg 400w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_BATNA-150x58.jpg 150w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_BATNA.jpg 630w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<ul>\n<li>\u201eBest alternative to a negotiated agreement\u201c (BATNA), hier:<br \/>\nF\u00fcr K\u00e4ufer: Neubau kostet 25 Mio, dauert 1 Jahr<br \/>\nF\u00fcr Verk\u00e4ufer: Abwicklung bringt 17 Mio.<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<ul>\n<ul>\n<li><em>Ergebnis<\/em>:<span style=\"text-decoration: underline;\"><br \/>\nErstes Angebot durch K\u00e4ufer<\/span>: \u00d8-Ergebnis: ca. 20 Mio. $<br \/>\nNiedriges Angebot durch K\u00e4ufer (\u00d8: 16,5 Mio.$): Verk\u00e4ufer assoziiert zun\u00e4chst die Argumente, die einen niedrigen Preis rechtfertigen. Auf diesem Wissen basiert anschlie\u00dfend die Verhandlung.<br \/>\nErstes Gegenangebot durch Verk\u00e4ufer: \u00a0\u00a0 \u00d8\u00a0 22,9 Mio.$ (ohne BATNA), \u00d8\u00a0 24,8 Mio.$ (mit BATNA)<span style=\"text-decoration: underline;\">Erstes Angebot durch Verk\u00e4ufer<\/span>: \u00d8-Ergebnis: ca. 25 Mio. $<br \/>\nHohes Angebot durch Verk\u00e4ufer (\u00d8 26,6 Mio.$): K\u00e4ufer assoziiert zun\u00e4chst die Aspekte, die f\u00fcr einen hohen Preis sprechen.<br \/>\nErstes Gegenangebot durch K\u00e4ufer: \u00d8\u00a0 21,3 Mio.$ (ohne BATNA), 18,2 Mio.$ (mit BATNA)<\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<h4 align=\"left\">Verf\u00fcgbarkeitsheuristik<\/h4>\n<p align=\"left\"><em>Definition<\/em>:<br \/>\nSollen Urteile gef\u00e4llt werden, orientieren sich Menschen h\u00e4ufig an den schnell verf\u00fcgbaren Informationen. Dabei wird jedoch nicht immer ber\u00fccksichtigt, ob diese Informationen auch auf einer repr\u00e4sentativen Auswahl bestehen.<\/p>\n<p align=\"left\">Die Verf\u00fcgbarkeit ist u.a. von folgenden <em>Effekten<\/em> abh\u00e4ngig:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0<em>Recency-Effekt: <\/em>Informationen, die erst vor kurzem aktiviert wurden<\/li>\n<li>\u00a0<em>Frequenz-Effekt: <\/em>Informationen, die h\u00e4ufig aktiviert werden<\/li>\n<li>\u00a0<em>Kontext-Effekt: <\/em>Information wurde in \u00e4hnlichem Kontext aktiviert<\/li>\n<li>\u00a0<em>Priming-Effekte: <\/em>Primes rufen korrelierende Informationen hervor<\/li>\n<li>\u00a0<em>Peak-End-Rule: <\/em>L\u00e4ngere Ereignisse werden im Nachhinein vor allem nach besonderen Einzelereignissen und Ereignissen am Ende beurteilt<\/li>\n<li>\u00a0<em>Moodcongruent-Recall: <\/em>In schlechter Stimmung k\u00f6nnen eher negat. Erinnerungen abgerufen werden, u. umgek.<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"left\">Beispiel: \u201eFamous Name\u201c-Experiment (Tversky &amp; Kahnemann 1973)<\/p>\n<ul>\n<li><em>Verlauf<\/em>:<br \/>\nListe mit Namen von M\u00e4nnern und Frauen wird dargeboten. Gleich viele M\u00e4nner und Frauen. Dabei werden die m\u00e4nnlichen Namen mit Namen von Prominenten gemischt, die Frauennamen sind unbekannt \u2013 und umgekehrt.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>AV<\/em>: Einsch\u00e4tzen, ob die Liste mehr M\u00e4nner- oder mehr Frauennamen enth\u00e4lt.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>Ergebnis<\/em>: Vpn \u00fcbersch\u00e4tzen (bis zu 80%) den Anteil der Gruppe, die mit prominenten Namen vermischt wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Zudem ist auch die <em>Leichtigkeit<\/em>, mit der verf\u00fcgbare Informationen abgerufen werden k\u00f6nnen ausschlaggebend f\u00fcr die Anwendung von Verf\u00fcgbarkeitsheuristiken.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Gef\u00fchlsheuristik<\/h4>\n<p align=\"left\">Definition:<br \/>\nUrteile, die unter Zeitdruck oder starkem sozialen Einfluss gef\u00e4llt werden m\u00fcssen, werden h\u00e4ufig eher auf der Basis von Emotionen denn auf Basis rationeller \u00dcberlegungen getroffen.<\/p>\n<p align=\"left\">Beispiel: <em>Spotlight-Effekt <\/em>(Gilovich et al. 2000):<\/p>\n<ul>\n<li><em>Verlauf<\/em>:<br \/>\nVpn sollten mit auff\u00e4lligem T-Shirt (Portrait von Barry Manilow) in Seminarraum gehen. Zuvor Einsch\u00e4tzung, wie vielen Personen das T-Shirt auffallen w\u00fcrde.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ergebnis:<br \/>\nAnzahl weit \u00fcbersch\u00e4tzt (Emotionen als Anker).<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Spotlight-Effect.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1017\" title=\"hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale Kognition_Spotlight-Effect\" src=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Spotlight-Effect-373x300.jpg\" alt=\"\" width=\"373\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Spotlight-Effect-373x300.jpg 373w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Spotlight-Effect-124x100.jpg 124w, https:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/hahnzog_organisationsberatung_Sozialpsychologie_Soziale-Kognition_Spotlight-Effect.jpg 402w\" sizes=\"auto, (max-width: 373px) 100vw, 373px\" \/><\/a><\/p>\n<h4 align=\"left\">Weitere Einfl\u00fcsse auf die Urteilsbildung:<\/h4>\n<ul>\n<li>Framing-Effekte:<br \/>\nDas Antwortverhalten bei gezielte Fragestellung und das damit verbundene Urteil kann st\u00e4rker von der Formulierung und der Einbettung in die Fragestellung abh\u00e4ngen, als von den konkreten Inhalten.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Logik der Konversation:<br \/>\nWenn Menschen Fragen beantworten und Urteile f\u00e4llen sollen, dann gehen sie auch immer auf die vermutete Intention des Fragestellers ein. Diese Intention erschlie\u00dfen sie aus dem Kontext der Kommunikation.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Soziale Erw\u00fcnschtheit:<br \/>\nAuch in Urteilen streben Menschen danach, bestimmten Normen und Regeln gerecht zu werden. Daher werden auch Urteilsheuristiken von diesen Effekten beeinflusst.<!--nextpage--><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<p>Lehrb\u00fccher:<\/p>\n<ul>\n<li>Aronson, E., Wilson, T.D. &amp; Akert, R.M. (2008). <em>Sozialpsychologie<\/em>. M\u00fcnchen: Pearson Studium.<\/li>\n<li>Baron, R. A., Branscombe, N. &amp; Byrne, D. (2008). <em>Social Psychology<\/em>. Boston: Pearson.<\/li>\n<li>Bierhoff, H.-W. &amp; Frey, D. (Hrsg.)(2006). <em>Handbuch der Sozialpsychologie und Kommunikationspsychologie<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>Gerrig, R. &amp; Zimbardo, P. (2008). <em>Psychologie<\/em>. M\u00fcnchen: Pearson.<\/li>\n<li>Jonas, K., Stroebe, W. &amp; Hewstone, M. (Hrsg.) (2007). <em>Sozialpsychologie<\/em>. Heidelberg: Springer.<\/li>\n<li>Marmet, O. (2006). <em>Ich und du und so weiter. Kleine Einf\u00fchrung in die Sozialpsychologie<\/em>. Weinheim: Beltz.<\/li>\n<li>Werth, L. &amp; Mayer, J. (2008). <em>Sozialpsychologie<\/em>. Berlin: Spektrum.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weitere Quellen und Literatur erhalten Sie gerne auf Anfrage oder in unseren <a title=\"Literatur\" href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/literatur\">Literaturempfehlungen<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#top\" rel=\"nofollow\">Nach oben<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"Lexikon\" href=\"http:\/\/www.hahnzog.de\/organisationsberatung\/lexikon\">Zur\u00fcck zur \u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalts\u00fcbersicht<\/p>\n<p>    Soziale Kognition &#8211; Grundlagen<br \/>\n    Der Einzelne im sozialen Kontext: Pers\u00f6nlichkeit und Identit\u00e4t<br \/>\n    Soziale Wahrnehmung<br \/>\n    Attribution<br \/>\n    Automatische Prozesse<br \/>\n    Stereotype<br \/>\n    Eindrucksbildung<br \/>\n    Urteilsbildung<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[94,21,92,93,91,90],"class_list":["post-987","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lexikon","tag-emotion","tag-personlichkeit","tag-stereotyp","tag-urteilsbildung","tag-vorurteil","tag-wahrnehmung"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.6 - 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